Tailwalk Del Sol S632L im Test

Vor einer inzwischen schon nicht mehr ganz so kleinen Weile habe ich Marco mal versprochen, ihm ein Review zu einer ganz bestimmten Rute zu schreiben. Seine hat er leider schon länger nicht mehr, ich dagegen habe sie „damals“ im Nippon […]

Vor einer inzwischen schon nicht mehr ganz so kleinen Weile habe ich Marco mal versprochen, ihm ein Review zu einer ganz bestimmten Rute zu schreiben. Seine hat er leider schon länger nicht mehr, ich dagegen habe sie „damals“ im Nippon Tackle Gewinnspiel gewonnen und bis heute in meinem Besitz behalten:

Die Tailwalk Del Sol! Die Del Sol Serie ist vielen sicherlich ein Begriff als eine der Castingruten auf dem deutschen Markt, die BC Einsteigern ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, wie man es von anderen Rutenserien auf dem deutschen Markt kaum kennt. Aber nicht nur für die Baitcasterei bietet das Del Sol Lineup schöne Ruten, auch die Spinnings des japanischen Herstellers können sich sehen lassen.

Ich hatte von Fabian die freie Auswahl erhalten, welche Del Sol ich haben möchte und entschied mich für die zweiteilige Variante mit einem angegebenen Köderspektrum bis 7g (Del Sol 632L). Normalerweise bin ich ein Freund einteiliger Angelruten, allerdings hatte ich bis dato noch keine Rute für meine wenigen Hausgewässer, die neben den für mich uninteressanten Weißfischen ausschließlich Barsche beherbergen, und die ich bequem auf dem Fahrrad mit mir führen kann.

Diese Anforderung konnte die Del Sol mit einer Transportlänge von 98cm und dem im Lieferumfang enthaltenen Futteral klar erfüllen. Geliefert wurde die Rute zudem mit einem Hartplastikrohr aus dem Baumarkt, dass sich gut für Transporte im vollen Auto, Zug oder sonst wo eignet.

Angelruten im Test: Tailwalk Del Sol 632L

Angelruten im Test: Tailwalk Del Sol 632L

Die Verarbeitung gefiel mir von Anfang an größtenteils gut. Alle Ringwicklungen sind sauber und gleichförmig, es sind keine Klebereste zu finden und der Duplongriff fühlt sich äußerst angenehm und wertig an. Lediglich der Rollenhalter trübt das Bild minimal, da hier keine (sichtbare) Lackierung oder Ähnliches verwendet wurde was einen Eindruck von Plastik vermittelt.

Der Blank ist bis auf ein Teilstück kurz vor dem Rollenhalter und im Split Grip unlackiert. Einerseits spart dies Gewicht ein und sieht meiner Meinung nach auch gut aus, andererseits ist die Rute auf Grund dessen jedoch anfällig für Kratzer und meine Rute sammelte schnell einige Narben. Die Steckverbindung ist stabil und unauffällig und macht bis heute keine Probleme.

Bei meinem ersten Test am Wasser gefiel mir die Rute auf Anhieb hervorragend. Die Combo aus Del Sol S632L und Shimano Rarenium Ci4 2500FA passt gut zusammen. Da die Griffsektion so gestaltet ist, dass man die Rute vor der Rolle greift, ist die Combo bei normaler Haltung ein wenig hecklastig, was dazu führt, dass das Jiggen von Kleinstködern wie von selbst von der Hand geht.

Am ersten Testtag musste die Rute zeigen, was sie kann: Ich probierte mich durch meine Wobbler und auch so gut wie jeder Barschgummi in meiner Box musste ran. Das Spektrum schien zunächst vom Pointer 48 (etwas Kleineres besitze ich nicht) bis zum SQ67DD zu reichen, der allerdings wirklich die Obergrenze zu sein schien. Anfänglich war ich auch von der Bandbreite der Rute bezüglich der Nutzung von Softbaits begeistert.

Ich fischte Jigs von 2-5g mit Ködern wie den Keitech Swing Impacts in 2-3“, Shad Impacts und Easy Shiner der 3“ Klasse und kleine Sakura Slit Shads. Was mir sofort auffiel ist die ausgezeichnete Sensibilität der Rute! Trotz Zweiteilung merkt man bei der Del Sol einfach jeden Zupfer, jedes Antocken und selbst die feinsten Fehlbisse. Lediglich für Dropshot Rigs war mir die Rutenspitze zu Anfang zu hart. Auch dazu später mehr.

Angelruten im Test: Tailwalk Del Sol 632L

Angelruten im Test: Tailwalk Del Sol 632L

Innerhalb der ersten vier Tage in meinem Besitz brachte die Rute mir mehr Fische als in den Wochen zuvor und sogar wirklich schöne Fische, darunter einige Dickbarsche bis 40cm. Zu dieser Zeit nahm ich die Rute mit an Waldseen, städtische Kanäle und die Außenalster und lernte dort die Teilung besonders im Metronom und in der U/S-Bahn zu schätzen. In nächster Zeit begleitete mich die Rute auf den Großteil meiner Angelausflüge. Dabei fiel mir schon nach zwei Wochen das erste Mal auf, dass der Blank begann, sich zu verändern.

Die Spitze wurde deutlich weicher und die Biegung des Blanks im Drill wurde stärker. Dennoch blieb die Del Sol eine meiner Lieblingsruten. Meine Exemplar veränderte sich bis heute so weit, dass ich das Maximum an Hardbaits heute auf den 61er Squirrel von Illex festsetzen würde und 5g Jigs nur noch bei Ködern die wenig bis garkeinen Druck erzeugen, verwende. Ideale Jig- und Bulletgewichte liegen jetzt bei etwa 3g.

Einerseits gefällt mir diese Veränderung nicht besonders. Andererseits bewirkte diese Veränderung eine verbesserte Eignung für Wacky und DS Rigs. Wacky fische ich sehr wenig bis garnicht. Dropshot ist allerdings im Winter meine absolute Lieblingstechnik. Die weiche Spitze zeigt zuverlässig jeden Zupfer an und geht bei Ansaugbissen ein wenig mit, sodass man kaum Fehlbisse kassiert. Ich hatte im Winter eine extrem niedrige Fehlbissquote trotz sehr zurückhaltender Bisse und vorsichtiger Fische. Dafür eignet sich die Del Sol hervorragend!

Insgesamt gefällt mir die Tailwalk Del Sol S632L gut und ich halte sie für eine schöne Barsch- oder Forellenrute. Allerdings sollte die Kennzeichnung der Del Sol S632L meiner Meinung nach geändert werden. Zu Anfang hat man sicherlich eine schöne 7g Rute, jedoch wird diese durch die Nutzung zwangsläufig zu einer Rute, die ich eher als 5g Rute klassifizieren würde. Eine derartige Veränderung sollte in diesem Preisbereich eigentlich nicht vorkommen. Nichtsdestotrotz halte ich die Del Sol S632L für eine Hervoragende Dropshotrute, die auch beim Fischen mit anderen Kleinstködern eine gute Figur macht.

Tight Lines,
Eric

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