Jackall Riser Bait im Test – Ein Sub-Surface Runner mit Höhen & Tiefen

Jackall Riser Bait im Test Modelle & Spezifikationen Aufbau & Besonderheiten Testbericht: Riser Bait 007R Testbericht: Riser Bait 008 (on-going) Entschuldigt bitte die Headline, aber ich war so spitz auf das Laufverhalten des „etwas anderen“ Wobblers, dass ich mich noch […]

Jackall Riser Bait im Test – Topwater Snack für Barsch & Rapfen

Jackall Riser Bait im Test – Topwater Snack für Barsch & Rapfen

  1. Jackall Riser Bait im Test
  2. Modelle & Spezifikationen
  3. Aufbau & Besonderheiten
  4. Testbericht: Riser Bait 007R
  5. Testbericht: Riser Bait 008 (on-going)

Entschuldigt bitte die Headline, aber ich war so spitz auf das Laufverhalten des „etwas anderen“ Wobblers, dass ich mich noch am Freitag mit Fängtnix nach Nauen gebeamt habe, um am Wochenende darauf meine erste Topwater-Session 2018 zu absolvieren – im Februar, mit Handschuhen.

Da wir ganz offensichtlich nicht die einzigen Patienten gewesen sind, denen der neue Jackall Riser Bait 007R den Kopf verdreht hat, stand für uns „nur“ noch ein kläglicher Restbestand von sieben Baits in vier unterschiedlichen Dekoren zur Auswahl. Zwei für Jan, drei für mich und einer für Sebi.

Bevor Du dir deine Chance auf den Jackall Riser Bait 007R sichern kannst, werfen wir erstmal gemeinsam einen Blick auf die technischen Details, Besonderheiten, Dekore, Köderführung und natürlich auf das Laufverhalten nebst Setup-Empfehlung. Ready? Dann los!

Modellübersicht & Spezifikationen

Jackall Riser Bait

Modellübersicht - Jackall Riser Bait 004, 007R und 008 im Größenvergleich (Bild: jackall.co.jp)

Modellübersicht - Jackall Riser Bait 004, 007R und 008 im Größenvergleich (Bild: jackall.co.jp)

Jackall RISER BAIT 004 007R 008
Länge 40 mm 70 mm 80 mm
Gewicht 5,6 g 8,2 g 21,7 g
Haken 2x #12 2x ST36BC #10 2x SP-MH #6
Schnurklasse 4 – 6 lb 6 – 10 lb 8 – 16 lb
Farben 10 10 10
Gewichte fixiert
Sound silent
Auftriebsverhalten sinkend
Lauftiefe variabel, Topwater & Sub Surface
Bauform Minnow / Elritze
Aktion Erratic action
Einzelhaken * VanFook
ME-41 MB #4
VanFook
ME-41 o. PR-55 #2
VanFook
PR-55 1/0
Link jackall.co.jp jackall.co.jp jackall.co.jp
Shop Angelsport Moritz, Nauen (kein Versand, nur Stationärhandel!)
* Empfehlung für die Umrüstung auf Einzelhaken. Einzelhaken sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Das geschulte Topwater & Sub Surface Auge wird die drei Riser Bait Varianten vermutlich sofort einem ganz konkreten Zielfisch zugeordnet haben. Der Jackall Riser Bait 004 ist mit 40 Millimeter Länge und 5,6 g Gewicht genau die richtige Portion für’s L-Rütchen beim hochsommerlichen Barschangeln. Mein Modell, der Riser Bait 007R darf mit 70 mm und 7,8 Gramm Gewicht sein Talent an der klassischen ML-Barschpeitsche unter Beweis stellen und beiläufig das Havel-Silber auftischen.

So richtig gezielt geht’s dann aber erst mit dem 80 mm langen Riser Bait 008 ins Rapfengefecht. Der Bursche hat nämlich mit 21,7 g das Idealgewicht, um dem Endgegner an der MH-Rute – Pflicht beim gezielten Rapfenangeln – das Fürchten zu lehren. Problem: Kay hatte leider nur den 007R im Laden. Lösung: Sobald der 008er in der Notaufnahme Nauen erhältlich ist, erweitere ich den Testbericht.

Aufbau & Besonderheiten

Must have für jede Hardbait-Vitrine!

  • Jackall Riser Bait im Test - Aufbau & besonderheiten: Farben / Dekore
  • Jackall Riser Bait im Test - Aufbau & besonderheiten: Tauchschaufel aus Metall
  • Jackall Riser Bait im Test - Aufbau & besonderheiten: Seitenansicht, Gewichte
  • Jackall Riser Bait im Test - Aufbau & besonderheiten: Rückenpartie

Jackall Riser Bait - Aufbau und Besonderheiten

Machen wir uns nichts vor: Der Riser wäre nicht innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft gewesen, wenn er nicht mindestens ein außergewöhnliches Merkmal geboten hätte. Für mich ist die Kombination aus minnow-artigem Shape plus Metallschaufel, sinkendem Verhalten und der irrwitzigen „Erratic action“ jedenfalls neu. Wenn das nicht funktioniert, fress ich ’n Besen! Hab ich so zuletzt beim „O.S.P. Bent Minnow“ erahnt.

