Für alle die den Anschluss verpasst haben und wissen möchten wie es um Korkgriff, Rollenhalter, Ringe und Zapfenverbindung steht, die sollten sich zuerst den Shimano Yasei Unboxing Artikel durchlesen. Im zweiten Teil des Testberichts gehe ich nun etwas näher auf den Blank, das Wurfgewicht und die Sensibilität der Shimano Yasei Aspius in 2,70m mit 7 – 28gr. Wg. ein. Außerdem möchte ich an dieser Stelle nochmal mitteilen, dass es sich um rein subjektive Eindrücke handelt und in diesem Artikel nicht der Heilige Gral zu finden ist ;)

Shimano Yasei Aspius | Seppl in Aktion

Shimano Yasei Aspius | Seppl in Aktion

Blank und Aktion

Der 2,70m “Biofibre High-Pressure-Carbon” Blank sieht nicht nur schick aus, er fühlt sich beim ersten Probewerfen auch gut an. Hört man auf die Herstellerangaben und den Namensbestandteil „Aspius“, so ist die Rute dem Rapfen gewidmet. Wer bereits Erfahrungen mit dieser durchaus explosiven Gattung gesammelt hat weiß das hierfür besonders im ersten Moment eine Rute notwendig ist die ordentlich was wegpuffert und im Nachgang genügend Power hat, um die Torpedos in die Schranken weisen zu können. Shimano hat bezüglich dieser Anforderungen eine Punktlandung hingelegt.

Der Blank macht insgesamt einen sehr straffen Eindruck und arbeitet primär im oberen Drittel der Rute mit, bzw. gegen den Zielfisch. Heftige Einschläge steckt die Aspius dank einer ausgewogenen Biegekurve bis kurz vor die mittige Teilung vernünftig weg und präsentiert ab da ein mehr als ausreichendes Rückrat, um auch die kapitale Gegner sicher dirigieren zu können. Innerhalb des optimalen Wurfgewichtsspektrum lädt sich die Rute sehr schön auf und auch die Rückstellkraft des Blanks ist außerordentlich gut. Kein schwabbeln und kein wackeln. Kaum ausgeworfen steht die Aspius nur einen Wimpernschlag später wieder da wo sie hingehört – sehr schön gemacht!

Shimano Yasei Aspius Blank, Biegekurve

Shimano Yasei Aspius Blank, Biegekurve

Wurfgewicht

Die Aspius tritt laut Shimano in der Wurfgewichtsklasse von 7 bis 28gr. an. Das dieser Wert leicht unterdimensioniert ist, konnte man bereits in vielen Blogs und Foren lesen. Dem schließe ich mich größtenteils an und füge meine persönliche Einschätzung hinzu.

7gr.) Unter den eingangs erwähnten Bedingungen ließ sich das komplette Spektrum der Aspius nicht durchgehend testen, da es uns teilweise fast vom Steg geweht hat. Für den ersten Test im unteren Wurfgewichtsbereich von 7gr. mussten wir die wenigen windstillen Momente abpassen und haben den Jigkopf mit einem 4er Easy Shiner bestückt.

Die Aspius lädt sich in dieser Klasse nur mäßig auf. Das Werfen gleicht ehr einem schleudern und Man(n) muss schon ordentlich Druck aufbauen, um die Rute zur Mitarbeit zu bewegen. Dank ihrer Länge von 2,70m schafft sie es erwartungsgemäß trotzdem den Köder auf eine annehmbare Distanz zu befördern.

10gr.) Im nächsten Schritt wurde die Aspius mit einem 10gr. Kopf und dem Easy Shiner beladen. Schon nach wenigen Würfen war klar, dass frühestens hier das tatsächliche, minimale Wurfgewicht beginnt. Die Rute arbeitet zumindest soweit mit, dass man von einer Aufladung sprechen kann und die Gummis ohne übermäßigen Kraftaufwand beschleunigt werden können. Für einen dauerhaften und ermüdungsfreien Einsatz zwar noch nicht ganz das richtige, aber auf jeden Fall schon akzeptabel.

14gr.) Super, wir sind im Zielkorridor angekommen. Bei 14gr. incl. Trailer beginnt das optimale Wurfgewicht der Aspius. Der Blank lädt sich sehr gut auf und die Köder fliegen bis an’s andere Ufer.

17gr.) Sowohl mit dem 4er Easy Shiner, als auch mit Seppls 4 1/2er Shaker performt die Rute mehr als ordentlich. Bei 17gr. ist demnach noch lange nicht Schluss. Die Aspius vermittelt selbst beim sanften Gewaltwurf keinesfalls das Ende ihrer Leistungsfähigkeit – da geht definitiv noch mehr!

20gr.) Kein quietschen und kein knartzen. Der Blank macht noch immer wofür er bestimmt ist und selbst mit einem 20gr. Jig ist die Leistungsfähigkeit der Aspius noch längst nicht erschöpft. Allerdings merkt man schon, dass nicht mehr viel Luft nach oben ist. Subjektiv würde ich daher bei 20gr. das obere Ende des optimalen Wurfgewichtsspekturm verkünden.

