Angeln in Brandenburg – Gewässer, Regeln & Insider-Tipps

Auf einen Blick: Brandenburg hat rund 3.000 Seen und über 30.000 Kilometer Fließgewässer — mehr als jedes andere Bundesland außer Mecklenburg-Vorpommern. 96.000 organisierte Angler fischen hier in über 1.400 Vereinen. Ob Havel-Hecht, Oder-Zander oder Spreewald-Aal: Dieses Bundesland ist gebaut fürs Angeln.

Panoramablick über einen stillen Brandenburger See im Morgengrauen mit Schilfufer und Kiefernwald – typisches Angelgewässer in Brandenburg

Ich angel seit über 13 Jahren in Brandenburg, hauptsächlich an der Havel zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel. In dieser Zeit habe ich so ziemlich jedes lohnende Gewässer im Land zumindest mal mit der Spinnrute abgeklopft. Dieser Guide fasst zusammen, was ich dabei gelernt habe — und was du wissen musst, bevor du deine Ruten einpackst.

Warum Brandenburg ein Angel-Paradies ist

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 99.575 Hektar Wasserfläche verfügt Brandenburg über mehr als 12 Prozent der gesamten deutschen Gewässerfläche (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2021). Das sind rund 3.000 natürliche Seen und über 30.000 Kilometer Fließgewässer (MLEUV Brandenburg).

Was Brandenburg für Angler besonders macht: Die Gewässerdichte ist enorm, der Angeldruck vergleichsweise gering. Während an populären bayrischen Seen am Wochenende kaum noch ein Platz frei ist, sitzt du an Brandenburger Gewässern oft als einziger am Wasser. Dazu kommt die einzigartige Regelung, dass Friedfischangeln seit 2006 ohne Fischereischein erlaubt ist — das gibt’s sonst nirgends in Deutschland.

Der Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) bewirtschaftet allein rund 16.000 Hektar Gewässerfläche und investiert jährlich etwa 650.000 Euro in Fischbesatz (LAVB). Mit einer einzigen DAV-Karte hast du Zugang zu einem riesigen Netz an Angelgewässern.

Die besten Angelgewässer in Brandenburg

Brandenburg bietet für jeden Angelstil das passende Gewässer. Hier die Übersicht der Top-Reviere:

Gewässer Typ Zielfische Besonderheit
Havel Fluss/Seenkette Hecht, Zander, Rapfen, Wels Raubfisch-Hotspot Nr. 1
Spree/Spreewald Fluss/Fließe Aal, Hecht, Döbel, Quappe 970 km Wasserläufe im Spreewald
Oder Grenzfluss Zander, Wels, Rapfen, Barbe Geringer Angeldruck, Buhnenfelder
Scharmützelsee See (1.200 ha) Hecht, Zander, Barsch, Karpfen 2x Lieblingssee Deutschlands
Werbellinsee See (55 m tief) Maräne, Hecht, Barsch Kristallklares Wasser
Oder-Havel-Kanal Kanal (54 km) Zander, Barsch, Brasse Stadtnahes Angeln
Finowkanal Kanal (32 km) Hecht, Barsch, Schleie Ältester Kanal Deutschlands

Havel und Havelseen: Raubfisch-Hotspot

Die Havel ist mit 325 Kilometern der längste Nebenfluss der Elbe und durchzieht Brandenburg wie eine Lebensader. Für mich persönlich ist der Abschnitt zwischen Ketzin und Brandenburg an der Havel das beste Raubfischrevier im ganzen Land.

Warum? Die Havel bildet hier zahlreiche Flussschleifen, Inseln, Buchten und Altarme — perfekte Struktur für Hecht und Zander. Dazu kommen die Havelseen: Breitlingsee, Möserscher See und Plauer See bieten kilometerlange Uferstrecken mit guten Einstiegsstellen. Seit ein paar Jahren fange ich hier auch regelmäßig Rapfen über 60 Zentimeter — ein Fisch, der in der Havel eindeutig auf dem Vormarsch ist.

Für die Havel brauchst du die Große Havelkarte (80 EUR) oder die Kleine Havelkarte (7,50 EUR) für einzelne Abschnitte.

Spree und Spreewald

Der Spreewald ist ein Angelrevier der besonderen Art: Über 970 Kilometer Wasserläufe schlängeln sich durch ein verzweigtes Netz aus Fließen und Kanälen. Hier geht es weniger um den Kapitalen — sondern um das Erlebnis. Aal, Hecht, Döbel, Schleie und die seltene Quappe sind die Hauptzielfische.

