Wenn du nach einem erfolgreichen Angeltag den Heimweg antritts und das Grinsen in deinem Gesicht so breit ist, dass du dir links und rechts zwei Wimpel an die Mundwinkel tackern müsstest, dann hast du alles richtig gemacht! Gestern war wieder einer dieser Tage, an dem die Glückshormone über den See hallten.

Zwar standen für den Angeltag nur noch drei abendliche Beisszeitstunden zwischen 18 und 21 Uhr zur Verfügung, aber das störte nicht weiter. Mein Urlaubsziel „Jeder Tag ist Angeltag“ war erreicht und wurde von der Havel insofern belohnt, als das sie mir den Barsch im Minutentakt entgegen spuckte. Das allein wäre jedoch kein Grund euch mit Input zu überschütten, denn das eigentliche Highlight war der Griff in die hinterletzte Ecke meiner Tackle-Box.

No Risk. No Fun!

Wechseln wenns scheppert

Die Offenbarung am letzten Spot. Ein Wobbler räumt ab!

Die Offenbarung am letzten Spot. Ein Wobbler räumt ab!

Zunächst einmal solltet ihr wissen, dass ich bei der Planung meiner Ufer-Sessions fast immer mit einem klar definierten Ziel vor Augen ans Wasser fahre. Sprich, ich suche mir im Vorfeld den Zielfisch des Tages, die Spots, eine ganz bestimmte Methode und die dazu passenden Köder aus. So bleibt mein Watgepäck leicht und ich kann mich ohne zeitraubende Strategie- und Montagenwechsel voll auf das Angeln mit dieser einen Methode konzentrieren.

Das diese Art & Weise immer die Gefahr birgt, komplett am Fisch vorbei zu angeln, liegt auf der Hand. Aber hej, würde es mir nur um eine möglichst fette oder / und zahlreiche Ausbeute gehen, könnte ich vor allem dem Barschangeln mit ganz bestimmter Sicherheit nichts abgewinnen. Zudem würdet ihr hier im Blog über Jahre hinweg mit dämlichen Fischbildern und immer dem gleichen Einheitsbrei gefüttert werden. Dit brauch kein Schwein!

Barschangeln ist für mich mehr, als permanent den gleichen Erfolgsköder am immer gleichen Spot zu präsentieren. Barschangeln ist die Kombination aus Strategie, Einfallsreichtum, Flexibilität und dem Mut dazu, den Köder genau dann zu wechseln, wenns richtig scheppert. Könnt ja noch besser gehn (…)

Sollte ich nicht komplett daneben liegen, dann seid ihr zumindest im Ansatz der gleichen Meinung wie ich, denn wir haben mit Stand gestern wieder konstant die 1.000 Besucher am Tag geknackt! Danke dafür und nun wieder Back to Topic.

Hit & Run

Suchen, finden, dranbleiben

Eine Ladung Barschwobbler zum suchen, finden und dranbleiben

Eine Ladung Barschwobbler zum suchen, finden und dranbleiben

Für den gestrigen Tag war der Plan ganz einfach: Effektiv und mit maximalem Spaßfaktor auf Barsch angeln. Basierend auf den Erkenntnissen, dass die Gestreiften besonders in den Abendstunden nur noch träge auf unten rum geführte Gummiköder reagierten und bevorzugt in den oberen Etagen nach Hartplastik schnappten, wurden die zwei Brusttaschen meines Rückenknechts „Hardbait only“ bestückt. Ins hintere Gepäckabteil kam noch eine Ladung Wobbler die schon seit Ewigkeiten in der Restebox vor sich hin vegetierte. Wathose an und los!

Bei der Auswahl der Spots habe ich mich exklusiv auf die wirklich heißen Stellen konzentriert. Die Befeuerung erfolgt nach einem bewährten Muster: Barsche mit kleinen Searchbaits suchen und hoffentlich finden. War der Schwarm ausfindig gemacht, wurde auf Topwater-Baits für maximalen Spaß am Wasser umgestellt. Leider liefs mit Poppern und Stickbaits – egal in welcher Größe – gar nicht gut. Lag vermutlich am Wetterumschwung von „Sonne satt“ zu „bewölkt / gewittrig mit Böen“.

Nach dem dann so ziemlich alles was Rang & Namen hatte durchs Wasser gescheucht wurde und die Barsche auf getwitchtes besonders gut reagierten, sollten sich meine Wobbler aus dem hinteren Abteil beweisen. Natürlich am letzten, gemütlichsten und schlussendlich auch am ertragreichsten Spot des Tages.

Die Offenbarung

Ein Barschwobbler wie er unscheinbarer nicht sein könnte

Selbstverständlich kam es genau so, wie es kommen musste. Der erste Griff in die Restebox war ein Volltreffer. Das Teil hat mich so schwer beeindruckt, wie es das letzte Mal beim Trick Shad 70SP der Fall war. Verzeiht mir also bitte die vorerst recht kurze Ausführung und geduldet euch mit allen weiteren Details zum Abräumer des Tages, bis ich ihn mit einem eigenen Beitrag gewürdigt habe.

Im Grunde könnte ein Wobbler nicht unscheinbarer sein. Super slim shape, langsam sinkend, 80 mm und äußerlich so dezent, dass er dich auf den ersten Blick wohl weder zum Kauf, noch zum Probefischen animieren würde. Was nicht weiter tragisch ist, denn Wobbler seiner Art werden fast immer unterschätzt und offenbaren ihr wahres Potenzial erst dann, wenn sie den Weg ans Wasser finden – und richtig geführt werden!

Die Offenbarung: Der ZipBaits Rigge Slim 80 SS, Farbe # 809

Die Offenbarung: Der ZipBaits Rigge Slim 80 SS, Farbe # 809

Im Gegensatz zum Trick Shad, der hart geführt gerne mal den ein oder anderen Barsch aus der zweiten Reihe reißt, benötigt der Rigge Slim 80 SS von ZipBaits keine derart brachialen Überredungskünste. Ob er ein One-Hit-Wonder bleibt, werde ich in den kommenden Tagen sehen. Am letzte Spot brachte es das schlanke Geschoss auf glatte 1,82 m Barsch bei fünf Fischen direkt hintereinander.

Allein die Durchschnittsgröße ist für meinen Teilabschnitt der Havel beachtlich. Wie laut die dazu passenden Freudenschreie über den See donnerten, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Leise wars nicht und das Grinsen klebt mir noch immer mit Überbreite im Gesicht.

Falls ihr den Rigge Slim 80 SS schon jetzt euren Barschen zum Fraß vorwerfen möchtet, findet ihr den ZipBaits Wobbler bei Nippon-Tackle. Ich hab mir meinen Mindestbestand gerade gesichert. Ihr dürft also gerne drauf los shoppen. Peace & fette Beute!