Der Barschgriff – Besser Barschangeln mit der Handlandung

Die Diskussion um den Barschgriff ist, inklusive ihrer Auswüchse in Richtung schonend oder nicht, mindestens so alt wie das Thema Catch & Release an sich. In Zeiten in denen Angler von Tierrechtsorganisationen vor den Kadi geschliffen werden und sich das „moderne“ Raubfischangeln […]

Die Diskussion um den Barschgriff ist, inklusive ihrer Auswüchse in Richtung schonend oder nicht, mindestens so alt wie das Thema Catch & Release an sich. In Zeiten in denen Angler von Tierrechtsorganisationen vor den Kadi geschliffen werden und sich das „moderne“ Raubfischangeln als Sportart mit interdisziplinären Fähigkeiten positionieren möchte, ist die treibende Gedankenkraft hinter dem Griff ins Barschmaul gut & richtig!

Bereinig man die Diskussionen in den öffentlich zugänglichen Foren auf das Wesentliche am Barschgriff, spielt es am Ende keine Rolle mehr ob der Fisch einer antiqierten Gesetzeslage entsprechend verwertet wird oder ob es dem glücklichen Barschangler nur darum ging, sein Traumschiff möglichst gut in Szene zu setzen. Entscheidend ist einzig und allein die Motivation den Barsch so schonend wie möglich zu behandeln und die Frage danach, ob der Barschgriff als Mittel zum Zweck der Darstellung gerechtfertigt ist.

Barschgriff mit Finger / Hand zur Unterstützung

Barschgriff mit Finger / Hand zur Unterstützung

Die amerikanischen Schwarzbarschangler haben die Debatte um den Lip Grip längst hinter sich gebracht und durchliefen bis zur Lösung alle Stadien die wir in Deutschland beim Thema Barschgriff jährlich wiederkehrend durchkauen. Vom plakativen „The Lip Grip is Out!“ bis hin zum finalen Status „Holding the bass right“ war alles dabei. Am Ende sind sich jedoch alle einig: Wenn der Lip Grip zum Einsatz kommt und der Fisch aus dem Wasser gehoben werden muss, dann schonend nach dem „Vertical Lip Grip“ Prinzip.

Nur wenn es sich nicht anders bewerkstelligen lässt und bestimmte Rahmenbedingungen wie das Gewicht berücksichtigt werden, kann auch der „Horizontal Lip Grip“ genutzt werden. Der folgenden Grafik (Artikel „The Lip Grip is out!“) lässt sich recht gut entnehmen, warum die horizontale Version die zweite Wahl ist und welches Verletzungsrisiko für den Fisch besteht.

Verletzungsrisiko beim Horizontal ausgeführten Lip Grip / Barschgriff

Verletzungsrisiko beim Horizontal ausgeführten Lip Grip / Barschgriff

Unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Barsch und Schwarzbarsch ergeben sich noch ein zudem noch weitere Besonderheiten, bevor wir Perca fluviatilis sorgenfrei ins Barschmaul greifen können. Grundsätzlich gilt es natürlich den Fisch nach Möglichkeit immer direkt im Wasser abzuhaken und den Kontakt zur Schleimhaut so gut es geht zu vermeiden. Dafür eignet sich der Barschgriff hervorragend. Denn er bietet genügend Kontrolle um den Haken zappelfrei entfernen zu können.

Daumen von innen auf die Unterlippe. Zeigefinger von außen direkt darunter. Festhalten, abhaken und zum Abschied winken. Fertig!

Sobald der Barsch aus dem Wasser gehoben werden muss, ist zu bedenken das sich die Muskulatur rund um Kiefer und Nacken der einheimischen Flussbarsche wesentlich filigraner gestaltet, als beim Schwarzbarsch der Fall ist. In diesem Fall sollte immer die zweite Hand oder zumindest der abgespreizte Finger zur Stelle sein, um den Barsch bauchseitig zu stützen. Alternativ gibt es natürlich noch ein paar andere Möglichkeiten, um den Barsch ins rechte Licht zu rücken.

Des Weiteren gilt es beim Barschgriff, das überdehnen der Kiefermuskulatur durch übermäßiges aufreißen der Barschklappe zu vermeiden und möglichst keine Drehungen im Helikopter-Style mit ihm zu veranstalten. Wie das aussieht durfte schon viel zu oft in Videos und auf zweifelhaften Fangbildern begutachtet werden. Beides kann zu übermäßiger Belastung der Muskulatur und schlimmstenfall zu inneren Verletzungen führen – Shitstorm vorprogrammiert!

Wer beim Barschangeln nach der Philosophie „Catch the dream, release the Fish“ lebt, darf seinen Gedanken im Kommentarfeld freien Lauf lassen und die Liste vervollständigen. Stay tuned!

  • Fisch schnell zurücksetzen
  • Angelhaken ohne Widerhaken verwenden (Barbless)
  • Wobbler auf Einzelhaken umrüsten
  • Fisch erst ab eine bestimmten Größe aus dem Wasser holen
  • Kontakt mit der Schleimhaut vermeiden, bzw. nur mit angefeuchteten Händen
  • Fotosessions möglichst kurz halten
  • Falls Kescher zum Einsatz kommen, dann spezielle gummierte Varianten