Achtung beim Spreewald: In den Naturschutzzonen gelten strenge Regeln. Nachtangeln ist in vielen Bereichen verboten, und manche Fließe sind für Angler komplett gesperrt. Informier dich vorher beim zuständigen Verein.

Außerhalb des Spreewalds bietet die Spree zwischen Cottbus und Beeskow solides Raubfischangeln. Die Spreekarte kostet faire 5 EUR.

Oder und Oder-Neiße

Die Oder ist das am meisten unterschätzte Angelgewässer in Brandenburg. Als deutsch-polnisches Grenzgewässer hat sie deutlich weniger Angeldruck als die Havel — und der Fischbestand ist der Wahnsinn.

Die Buhnenfelder bei Frankfurt (Oder) sind ein Zander-Paradies. Mit 14 bis 20 Gramm Jigköpfen und Gummifischen fängst du hier an einem guten Tag zweistellig. Welse über einen Meter sind keine Seltenheit, und in den tieferen Kolken stehen oft Karpfen zwischen den Buhnensteinen.

Der sandige Untergrund minimiert Hänger — für Spinnfischer ein echter Vorteil. Die Große Oderangelkarte kostet 40 EUR und lohnt sich absolut.

Seen: Scharmützelsee, Stechlinsee, Werbellinsee

Die Brandenburger Seen sind eine Klasse für sich:

Scharmützelsee (1.200 Hektar): Rund 60 Kilometer südöstlich von Berlin gelegen, wurde er zweimal zum Lieblingssee Deutschlands gewählt. Hecht, Zander, Barsch, Aal und Karpfen — hier ist alles drin. Gut vom Ufer zu beangeln, aber mit Boot noch besser.

Werbellinsee: 55 Meter tief, kristallklares Wasser. Einer der tiefsten Seen Brandenburgs. Hier schwimmen Maränen, die du sonst nur in Alpenseen findest. Mit der Spinnrute sind die Barsche hier das Highlight — klares Wasser bedeutet sichtbare Jagdszenen.

Schwielowsee: Teil der Havelseenkette bei Potsdam. Gute Wasserqualität, umgeben von Kiefernwäldern. Hecht, Zander und Barsch sind die Hauptzielfische. Ideal, wenn du von Berlin aus einen schnellen Trip machen willst.

Kanäle: Oder-Havel-Kanal, Finowkanal

Kanäle werden oft unterschätzt — zu Unrecht. Der Oder-Havel-Kanal (54 km) verbindet Oder und Havel und bietet brauchbares Zander- und Barschangeln, besonders in den Kurven und an Einmündungen.

Mein Geheimtipp: der Finowkanal. 32 Kilometer lang, der älteste noch schiffbare Kanal Deutschlands. Durch die natürlichen Strukturen — Schilf, Totholz, überhängende Bäume — ist er ein fast perfekter Fischlebensraum. Hechte stehen hier an jeder zweiten Ecke.

Der Oder-Spree-Kanal (85 km) ist ideal für Ansitzangler. Leicht erreichbare Uferzonen, perfekt zum Feedern auf Weißfische und Brassen.

Angelkarten und Erlaubnisscheine in Brandenburg

Beispiel einer Angelkarte für Brandenburger Gewässer – der Erlaubnisschein ist Pflicht beim Angeln in Brandenburg

Ohne Angelkarte geht in Brandenburg gar nichts — auch nicht beim Friedfischangeln ohne Fischereischein. Hier der komplette Überblick.

Verbandsgewässer: DAV-Karte

Der LAVB bewirtschaftet mit 96.000 Mitgliedern in über 1.400 Vereinen rund 16.000 Hektar Gewässerfläche. Wer Mitglied in einem LAVB-Verein ist (durchschnittlicher Jahresbeitrag: ca. 85 EUR), kann alle Verbandsgewässer befischen.

Darüber hinaus gibt es Austauschkarten mit anderen Landesverbänden: Mecklenburg-Vorpommern (10 EUR), Sachsen (10 EUR), Sachsen-Anhalt (10 EUR), Thüringen (5 EUR) und Berlin (5 EUR). Damit erweitert sich dein Radius enorm.