Tauchschaufel & Body

Je nach Dekor ist der Jackall Riser Bait entweder mit einer goldenen oder silbernen Tauchschaufel aus ~0,6 mm dickem Metall bestück. Die Lippe ist dezent nach oben gerichtet, stabil im schlanken Kunststoff-Body verankert und lässt sich dank der kleinen Kerbe auch nicht ohne weiteres verbiegen.

Den kleinen zusätzlichen Knick im vorderen Bereich der Tauchschaufel findet man nur an den salzwassertauglichen Riser Bait Modellen in Größe 004 und 008. Was sie dort konkret bewirkt, kann ich euch erst nach einem Test sagen. Vermutlich verleiht sie den beiden SW-Wobblern eine ausladendere wobbling action.

All-in macht die Gesamtkonstruktion haptisch einen sehr wertigen, robusten und mindestens barschtauglichen Eindruck. Etwas anderes habe ich von Jackall auch nicht erwartet. Regelmäßige Rendevous mit Brückenpfeilern würde ich dennoch unterbinden. Das macht auch der beste Japan-Wobbler nicht lange mit.

Gewicht, Sound & Farben

Es ist immer wieder Fest, sobald man Dank semi-transparenter Dekore einen Blick auf das Innenleben eines Wobblers werfen kann. Ähnlich wie bei Tesla Motors verlagert Jackall das komplette Gewicht in den Unterboden. Statt der sonst üblichen Krawallmurmeln im Führungskanal wurde im Riser Bait ein durchgehender, flacher und fixierter Bleibarren verbaut. Der Schwerpunkt liegt extrem tief und sorgt dadurch für eine optimale Straßen… äh Wasserlage. Kein Rasseln, kein Klimpern; der Jackall Riser Bait ist SILENT!

In Bezug auf die farbliche Gestaltung gibt es fast nix zu meckern. Die Jackall-Dekore sind wie immer ein Augenschmaus! Vom aggressiven „Riser Mat Tiger“ bis zum fast durchsichtigen „HL Clear Wakasagi“ ist alles dabei, was das Topwater-Herz begehrt. Bisher einziger Kritikpunkt:

Auf Grund des japanisch gekritzelten Farb-Codes auf der Verpackung und den unheimlich schlechten Produktbilderen auf der neuen Jackall-Webseite, ist es speziell bei den semi-transparenten Dekoren fast unmöglich, einen frisch aus der Verpackung geschlüpften Riser Bait 007R seinem ursprünglichen Farb-Code zuzuweisen. Notiert euch am besten den EAN-Code. Damit ist der Nachkauf bei Verlust wesentlich einfacher zu bewerkstelligen.

Haken, Sprengringe & Ösen

Die salzwassertauglichen Riser Bait 004 sowie 008 sind jeweils mit zwei kleinen Gamakatsu Drillingen in den Größen #6 (008) und #12 (004) ausgestattet. Am Freshwater Bass Riser 007R erwarten euch hingegen zwei bewährte Klassiker: Die Owner ST36BC Drillinge in Größe #10 mit Widerhaken und brüniertem Black Nickel-Design.

Bei der Umrüstung auf Einzelhaken müsst ihr praktischerweise nur die Hakengröße im Blick behalten. Das Gewicht / die Drahtstärke spielt am ohnehin sinkenden Jackall Riser Bait kaum eine Rolle. Zum 007R passen also die VanFook Einzelhaken ME-41 sowie PR-55 in Größe #2 oder #4 gleichermaßen.

Zur Stabilität der mattierten Sprengringe und Ösen kann ich noch keine Einschätzung abgeben. Die sehen bis hierhin jedenfalls vernünftig aus. Barschtauglich: Ja! Rapfen: Werden wir im Sommer sehen. Da bis zum Sommer noch viel Wasser die Havel runter fließt, geht’s jetzt bei bei 2°C zum ersten Topwater Field Test im Winter :)

Testbericht: Jackall Riser Bait 007R

Rise up, chase your dream!

Testbericht: Jackall Riser Bait 007R

Testbericht: Jackall Riser Bait 007R

Für den Field Test des Jackall Riser Bait 007R habe ich kurzerhand zwei unterschiedlich lange ML-Barschpeitschen aus dem Winterschlaft geweckt, Rollen daran geschraubt und die Vorfachspitzen erneuert. Das Test-Setup scheint bis auf die Rutenlängen zwar technisch identisch zu sein, am Wasser hat man aber hinsichtlich der Blank-Performance zwei komplett unterschiedliche Ruten in der Hand.

