Ich kann euch sagen, die letzten 3 Monate waren eine echte Plackerei am Templiner See! Gemeinhin kennen wir die Redewendung „Früher war alles besser“ zur Genüge. Falls nicht war das Wetter, der Berufsfischer oder der ausgeklappte Kescher schuld. Aberglaube hin oder her: Fakt ist, dass mein Stammtümpel seit 2012 die Messlatte kontinuierlich höher legt. Er entwickelt sich quasi vom „Geber“ zum „Nehmer“, frißt meterweise Wobbler und spuckt selbst an den ehemaligen Everyday Ufer-Hot-Spots nur noch vereinzelt Barsch und Rapfen aus.

Vorbereitung ist alles

Hier wird gearbeitet, nicht geangelt!

Die Topwater-Saison 2016

Die Topwater-Saison 2016

Da die Entwicklung vorhersehbar war habe ich mich für diese Saison etwas besser auf den Fight gegen meinen Endgegner vorbereitet. Sprich, ich war „schon“ gut 30 Mal am See. In der Regel mit meinem Stammhalter an den Wochenenden und Werktags vor oder / und nach der „Schicht“.

Befischt wurde jeder krautlose Spot nach dem gleichen Schema. Ganz oben mit Hardbaits anfangen, langsam nach unten durcharbeiten und dann hart am Gewässergrund mit Gummiködern am Jig & Rig in den unterschiedlichsten Geschwindigkeiten nach Fisch suchen.

Mit ertragreichem Barschangeln hatte das streckenweise nicht viel zu tun. Das war harte Arbeit mit einer Vielzahl von Erkenntnissen. Die vermutlich in Kürze von der nächsten These wieder in Frage gestellt werden. Barsch halt. Aber egal.

Eines der Primärziele hinter der diesjährigen Strategie lautete: Die ersten Topwater-Barsche so früh wie möglich an den Haken zu bekommen. Ich muss euch ja nicht erzählen, dass das Zeitfenster für Oberflächenköder ohnehin immer viel zu kurz ist und keiner der kostbaren Tage verschenkt werden sollte. Also ran an die Statistik-Tools und den „auswerten“ Button gedrückt!

Topwatern auf Barsch am Templiner See

How-To wann gehts oben rund

Topwater Angeln auf Barsch am Templiner See

Topwater Angeln auf Barsch am Templiner See

Mit einem genauen Blick auf die Randinformationen in meinen Stats und der Beobachtung der Fischbrut in Ufernähe, zeichnete sich am Templiner See ein scheinbar ganz einfacher Zusammenhang ab. Mein Fokus lag dabei auf dem Zusammenspiel zwischen Wassertemperatur, Uhrzeit, Aktivität der Beutefische an der Oberfläche und natürlich der Anzahl gefangener Barsche auf Oberflächenwobbler.

Den Sauerstoffgehalt und die Gewässertrübung hätte ich sicherlich auch noch berücksichtigen können, die Daten für Potsdam findet ihr u.A. bei undine.bafg.de, zu kompliziert sollte es für den Anfang jedoch nicht werden. Ja, die Werte sind auf Grund ihrer enormen Ausschläge durchaus interessant, hebe ich mir aber für Level 2 im nächsten Jahr auf. Hier das Resultat meiner Auswertung für den Startschuss in die Topwater-Saison 2016 am Templiner See in Potsdam:

  • ab 20°C Wassertemperatur
  • in den Abendstunden zwischen 18 und 20:30
  • mit Stickbait und Popper bis ca. 60 mm Länge
  • ca. 5 cm lange, aktive Brutfische am Spot

Die Wassertemperatur scheint den größten Impact zu haben, denn passend zu den WT-Spitzen am 14.5. und 25.5. reagierten die Barsche besonders in den Abendstunden extrem gut auf Topwater-Baits mit viel Alarm. In den Morgenstunden zwischen 5 und 7:30 war an der Oberfläche hingegen nichts zu reißen, obwohl ausreichend aktive Brut am Spot vorhanden war. Ich vermute, dass sich die Morgenstunden innerhalb der nächsten 1 bis 2 Wochen ebenfalls zu sehr guten Topwater-Zeiten entwickeln werden.

Parallel zur ansteigenden Wassertemperatur war es weiterhin wichtig, dass sich die knapp fingerlangen Brutfische am Spot befinden und dort aktiv an der Oberfläche die Nahrung aufsammelten! Der Barsch ist fast immer dort zu finden, wo sich der Futterfisch aufhält. Am Templiner See sind das die Uferregionen mit Schilfgürteln und Seerosenfeldern. Sobald sich der Sportbootsverkehr beruhigt hat und die Steganlagen frei von Besuchern sind, klappts auch am Steg oder etwas weiter draußen im Freiwasser.