Private und kommunale Gewässer

Nicht alle Gewässer in Brandenburg gehören zum LAVB. Viele Seen und Teiche sind in privater Hand oder werden von lokalen Fischereigenossenschaften bewirtschaftet. Hier brauchst du eine separate Erlaubniskarte, die du direkt beim Pächter oder beim örtlichen Angelverein bekommst.

Erkundige dich immer vorher, wer die Fischereirechte an deinem Zielgewässer hält. Das spart Ärger am Wasser.

Online-Angelkarten kaufen

Die Zeiten, in denen du samstags um 6 Uhr vor dem Angelladen stehen musstest, sind vorbei. Der LAVB verkauft Angelkarten über seinen Online-Shop. Tages- und Wochenkarten kannst du dort bequem von zu Hause bestellen.

Zusätzlich bieten Plattformen wie Hejfish und Fiskado Angelkarten für ausgewählte Brandenburger Gewässer an. Praktisch für spontane Trips.

Preise und Laufzeiten

Kartentyp Preis Erwachsene Preis Jugend
Tagesangelkarte LAVB 13,00 € 5,00 €
Wochenangelkarte LAVB 25,00 € 10,00 €
Nachtangelberechtigung 13,00 € 5,00 €
Große Havelkarte (Jahr) 80,00 €
Kleine Havelkarte 7,50 €
Große Oderangelkarte 40,00 € 10,00 €
Spreekarte 5,00 €
Salmonidenjahresberechtigung 50,00 €
Fischereiabgabe (jährlich) 12,00 € ab 14 J.: 12,00 €
Fischereiabgabe (5 Jahre) 40,00 €

Quelle: LAVB Angelkarten, Stand 2026.

Neu seit 2026: Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren sind von der Fischereiabgabe befreit (Landkreis Oder-Spree).

Fischereiregeln in Brandenburg: Was du wissen musst

Brandenburg hat ein eigenes Fischereigesetz — und einige Regelungen, die sich deutlich von anderen Bundesländern unterscheiden.

Brandenburgisches Fischereigesetz im Überblick

Das Brandenburgische Fischereigesetz (BbgFischG) und die zugehörige Fischereiordnung (BbgFischO) regeln alles, was du am Wasser beachten musst (Fischereiordnung Brandenburg):

  • Raubfischangeln: Fischereischein erforderlich, maximal 2 Handangeln oder 1 Spinn-/Flugangel
  • Friedfischangeln ohne Schein: Maximal 2 Handangeln, einschenkliger Haken, natürliche Köder
  • Ständige Beaufsichtigung: Du musst bei deinen Angeln bleiben
  • Mindestabstand: 50 Meter zu Berufsfischerei-Anlagen
  • Angelzelt: Maximal 12 Stunden an einer Stelle
  • Fangbegrenzung Aal: 5 pro Tag in geschlossenen Gewässern, 3 pro Tag in verbundenen Gewässern
  • Tötung: Tierschutzgerecht durch Betäubung und Herzstich

Nachtangelverbot? Regelung in Brandenburg

Gute Nachricht: In Brandenburg gibt es kein generelles Nachtangelverbot. Du darfst grundsätzlich auch nachts angeln — brauchst dafür aber eine zusätzliche Nachtangelberechtigung (13 EUR bei LAVB-Gewässern).

Einschränkungen: Mit einer Tagesangelkarte allein darfst du nicht nachts angeln. In Naturschutzgebieten wie Teilen des Spreewalds ist Nachtangeln untersagt. Einzelne Gewässer können eigene Regelungen haben — schau vor dem Trip immer in die Gewässerordnung.

Gewässerordnung und Befahrensregeln

Wer mit dem Boot angeln will, muss ein paar Dinge beachten: Elektromotoren sind bis maximal 1 kW erlaubt. Auf Bundeswasserstraßen gelten zusätzlich die Befahrensregeln der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. In Naturschutzgebieten ist die Befahrung mit Motorbooten oft komplett verboten.

Mein Tipp: Ein Belly-Boot oder Kajak ist auf vielen Brandenburger Gewässern die bessere Wahl. Kein Lärm, kein Führerschein, und du kommst an Stellen, die vom Ufer unerreichbar sind.

Angeln an der Havel: Ein Gewässer-Guide

Die Havel bei Potsdam mit breitem Flusslauf, Uferweiden und grüner Landschaft – einer der beliebtesten Angelflüsse in Brandenburg

Die Havel verdient einen eigenen Abschnitt — den ausführlichen Havel-Guide findest du separat. Sie ist für mich das produktivste Raubfischgewässer in Brandenburg — und ich kenne kaum einen Angler aus der Region, der das anders sieht.

