Navionics WebApp. Kostenlose Gewässerkarten mit Tiefenlinien!

Die Navionics WebApp bietet dir kostenlosen Zugang zu den begehrten Navionics Gewässerkarten mit detailierten Tiefenlinien. Wie gut das Online-Tool funktioniert erfährst du hier!

Navionics WebApp - kostenfreie Gewässerkarten für Angler

Navionics WebApp - kostenfreie Gewässerkarten für Angler

  1. Navionics WebApp
  2. Gewässeranalyse für Couch Potatos
  3. Funktionsumfang
  4. Bedienung
  5. Fazit

Ein genauer und aktueller Kenntnisstand über die Gewässerstruktur gehört wohl für jeden ambitionierten Angler zum Standardwissen, um die Hot-Spots im eigenen Revier oder auf Kreuzfahrten in unbekannten Gewässern möglichst schnell zu finden und erfolgreich zu befischen. Der Gewässer-Check kann klassisch über bathymetrische Seekarten mit Tiefenlinien, das Echolot oder mittels App fürs mobile Endgeräte erfolgen. Was i.d.R. mindestens zeitraubend, umständlich und oft genug auch alles andere als günstig ist.

Eine nicht ganz neue, dafür aber entspannte und vor allem kostenfreie Möglichkeit der Gewässeranalyse bietet die Navionics WebApp. Was das browserbasierte Online-Tool kann und wie schnell sich mit den richtigen Karteneinstellungen die wichtigsten Gewässerinformationen im handumdrehen ablesen lassen, dit kiekn ma uns heute im praktischen „Hands On Navionics WebApp“ mit ein paar Fallbeispielen an.

Kostenlose Gewässeranalyse für Couch Potatos

Hands-On Navionics WebApp

Bevor ihr euch auf das Tutorial stürzt, klären wir zuerst für wen sich die Navionics WebApp eignet, auf welchen Endgeräten das Online-Tool läuft und welche Informationen ihr der App entnehmen könnt. Das wichtigste: Die Navionics WebApp ersetzt kein herkömmliche Echolot, eignet sich nur bedingt für die Navigation auf dem Wasser und zeigt keine Fischsicheln, Bait Balls oder ähnliches an. Das browserbasierte Tool läuft sowohl am Desktop-PC, als auch auf all meinen getesteten mobilen Endgeräten mit Android OS (Smartphone & Tablet) direkt am Wasser.

Die Navionics WebApp eignet sich hervorragend zur Preflight-mäßigen Gewässeranalyse beim Angeln auf unbekanntem Terrain und zeigt euch neben den begehrten Tiefenlinien eine Vielzahl anderer nützlicher Gewässerinformationen an, z.B. Betonnung, besondere Gewässerstrukturen / Hindernisse etc. Richtig interessant wird die App, wenn auf eurem anvisieren Gewässer eine handvoll User aktiv sind, die ihre Sonardaten mit der Community teilen. Die sogenannten Community Edits landen nämlich direkt in der WebApp und können über den dazugehörigen SonarChart™ Kartenlayer abgerufen werden!

„Navionics setzt sich dafür ein, die Karten dank eines einzigartigen Update-Programms ständig zu verbessern. Wir führen täglich etwa 2.000 Updates an unserer Seekarte durch, indem wir sie mit Daten aus den Nachrichten für Seefahrer, neuen Veröffentlichungen, unseren eigenen Erhebungen und Berichten unserer Nutzer ergänzen. Dazu kommen Tausende von Updates an SonarChart™ und Community Edits“

Das Funktionsprinzip der Navionics Community Edits kommt euch sicherlich bekannt vor. Bei Lowrance nennt es sich Insight Genesis Social Map, ist aber nicht nur meiner Meinung nach konzeptionell längst nicht so weit entwickelt, wie es bei der kostenfrei nutzbaren Navionics WebApp der Fall ist.

