Der ein oder andere bekommt vermutlich sofort eine Erpelpelle, wenn das Kickback Rig zur Sprache gebracht wird. Das Rig sorgte schon vor einigen Monaten für erhitzte Gemüter. Grund des öffentlichen Ärgernisses waren Bezeichnung und Erfinder. Ich belasse es an dieser Stelle einfach bei „Kickback Rig“ und kümmere mich im heutigen Artikel einzig und allein um Material, Bindeanleitung, Vorteile, Nachteile und ein paar Tipps zum Umgang mit dem Rig. Ohne viel Geschwafel geht es auch direkt los.

Material, Montage, Anleitung, Köder & Tipps

Kickback Rig

Kickback Rig

Material

Man kann seinem Basteltrieb freien Lauf lassen, oder es für den Anfang entspannt angehen lassen. Ich fange mit letzterer Variante an. Folgende Materialien werden benötigt:

– 1 Meter Fluorocarbon-Schnur
– 1 Drop Shot Haken, oder Wide Gap Offset Haken
– 1 Drop Shot Gewicht

Kickback Rig - Material zum binden

Kickback Rig - Material zum binden

Anleitung

Damit ihr nicht komplett ins Leere hinein bastelt und eine Vorstellung davon bekommt, wie es am Ende aussehen kann, folgt auf der Slideshow zuerst die fertig montierte Variante des Kickback Rigs. Danach geht es Schritt für Schritt zum fertigen Rig. Wenn ihr eine Folie stoppen möchtet, dann lasst den Mauszeiger einfach über dem gewünschten Bild stehen. Navigiert wird mit den kleinen Pfeilen rechts und links über dem Bild. Diese sind aber nur zu sehen, wenn ihr mit dem Mäuschen drüber seit. Unter der Slide Show sind 10 graue Punkte, damit können die Folien direkt angesteuert werden.

Das Kickback Rig - Montageanleitung

Vorteile

Sofern man sich beim Kickback Rig auf die wesentlichen Bestandteile konzentriert, ist die Montage innerhalb kürzester Zeit und mit einem minimalen Zeitaufwand zusammengebaut. Die benötigten Materialien befinden sich eigentlich in jeder gut sortierten Tacklebox. Die Wurfeigenschaften sind hervorragend, sofern man Shads mit schmaler Bauform, oder kleine Creature Baits wie den 3er Hog Impact wählt. Ist das Rig einmal im Wasser kann es sehr Variantenreich und auch im Flachwasser geführt werden. Über den Boden schleifen, zupfen, jiggen, zittern – es gibt fast nichts, was nicht funktioniert.

Die Barsche werden mit Sicherheit drauf abfahren und auch der Zander wird dem Kickback Rig vermutlich nicht lange widerstehen können. Das Beste zum Schluss. Wirklich beeindruckend ist die extrem lange Absinkphase des Köders. Wenn der Haken sehr leicht gewählt, und der Seitenarm etwas länger gebunden wird, taumelt der Softbait schön langsam nach unten. Wie gut das funktioniert könnt ihr in Session 8 in der Kategorie Trips nachlesen.

Nachteile

Die Bisserkennung gestaltet sich beim Kickback Rig etwas schwierig. Ob das Konstruktionsbedingt ist, oder an meinem Setup und den Rahmenbedingungen lag wird sich in Zukunft zeigen. Einige Bisse habe ich bis in den Griff gespürt, andere wiederum gar nicht, bzw. erst als ich gekurbelt habe und der Fisch sich selbst gehakt hat. Konzentriert man sich voll auf Schnur/Schnurbogen wird die ganze Sache viel einfacher und die Bisse sind gut zu erkennen. Weiterhin unangenehm aufgefallen ist, dass das Rig alle paar Würfe enttüddelt werden muss, da sich der Seitenarm vom Köder gerne mal um den vom Gewicht wickelt.

Tipps

Wenn die Absinkphase der Softbaits noch weiter verlangsamt werden soll, helfen sehr leichte Haken und Köder die nicht wie ein Stein auf den Boden plumpsen. Das war im übrigen der Grund, weshalb ich keinen Standard Drop Shot, sondern den Wide Gap Offset „Decoy Tournament Worm 11 #2“ Haken gewählt habe. Der Winzling wiegt 0.12gr. und hält im Nose-Hook Verfahren vom 2er bis 5er Shad Impact alles wonach einem der Sinn steht.

Owner vs. Decoy Haken

Owner vs. Decoy Haken

Solltet ihr die dünndrahtigen Decoy Haken verwenden, dann nehmt sicherheitshalber noch eine Packung Final Keeper mit. Der Haken schneidet eure Softbaits sonst der Länge nach auf sobald auch nur daran genuckelt wird. Für die Extremisten: Wenn es noch etwas langsamer gehen soll gilt: Je länger der Seitenarm für den Köder, um so länger die Absinkphase. Dann aber definitiv den Schnurbogen im Auge behalten, sonst merkt ihr nämlich keinen Biss mehr. Wenn ihr alle Register gezogen habt und das Kickback Rig incl. Köder dem Leichtbauwahn zum Opfer gefallen ist, dann im Flachwasser mitzählen und schauen wie lange die Baits brauchen, um auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Die Bisse kommen natürlicch primär genau in dieser Phase und es wäre wirklich schade die nicht voll auszunutzen.

Fazit

Ich stehe unheimlich auf Rigs die dem Köder das Maximum an Spielraum geben und ihn fast schwerelos zu Boden taumeln lassen. Ob das Kickback Rig „meinem“ Carolina Rig den Rang ablaufen wird, wird sich zeigen. Bis hierhin ist einzig die mäßige Bisserkennung als schlecht zu bewerten, ansonsten gibt’s nichts zu meckern. Zum Abschluss gibt es noch ein Blümchen für Johannes. Ohne Ihn hätte ich das Kickback Rig vermutlich erst in 20 Jahren entdeckt, oder durch Zufall selbst zusammengebastelt. Egal wie es heißt, egal wer es erfunden hat – es funktioniert und dit reicht mir.

Blumen für Johannes

Blumen für Johannes

Ich mache mich jetzt auf den Weg zur 10. Session und werde die verbleibenden 4 Stunden das Kickback Rig den Barschen zum Fraße vorwerfen. Ich wünsche euch viel Spaß beim basteln!