Obere Havel: Von Zehdenick bis Oranienburg

Die Obere Havel ist schmal, verwinkelt und voller Überraschungen. Zwischen Zehdenick und Liebenwalde findest du naturbelassene Abschnitte mit überhängenden Bäumen, Seerosenfeldern und Schilfkanten. Hechte stehen hier klassisch in der Deckung — ein Paradies für Sichtangler mit dem Frosch oder Gummifisch.

Der Bereich um Oranienburg wird durch den Oder-Havel-Kanal beeinflusst. Hier mischt sich Kanalwasser mit Havelwasser, was zu guten Barsch- und Zanderbeständen führt.

Mittlere Havel: Potsdam und Brandenburg an der Havel

Das Herzstück. Die Mittlere Havel zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel bietet alles: breite Flussabschnitte, Seeaufweitungen (Schwielowsee, Templiner See), Altarme und den Übergang ins Plauer Seengebiet.

Hier fängt man im Frühjahr die ersten Zander an den Steinpackungen. Im Sommer stehen die Hechte in den Seerosenfeldern der Altarme. Im Herbst ist Drop-Shot auf Barsch an den Havelbrücken ein absoluter Knaller. Und wer im Winter die tiefen Rinnen findet, fängt auch bei 2 Grad Wassertemperatur.

Der Breitlingsee und der Plauer See sind vom Ufer gut zugänglich und bieten zahlreiche Angelplätze. Wer ein Boot hat, kann die Inseln und Buchten abfischen, die vom Ufer unerreichbar sind.

Untere Havel: Naturparadies im Westen

Westlich von Brandenburg an der Havel wird die Havel breiter, langsamer und wilder. Das Naturschutzgebiet Untere Havel ist eines der größten zusammenhängenden Flussauengebiete Mitteleuropas.

Angeln ist hier nur eingeschränkt möglich — aber wo es erlaubt ist, ist der Fischbestand hervorragend. Hechte über einen Meter sind dokumentiert. Der Bereich um Pritzerbe und Rathenow lohnt sich besonders.

Wichtiger Hinweis: Informier dich vorher über die aktuellen Betretungsregelungen im Naturschutzgebiet. Manche Uferbereiche sind saisonal gesperrt.

Angeln ohne Angelschein in Brandenburg?

Ja, das geht — und das ist einer der größten Pluspunkte dieses Bundeslandes. Seit 2006 erlaubt Brandenburg das Friedfischangeln ohne Fischereischein (MLEUV Brandenburg, LELF Broschüre).

Die Regeln im Detail:

  • Mindestalter: 8 Jahre
  • Erlaubte Geräte: Maximal 2 Friedfischhandangeln mit einschenkligem Haken
  • Erlaubte Köder: Teig, Getreide, Mais, Maden, Würmer (pflanzliche und tierische Köder)
  • Verboten: Kunstköder, Köderfische, Wirbeltierköder, Mehrfachhaken
  • Pflicht: Gültige Angelkarte für das Gewässer + Fischereiabgabenachweis (ab 14 Jahren: 12 EUR/Jahr)

Das bedeutet: Du kannst ohne Schein angeln — einfach an einen Brandenburger See fahren, dir eine Tagesangelkarte für 13 EUR holen und auf Karpfen, Schleie, Brassen oder Plötze angeln. Für Familien mit Kindern ist das genial.

Wer aber auf Raubfische wie Hecht, Zander oder Barsch will, braucht den Angelschein. Die Fischerprüfung kostet 25 EUR, der lebenslange Fischereischein nochmal 25 EUR — plus Vorbereitungskurs (87–150 EUR je nach Anbieter). Gesamtkosten: 137–200 EUR.

Schonzeiten und Mindestmaße in Brandenburg

Schonzeiten und Mindestmaße sind in der Brandenburgischen Fischereiordnung (BbgFischO) festgelegt (BbgFischO, Schonzeiten-Übersicht).