Tailwalk Fullrange S63ML (1,90 m, einteilig, 1,8 – 10 g, fast) + Certate 2506, Sunline Super PE in 6 lbs und ca. 1,50 m Gamakatsu G-Line Fluorocarbon Leader in 0,22 mm. Sehr schneller, bissiger, spitzenbetonter Blank mit kräftigem Backbone (…) Zum Testbericht
Graphiteleader Vigore GVGS-610ML (2,09 m, einteilig, 1,8 – 10 g, fast) + Certate 2506, Sunline Super PE in 8 lbs und ca. 1,80 m Gamakatsu G-Line Fluorocarbon Leader in 0,26 mm. Extrem sensibler G-MAPS Blank mit exorbitant guter Rückmeldung, hervorragender Aufladung im kompletten WG-Spektrum, Fast Taper und wunderschön gleichmäßiger Aktion im Drill (…) Zum Shop

Flugeigenschaften

Beim Barschangeln vielleicht nicht ganz so wichtig, beim gezielten Rapfenstippen dafür aber einer der Schlüsselfaktoren schlechthin: Die Wurfweite! Spots großflächig zu bewirtschaften, ohne dabei durch permanente Platzwechsel den Zielfisch zu „spooken“, spart nicht nur Zeit sondern bringt auch wesentlich mehr Fisch.

Die Flug-/Weitwurfeigenschaften des Riser Baits 007R sind trotz Tauchschaufel und fehlendem Gewichtsverlagerungssystem hervorragend. Selbst auf volle Distanz raus gefeuert fliegt die leicht geschwungene Gesamtkonstuktion mindestens so weit und zielsicher zum Spot, wie es ein „regulärer“ Topwater Stickbait auch tun würde. Sehr gut!

Laufverhalten & Köderführung

Da ich keinen Bewegtbildstreifen zum Laufverhalten erstellt habe, schaut ihr euch bitte das 007R Promo Video ab der fünfzigsten Sekunde genau an. Achtet in den Sequenzen zum Laufverhalten bitte auch gleich auf die Köderführung.

Jackall Riser Bait 007R Promo Video

Jackall Riser Bait 007R Promo Video

Sofern du dich nicht hast blenden lassen, wird dir vermutlich aufgefallen sein, dass das Laufverhalten und die Köderführung nicht sonderlich spektakulär sind. Und genau das zeichnete sich auch bei meinen Testdurchläufen ab – egal mit welcher Rute.

Effektiv scheint es nur eine einzige Art der Köderführung zu geben, die den RISER BAIT 007R entsprechend seiner konzeptionellen Ausrichtung „aus dem Wasser springen lässt“ (Erratic Action). Rute auf ca. 11 Uhr nach oben, ohne Spinnstops zügig durchleiern und permanent mit kurzen Zupfern in die andauernd nach oben gerichtete Rutenspitze beschleunigen.

Die Herausforderung ist hierbei weniger der Bewegungsablauf an sich, sondern viel mehr die richtige Dosierung. Kurbelt man zu schnell, robbt der 007R nur noch leise plätschernd über die Wasseroberfläche. Kurbelt man hingegen zu langsam müssen die Zupfer so kräftig ausfallen, dass einem der Wobbler in 6 von 10 Fällen jeweils einen Meter entgegen fliegt.

Alle Versuche den Winkel der Tauchschaufel anzupassen oder den Riser Bait 007R etwas anders zu führen, schlugen fehl. Seitlich getwitcht verheddert sich postwendend das Vorfach im ersten Drilling – egal wie kurz, lang, dick oder dünn es ist. Nur „cranken“ resultiert im langweiligsten Laufverhalten ever: Null Aktion :(

Mein vorläufiges Fazit zum Jackall Riser Bait 007R

Wie bereits erwähnt, erinnert mich das Laufverhalten teilweise an den O.S.P. Bent Minnow. Den mussten damals auch alle haben, jeder hat ihn gefischt und nur die wenigsten fangen damit konstant ihren Fisch. Wer also schon mit der Topwater-Banane nicht warm geworden ist, für den ist der Riser Bait 007R definitiv keine Option.

Das Laufverhalten ist mega speziell, die Köderführung eingeschränkt und auch sonst werden sich wohl nur die aktivsten Räuber am leise vorbeiplätschernden Riser 007R vergreifen wollen. Alles was er in der 70 Millimeter kleinen Version zu leisten vermag, lässt sich auch mit einem sinkenden Minnow an erhobener Rutenspitze bewerkstelligen.

Ob ich jetzt vom RISER BAIT Fieber geheilt bin? Nein! Das Konzept ist schon allein deshalb cool & testwürdig, weil es nicht der sonst übliche Einheitsbrei ist. Meine Hoffnung ruht nun auf dem wesentlich schwereren RISER BAIT 008. Der Bursche ist zwar nur 10 Millimeter länger, dafür aber mit 21,7 g mehr als doppelt so schwer. In diesem Sinne: Stay tuned & gute Besserung!

Testbericht: Jackall Riser Bait 008

on-going