24gr.) Die Rute hat nur noch wenig Reserven, um von einer vernünftigen Performance sprechen zu können. Neben dem Wurfgewicht neigt sich auch eine andere Ressource dem Ende entgegen: Ich habe keine größeren Jigköpfe mehr. Das ist aber nicht wirklich schlimm, da die Köder ja nicht nur ordentlich geworfen, sondern auch noch ordentlich geführt werden sollen. Meiner persönlichen Einschätzung nach, würde ich der Aspius in puncto Wurfgewicht noch etwas mehr zutrauen, mich jedoch bei allem was über 24gr. liegt für eine stärkere Rute entscheiden.

Shimano Yasei Aspius mit Keitech Easy Shiner und 14gr. Jigkopf

Shimano Yasei Aspius mit Keitech Easy Shiner und 14gr. Jigkopf

Rückmeldung

Trotz der ehr mäßigen Wetterbedingungen mit böigem Nord-Ost Wind waren im angegebenen Wurfgewichtsspektrum alle Muschelbänke, Kanten und auch der Übergang vom kiesigen zum schlammigen Untergrund gut zu spüren. Der Finger kann getrost vom Blank gelassen werden, denn die Rute überträgt auch kleine Unregelmäßigkeiten bis in den Griff hinein.

Köderspektrum

Setzt man die Yasei Aspius im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein, so kann zwischen 10 und 20gr. befördert und geführt werden wonach einem der Sinn steht. Sollte man sich für den Einsatz von Jig und Trailer entscheiden, ist nach oben bei ca. 20gr. + Action Shad Schluss. No-Action Shads können mit Sicherheit auch an einer schwereren Murmel bis ca. 24gr. auf die Reise geschickt werden, ob der Anschlag dann noch sicher durchgebracht werden kann, bleibt abzuwarten.

Wobbler, speziell Topwater Baits dürften an der Yasei richtig auf Zack kommen. Getestet haben wir leider nicht, aber ein Salmo Slider mit 17gr. und 70mm könnte ich mir als quasi Top-Gespann zur Jagd auf Silberbarren vorstellen, oder ein Dog-X Giant, oder ZipBaits Irony Surface Strucker, oder, oder, oder(…) Ihr wisst schon was ich meine. Crankbaits funktionieren mit Sicherheit auch gut, da die Rute obenrum ordentlich was wegpuffert.

Shimano Yasei Aspius - Angeln mit Gummis - Der Shaker

Shimano Yasei Aspius - Angeln mit Gummis - Der Shaker

Fazit

Die Kombination aus straffem Blank mit sensibler Spitze und guter Rückmeldung ist vermutlich genau der Grund, weshalb die Aspius oft als Rute für gejiggte Zander empfohlen wird. Mit einer Länge von 2,70m ist die Yasei hauptsächlich für das Angeln vom Ufer und zur Überbrückung nicht unerheblicher Distanzen gedacht. Der Blank eignet sich im Nahbereich mit Sicherheit sehr gut, um dem Zander nachzustellen – keine Frage. Sollten die Köder jedoch etwas weiter raus befördert werden, bedarf es einer etwas stärkeren Rute damit der Anhieb auch wirklich durchkommt.

Aber Wasser bei die Fische: Shimano hat mit der Yasei Aspius eine wirklich anständige und gut durchdachte Rute für die Angelei auf Rapfen im Markt positioniert. Wer sich am Wasser nicht so recht für einen Zielfisch entscheiden kann, macht mit der Aspius nichts falsch. Sie bietet neben ihrem Haupteinsatzzweck in alle Richtungen genügend Spielraum, um die Köderbox hoch und runter zu testen. Im großen und ganzen kommt mein erster Eindruck dem Testbericht von Veit am nächsten. Wer kurz davor steht eine Entscheidung treffen zu müssen, sollte sich zusätzlich den Bericht auf Veits Seite durchlesen.

Preise & Bezugsquellen

Anders als sonst im Havelritter-Blog üblich, ist die Aspius ohne großen Aufwand und zusätzliche Import-Arien in jedem gut sortierten deutschen Fachhandel oder Onlineshop zu bekommen. Wer etwas sucht findet die Rute mittlerweile schon für knapp 150€. Achtet aber vorher auf den Lagerbestand, bzw. ruft vorher an und fragt, ob die Rute tatsächlich verfügbar ist. Einfach wird es für den Preis nämlich nicht ;)

Modell Länge Transportlänge Gewicht Ringe Wurfgewicht Preis
Shimano Yasei Aspius (SYAASP27) 2,70m 1,39m 184gr. 10 7 – 28gr. 140,00€
Shimano Yasei Aspius (SYAASP30) 3,00m 1,54m 206gr. 11 7 – 28gr. 150,00€

Who is Seppl?

Seppl ist der Kapitän „unserer“ Anka und hat mich bis auf wenige Tage im letzten Jahr auf jedem größeren Trip begleitet. Naja, eigentlich habe ich ihn begleitet. Ihr werdet in Zukunft noch viel mehr von ihm, bzw. seinem Tackle hier im Blog lesen. Vielleicht lässt Er sich ja auch dazu überreden selbst mal ein, zwei, drei Artikel zu verfassen. Bis es soweit ist, hier ein Bild mit seinem PB-Zander vom letzten Jahr und seiner mittlerweile eingetroffenen Rolle für die Shimano Yasei Aspius.

Shimano Yasei Aspius meets Zander-Seppl

Shimano Yasei Aspius meets Zander-Seppl