Übersicht aller Schonzeiten

Fischart Schonzeit Mindestmaß
Hecht 01.02.–31.03. 45 cm
Zander 01.04.–31.05. 45 cm
Rapfen 01.04.–30.06. 40 cm
Bachforelle 16.10.–15.04. 30 cm
Äsche 01.12.–31.05. 30 cm
Barbe 01.05.–31.07. 40 cm
Zope 01.03.–31.05. 20 cm
Aal keine Schonzeit 50 cm
Karpfen keine Schonzeit 35 cm
Schleie keine Schonzeit 25 cm
Quappe keine Schonzeit 30 cm
Aland keine Schonzeit 30 cm
Kleine Maräne keine Schonzeit 15 cm

Quelle: BbgFischO, Stand 2026.

Mindestmaße der wichtigsten Fischarten

Die Mindestmaße in Brandenburg weichen teilweise von anderen Bundesländern ab. Hecht und Zander haben hier ein Mindestmaß von 45 cm — in manchen Bundesländern liegt es bei 50 cm. Der Aal hat mit 50 cm ein vergleichsweise hohes Mindestmaß, was angesichts der bedrohten Bestände sinnvoll ist.

Wichtig: Fische, die während der Schonzeit oder untermaßig gefangen werden, müssen sofort schonend zurückgesetzt werden. Kein Foto, kein Wiegen — direkt zurück ins Wasser.

Besondere Regelungen an Einzelgewässern

Einzelne Gewässer können strengere Regeln haben als die Landesverordnung. Beispiele:

  • Stepenitz: Als Salmonidengewässer gelten besondere Schonzeiten und Mindestmaße für Bachforelle und Meerforelle
  • Spreewald-Schutzzonen: Eingeschränkte Fangzeiten, Nachtangelverbot
  • Pachtgewässer lokaler Vereine: Oft eigene Fanglimits oder Entnahmefenster (z.B. Hechte nur zwischen 50 und 75 cm entnehmen)

Schau immer in die Gewässerordnung deines Zielgewässers. Die hängt meistens am Parkplatz aus oder steht auf der Website des Vereins.

Tipps für den perfekten Angel-Trip nach Brandenburg

Angler am Ufer eines Brandenburger Sees bei Sonnenuntergang – Angeln in Brandenburg bietet Naturerlebnis pur

Nach 13 Jahren am Brandenburger Wasser hier meine wichtigsten Praxis-Tipps:

Anreise und Unterkunft:

  • Von Berlin aus erreichst du die besten Gewässer in 30–90 Minuten. Die Havel bei Brandenburg an der Havel ist über die A2/B1 in einer Stunde erreichbar.
  • Ferienwohnungen direkt am Wasser gibt es an fast jedem größeren See. Das Plauer Seengebiet und der Scharmützelsee haben die beste Infrastruktur.
  • Campingplätze mit Wasserzugang sind in Brandenburg zahlreich und oft günstig.

Ausrüstung:

  • Eine Medium-Spinnrute (2,40 m, 10–40 g WG) deckt 80 Prozent der Brandenburger Gewässer ab
  • Gummifische in 10–14 cm und Jigköpfe von 7–21 g sind der Standard für Zander und Barsch
  • Für die Havel: Wobbler und Swimbaits für Hecht, Drop-Shot für Barsch
  • Für Friedfischangler: Posenrute oder Feederrute, Maden und Mais als Köder reichen

Beste Zeiten:

  • Frühling (April–Mai): Raubfische nach der Schonzeit aggressiv, Karpfensaison startet
  • Sommer (Juni–August): Aalangeln in den warmen Nächten, Oberflächenangeln auf Rapfen
  • Herbst (September–November): Beste Raubfischzeit, Hechte und Zander auf dem Weg in die Winterquartiere
  • Winter (Dezember–März): Zanderangeln in tiefen Rinnen, Quappe in fließenden Gewässern

Nicht vergessen:

  • Fischereiabgabemarke (12 EUR/Jahr) — ohne die ist jede Angelkarte ungültig
  • Personalausweis (bei Kontrollen durch die Fischereiaufsicht)
  • Maßband und Schlagholz — Pflichtausstattung

Häufig gestellte Fragen zum Angeln in Brandenburg

Kann man in Brandenburg ohne Angelschein angeln?

Ja, in Brandenburg darf man seit 2006 ohne Fischereischein auf Friedfische angeln. Das ist deutschlandweit einzigartig. Erlaubt sind maximal zwei Friedfischhandangeln mit einschenkligem Haken und natürlichen Ködern wie Teig, Mais, Maden oder Würmern. Kunstköder und Köderfische sind verboten. Voraussetzung: Man muss mindestens 8 Jahre alt sein, eine gültige Angelkarte für das jeweilige Gewässer besitzen und ab 14 Jahren die Fischereiabgabe (12 EUR pro Jahr) entrichtet haben. Wer auf Raubfische wie Hecht, Zander oder Barsch angeln möchte, braucht hingegen einen Fischereischein nach bestandener Fischerprüfung.