Die Brut ist derzeit knapp 3 bis 5 cm lang und besteht fast vollständig aus Ukeleischwärmen und kleinen Barschtrupps. Plötzen / Rotaugen fehlen dieses Jahr fast vollständig. Das bestätigten auch die vielen Friedfischangler und Freizeitstipper. Passend zur Brut reicht eine Ladung Topwater Baits zwischen 40 und 60 Millimetern völlig aus. Dazu gleich mehr.

Die richtigen Oberflächenwobbler zum Saisonauftakt

Frequenzpoppen & Doggystyle

Wie eingangs erwähnt, bewirtschafte ich „meine“ Spots immer nach dem gleichen Prizip. Von oben nach unten. Von leise bis laut. Von unauffällig bis zur maximalen Reizüberflutung – pro Wasserschicht. Richtig in Angriffslaune kamen die Barsche dann, wenn Popper oder kleine Stickbaits am Fluorocarbonvorfach baumelten. Mini-Jerkbaits wurden „noch“ gekonnt ignoriert.

Popper

Topwater-Saison: Oberflächenwobbler für Barsch - Popper

Topwater-Saison: Oberflächenwobbler für Barsch - Popper

Viel Aktion mit mächtig Splash and Plop. Das war der Schlüssel zum Barsch! Ganz so einfach wie sich das jetzt anhört, war die Oberflächenangelei leider nicht immer. Besonders in den letzten 2 Wochen hat mir das Wetter oft genug kurz vor der Beisszeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Orkanartige Böhen, Wellengang bis kurz vor die Absaufkante der Wathose, Blitz und Donner. Gefischt wurden:

Hersteller Modell Länge Gewicht Farbe
Fish Arrow Best Popper 55 mm 6 g 01
Ecogear PP65 F 65 mm 8 g Real Perch
Viva Mazzy Popper MP-50 50 mm 7 g Chaos Violet

Stickbaits

Erwischt! Stickbaits beim Reproduktionsprozess. Was da wohl am Ende bei raus kommt?

Erwischt! Stickbaits beim Reproduktionsprozess. Was da wohl am Ende bei raus kommt?

Stickbaits gehören zum Barschangeln wie Twitchbaits und Gummiköder. Etwas zügiger geführt ist das Walk-the-Dog Laufverhalten der kleinen Pencils ein garant für Topwater-Spaß! Bisse gab es zwar nicht ganz so oft wie auf die krachigen Popper, aber der Spaßfaktor ist einfach unbezahlbar. Vor allem dann, wenn der erste, zweite und dritte Ansaugversuch misslingt und der Barsch immer energischer nach dem Köder schnappt. Göttlich! Gefischt wurden:

Hersteller Modell Länge Gewicht Farbe
ZipBaits Fakie Dog CB 50 mm 5 g 509
Lucky Craft Sammy 65 65 mm 6 g 247
Illex Chubby Pencil 55F 55 mm 3,1 g Peacock

Mini-Jerkbaits

Topwater-Saison: Oberflächenwobbler für Barsch - Mini Jerkbaits

Topwater-Saison: Oberflächenwobbler für Barsch - Mini Jerkbaits

Kurz unter der Oberfläche, schnell und langsam geführte Mini-Jerkbaits haben leider noch keinen Barsch oder Zufallsrapfen ans Band gebracht. Ich denke die Top-Zeit für diese Art der Oberflächenwobbler kommt im Hoch-/Spätsommer. Vermutlich sind Sub-Surface Baits zum Saisonauftakt einfach noch zu ruhig? Gefischt wurden:

Hersteller Modell Länge Gewicht Farbe
Strike Pro Tiny Buster Jr. 70 mm 7 g 114E
Westin Mini Jerk 65 mm 9 g Crystal Perch
Salmo Slider 5S 50 mm 8,5 g GT

Wenn ihr eure Tackle-Box nachladen möchtet, dann schaut einfach mal bei meinen Dealern des Vertrauens vorbei. Bei Feinkost Kraft gibts zum Beispiel das All-In Topwater Starterpaket mit all meinen japanischen Top-Stars. Bock auf Mini-Jerkbaits, dann ab ins Wunderland zu jerkbait.com.

Dat wars für heute. Morgen gehts ab in Busch! Beglückt mich mit euren Topwater-Session in den Kommentaren. Ein paar Ködertipps für meine Tackle-Box nehme ich übrigens auch dankend entgegen. Keine Zeit zum Topwatern? Eat this:

Perch Madness