Funktionsumfang der Navionics WebApp

Detaillierte Seekarten wurden schon in Zeiten von Pytheas und Kolumbus in Gold aufgewogen. Da ist es wenig verwunderlich, dass sich Navionics den vollen Funktionsumfang für die kostenpflichtigen mobile Apps vorbehält und die WebApp „nur“ mit den allerwichtigsten Informationen gefüttert wird. Der Funktionsumfang reicht jedoch ohne weiteres aus, um sich die ein oder andere Stunde mit der Suche nach potenziell fischreichen Hot-Spots im die Ohren zu schlagen. Folgende Features und optionale Einstellungsmöglichkeiten bietet das User Interface der Navionics WebApp für euch an:

  • Navionics Gewässer-/Seekarten
  • SonarChart mit Tiefenlinien
  • Community Edits
  • Routenplaner (automatisch, manuell)
  • Gewässersuche
  • Tankstellen
  • Hafenmeister
  • Marinas / Liegeplätze
  • NOAA Icons
  • Sicherheitstiefe
  • Maßeinheiten
  • Booteinstellungen
  • Entfernungsmessung
  • Overlays(Satellit, Gebiet)

Bedienung und die richtigen Einstellungen

Basierend auf dem reduzierten Funktionsumfang ist die Bedienung der Navionics WebApp kinderleicht. Sollten euch auf den Gewässerkarten Seeungeheuer, Symbole, Icons oder Abkürzungen begegnen, mit denen ihr nichts anzufangen wißt, hilft ein Blick in die Nautical Charts der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration / Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten). Gerne und häufig nachgefragt sind „SD“ (ungenaue Tiefenangabe), „F“ (Festfeuer, beleuchtete Boje o.ä.) und „WK“ (Wrack). Sobald ihr die WebApp öffnet – kein Login oder die Preisgabe persönlicher Daten notwendig – erwartet euch der folgende Startbildschirm mit den wichtigsten Navigationselementen und einer noch viel wichtigeren Einstellungsoption für uns Angler.

Startbildschirm der Navionics WebApp und die wichtigsten Navigationselemente

Startbildschirm der Navionics WebApp und die wichtigsten Navigationselemente

1 = Suchfunktion
2 = Zoom-Funktion
3 = Karten-Switch
4 = Hauptmenü
5 = Messwerkzeug

Grundeinstellung – Tiefenlinien über SonarChart aktivieren!

Um die wichtigste Funktion (Anzeige der Tiefenlinen) zu aktivieren solltet ihr dierekt beim ersten Aufruf der Navionics WebApp zum „Karten-Switch“ (3) navigieren und die Gewässerkarte auf „SonarChart“ umschalten. Erst dann werden euch die Tiefenlinien bis zur maximal möglichen Zoom-Stufe angezeit. Wie ihr auf dem Screenshot sehr schön erkennen könnt, ist der Umschalter fast unsichtbar. Die Einstellung wird automatisch in einem digitalen Keks auf eurem Rechner gespeichert. Die Zoom-Funktion (2) erklärt sich von selbst, lässt sich jedoch über das Mausrad wesentlich intuitiver bedienen. Also immer schön am Rad drehen. Mit aktiviertem SonarChart und etwas Zoom-In sehen die Potsdamer Westside-Auen wie folgt aus:

Gewässerkarte mit SonarChart Tiefenlinien in der Navionics WebApp

Gewässerkarte mit SonarChart Tiefenlinien in der Navionics WebApp

Messwerkzeug und Detailinformationen

Um euch die nächsten beiden Helferlein zu zeigen, zoomen wir bis zur maximalen Tiefe in den oberen Ausschnitt meiner Karte hinein, schauen uns das praktische Messwerkzeug (5) und die Detailinformationen / Metadaten zu einem bestimmten Punkt auf der Gewässerkarte an. Die Vorteile eines Messwerkzeugs brauche ich euch sicherlich nicht zu erklären. Die Metadaten hingegen sind dann wichtig, wenn ihr wissen möchtet wann die Karte das letzte Mal aktualisiert wurde. Letzteres funktioniert leider nur dann, wenn ein Community Mitglied an der Aktualisierung der Daten beteiligt war.