Was kostet eine Angelkarte in Brandenburg?

Die Preise für Angelkarten beim Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) staffeln sich wie folgt: Eine Tagesangelkarte kostet 13 EUR (Jugend: 5 EUR), eine Wochenangelkarte 25 EUR (Jugend: 10 EUR). Für spezielle Gewässer gibt es Sonderkarten: Die Große Havelkarte kostet 80 EUR, die Große Oderangelkarte 40 EUR, die Spreekarte 5 EUR. Zusätzlich fällt eine Nachtangelberechtigung von 13 EUR an. Hinzu kommt die jährliche Fischereiabgabe von 12 EUR (oder 40 EUR für fünf Jahre). LAVB-Mitglieder zahlen einen durchschnittlichen Jahresbeitrag von 85 EUR und können alle Verbandsgewässer befischen.

Welche Fische gibt es in Brandenburg?

Brandenburg bietet mit über 3.000 Seen und 30.000 Kilometer Fließgewässern Lebensraum für rund 20 Hauptfischarten. Zu den beliebtesten Zielfischen zählen Hecht, Zander, Barsch und Aal bei den Raubfischen sowie Karpfen, Schleie, Brasse und Plötze bei den Friedfischen. In der Havel und Oder kommen zudem kapitale Welse und Rapfen vor. Besondere Gewässer wie die Stepenitz führen sogar Bachforellen und aufsteigende Meerforellen. In den Spreewaldgewässern leben Döbel, Barben und Quappen. Die Oder ist bekannt für ihren Reichtum an Zandern und Welsen in den Buhnenfeldern.

Wann ist Schonzeit in Brandenburg?

Die wichtigsten Schonzeiten in Brandenburg gemäß Fischereiordnung (BbgFischO): Hecht vom 1. Februar bis 31. März (Mindestmaß: 45 cm), Zander vom 1. April bis 31. Mai (Mindestmaß: 45 cm), Rapfen vom 1. April bis 30. Juni (Mindestmaß: 40 cm), Bachforelle vom 16. Oktober bis 15. April (Mindestmaß: 30 cm) und Äsche vom 1. Dezember bis 31. Mai (Mindestmaß: 30 cm). Für Aal (50 cm), Karpfen (35 cm) und Schleie (25 cm) gibt es keine Schonzeit, aber Mindestmaße. Während der Schonzeit gefangene Fische müssen sofort schonend zurückgesetzt werden.

Wo kann man in Brandenburg am besten angeln?

Brandenburg gehört zu den gewässerreichsten Bundesländern Deutschlands. Top-Reviere: Die Havel zwischen Ketzin und Brandenburg an der Havel mit zahlreichen Flussschleifen, Inseln und Altarmen bietet hervorragendes Raubfischangeln auf Hecht, Zander und Wels. Das Plauer Seengebiet mit Breitlingsee und Plauer See ist ideal für Uferangler. Die Oder bei Frankfurt ist ein Hotspot für Zander und Wels in den Buhnenfeldern. Der Spreewald lockt mit über 970 km Wasserläufen zum Friedfisch- und Aalangeln. Top-Seen sind der Scharmützelsee (1.200 ha), Schwielowsee und Werbellinsee. Die Stepenitz gilt als bestes Salmonidengewässer Brandenburgs.

Braucht man in Brandenburg einen Fischereischein?

Das hängt von der Angelart ab. Für das Friedfischangeln mit natürlichen Ködern (Teig, Mais, Würmer, Maden) benötigt man in Brandenburg keinen Fischereischein. Man braucht lediglich eine Angelkarte für das Gewässer und ab 14 Jahren den Nachweis über die bezahlte Fischereiabgabe (12 EUR/Jahr). Für das Raubfischangeln mit Kunstködern, Spinnrute oder Köderfisch ist jedoch ein Fischereischein Pflicht. Dafür muss man die Fischerprüfung bestehen (Prüfungsgebühr: 25 EUR) und den Fischereischein beantragen (25 EUR, lebenslang gültig). Die Gesamtkosten inkl. Vorbereitungskurs liegen bei 137 bis 200 EUR.