Nach solch einem Paukenschlag wie dem gestrigen, hieß es heute wieder „back to the roots“, und Bodenkontakt herstellen. Das die Erwartungen an die 18er Session enorm hoch waren, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Wie so oft im Leben kommt nach jedem Berg ein ordentliches Tal und die Havel hat uns mal wieder gezeigt, dass insbesondere dieses Jahr mit allem, oder nichts zu rechnen ist. Torsten und meine Wenigkeit haben uns für die Variante „nichts“ entschieden. Na ja, fast nichts. Der Tag begann mal wieder mit einer halbstündigen Verspätung meinerseits, einer Wettervorhersage die alles andere als fette Beute versprach und einem Zeitlimit von 14 Stunden. Torsten hatte die Petra schon vor meiner Ankunft so weit vorbereitet, dass wir nur noch einsteigen und losdüsen brauchten.

Das Er dabei unsere Absprach „Barschangeln – Light Tackle Only!“ nicht nachkam sei ihm verziehen! Das Boot war bis Anschlag vollgestopft mit Schlagstöcken aus der Aspius- und Tailwalk Produktion. Meine H(ager) & M(ager) Ausrüstung in Form der Fahrenheit TS266 L mit angeschlossener Fireblood und Nogales 4lb „Dead or Alive“ Hauptschnur sah dagegen echt mickrig, aber dafür sehr schick aus :)

Session#18 - Shimano Fahrenheit TS266L + Fireblood 2500FA

Schick aussehen reicht aber nicht, es muss auch funktionieren! Die Umgewöhnung auf die Fahrenheit mit durchgehender Fluorocarbon Hauptschnur wird vermutlich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, bzw. muss ich nochmal nachbessern. Die Rute hat eine relativ weiche Spitze und ist in Kombination mit der Nogales Schnur für meinen Geschmack etwas zu „nachgiebig“ abgestimmt. Unter Verwendung diverser Finesse Rigs im 3 bis 7 Gramm Bereich waren die Bisse zwar alle samt bis ins Handteil sehr gut zu spüren, aber den Anhieb kam nur selten „hart“ genug durch, um den Haken sicher im Barschmaul zu platzieren. Mit Mini-Wobblern und Softjerks hingegen ist sie ein Traum! Die Wobbler laufen extrem geschmeidig und zaubern Bewegungsmuster in die Wassersäule, die ich vorher noch nie gesehen habe. Den Barschen hat das teilweise so gut gefallen, dass die 2,7 bis 5 Gramm schweren Minnows mit fast jedem Wurf einen Abnehmer gefunden haben. Das zwar hat richtig Spaß gemacht, geht aber bestimmt noch einen winzigen Tick besser – glaube ich?!

An der Aktion der Rute kann ich nichts ändern, wohl aber an der Schnur. Um dem Setup etwas mehr Pep zu verleihen, werde ich die Rolle mit einer hauchdünnen geflochtenen GTP Typ R02 bespulen lassen und dann nochmal Rückmeldung bezüglich der Rückmeldung geben. Das wird zwar wieder ein großes Loch in die Tacklekasse reißen, aber ich habe nur ein Hobby das Geld kostet – angeln! Torsten sieht das im übrigen genau so wie ich. Er testet zwar bei weitem nicht so viel Material, aber der Kosten-Nutzen Faktor ist in etwa der gleiche wie bei mir! Gekostet hat ihn der Ausflug gefühlte 20 Jigs incl. Trailer und eine richtig fette Perücke mit wahrscheinlich 30 Meter Schnurverlust. Gebracht hat ihm die Materialschlacht 5 richtig „schöne“ Schleimbolzen und den nicht wandern wollenden Wanderpokal als unangefochtener „König der Brassen“ – hehehe (…)

Torsten - König der Brassen!

Ganz ungeschoren bin ich aber auch nicht davon gekommen. Die neuen 3er Flsh Js und Libertys fanden nicht nur bei den handlangen Barschen reichlich Abnehmer, sondern auch bei den Friedfischen. Bis ans Deck der Petra hat es jedoch keiner geschafft, zumindest nicht vollständig. Ihr habt hoffentlich schon gefrühstückt – Das Auge isst mit :)

Das Auge isst mit..., oder alleine

Nicht das ich beim Anblick dieses Bildes hunger bekommen hätte, aber mein Magen knurrte schon seit dem Auslaufen der Petra und es wurde höchste Zeit einen Happen einzuwerfen. In Potsdam ist das zum Glück auch auf dem Wasser kein Problem! Also kurzerhand um ca. 14 Uhr den U-Turn befohlen und schwubs ging’s auf dem Rückweg durchs Caputher-Gemünd an der nahe gelegenen Pizzeria vorbei. Man beachte den silbernen Vertrauensvorschuss auf der Pasta ;)

Mittagspause mit Pizza und Pasta auf dem Boot

Kurz vor Abschluss der Tour hat Torsten noch einen Mitte 50er Zander kurz vor dem Boot verloren und mich zu seinem letzten Ködergrab gführt. Fragt bitte nicht, wie der Shaker dorthin gekommen ist. Das weiß nur König Brasse him self. Mit dem Foto verabschiede ich mich für heute und wünsche euch einen angenehmen Rest-Sonntag. Sport frei…

Lunker City Shaker im Ködergrab