Für die Entfernungsmessung zwischen zwei Punkten klickt ihr einfach auf das Messwerkzeug (5) und zieht die roten und blauen Pins auf die gewünschte Position. Die WebApp zeigt euch anschließend im Infokästchen die Distanz in der von euch voreingestellten Maßeinheit (Meter, nautische Meile, Meile) und den Kurs in Richtung des blauen Pins an. Detailinformationen zu bestimmten Punkten erhaltet ihr mit zwei, bzw. 3 Klicks. War ein Community Mitglied aktiv an der Aktualisierung der Gewässerinformationen beteiligt, sind die Punkte mit einem weißen Kreuz auf grünem Kreis markiert (Slide 2 bis 4):

  • Navionics WebApp - Entfernung zwischen zwei Punkten auf der Gewässerkarte messen
  • Schritt 1: Detailinformationen auf der Gewässerkarte abrufen
  • Schritt 2: Detailinformationen auf der Gewässerkarte abrufen
  • Schritt 3: Detailinformationen auf der Gewässerkarte abrufen

Messwerkzeug und Detailinformationen auf der Gewässerkarte

Kartenlayer & Sicherheitstiefe im Hauptmenü ändern

Ähnlich den Ansichtsoptionen bei Google Maps könnt ihr in der Navionics WebApp zwischen zwei Darstellungsformaten der Umgebungskarten wählen. Die Option zur Änderung der Kartenlayer befindet sich im Hauptmenü (4) unter dem Punkt „Kartenoptionen“. Zur Auswahl stehen dort „kein Overlay“, „Satellit“ und „Gebiet“. Mir persönlich sagt das Gebiets-Overlay mit Anzeige der Ufervegetation (Schilf) am ehesten zu.

Richtig gelungen finde ich das Feature „Sicherheitstiefe“. Befindet sich im gleichen Untermenüpunkt. Über den Schieberegler wird mit einer Genauigkeit von 0 bis 20 Meter eingestellt, ab welcher Tiefe die Gewässerkarte weiß, statt mit blau ausgemalten Tiefenbereichen angezeigt werden soll. Das hat insbesondere bei sehr großen Gewässern den Vorteil, dass du sehr schnell die tiefen Bereiche erkennst. Was ja zum Beispiel beim winterlichen Raubfischangeln nicht gerade unwichtig sein soll. Slide 1 bis 3 Kartenoverlays. 4 und 5 Sicherheitstiefe.

  • Kartenlayer in der WebApp von Navionics - ohne Layer
  • Kartenlayer in der WebApp von Navionics - Satellit
  • Kartenlayer in der WebApp von Navionics - Gebiet
  • Sicherheitslinie in der WebApp von Navionics - 20 Meter
  • Sicherheitslinie in der WebApp von Navionics - 10 Meter

Kartenlayer und Sicherheitstiefe in der WebApp von Navionics

Gewässersuche, Tankstellen, Marinas, Liegeplätze und mehr

Eine brauchbare Gewässersuche gehört für jede WebApp zum guten Ton. In der Navionics-App findet ihr sie ganz einfach an Position 1. Nach einem Klick öffnet sich auf der linken Seite das Menü und ihr könnt fleißig drauflos tippeln. Brandenburger Waldseen auf denen bisher nur die Bellyboot-Fraktion unterwegs war, sucht ihr i.d.R. vergebens. Größere Binnengewässer, Flüsse, Unterarme und die Küstenregionen sind hingegen ausgezeichnet kartografiert und nach Entfernung, basierend auf der aktuellen Position, sortiert. Tankstellen, Marinas und Liegeplätze können dort ebenfalls gesucht werden. Grundlegende Settings für Maßeinheiten, Booteinstellungen (Kraftstoffverbrauch etc.) sind unter „Einstellungen“ zu finden.

  • Navionics WebApp - Suchfunktion
  • Navionics WebApp - Grundeinstellungen

Navionics WebApp - Suchfunktion und Grundeinstellungen

Fazit

Fragt mich bitte nicht, wie ich auf die Navionics WebApp gestoßen bin. Für mich als unbefleckten Anfänger im Themengebiet Echolote, Gewässerkarten, Tiefenkarten und Navigation auf dem Wasser, stellt die webbasierte Schnittstelle die bisher beste Möglichkeit dar, um mein Hausgewässer und neue Kunstköderzielgebiete im Vorfeld zu analysieren. Basierend auf der kostenfreien WebApp werde ich wohl die Neuanschaffung meiner mobilen Endgerätearmada + Echolot ausrichten. Die Installation der kostenpflichtigen Navionics Mobile Apps plus Karten fürs eLot versteht sich in diesem Fall von selbst. Sobald ich eine Entscheidung getroffen habe, lasse ich es euch hier im Blog wissen. Und jetzt viel Spaß mit der Navionics WebApp. Stay tuned!