Eindrücke müssen verarbeitet werden, so lange sie frisch sind und darum schreibe ich diesen „kleinen“ Unboxing-Artikel besser gleich. Kurzentschlossen hieß es: Anangeln mit Seppl und der Shimano Yasei Aspius in 2,70m mit 7 – 28 gr. Wurfgewicht. Ausgestattet mit jeder Menge technischem Firlefanz, neuen Angelruten und einer gehörigen Portion guter Laune sollte es also heute das erste Mal in der 2012er Saison zum Angeln ans Wasser gehen.

Die Rahmenbedingungen waren nicht wirklich optimal, denn am Wasser blies uns der NO-Wind in ordentlichen Böhen um die Ohren. Aber hey. Beim Anangeln geht es nicht nicht um’s Fische fangen, sondern um das gute Gefühl die Rute nach fast 4 1/2 Monaten Abstinenz mal wieder ins Wasser tunken zu können, und genau diesen Moment mit demjenigen zu teilen, der einem wichtig ist – Kapitän Seppl! Dem nicht genug, sorgte Er auch noch für den richtigen Motivationsbooster, um genau diesen geht es heute.

Unboxing: Shimano Yasei Aspius 2,70m mit 7 bis 28gr. Wurfgewicht

Unboxing: Shimano Yasei Aspius 2,70m mit 7 bis 28gr. Wurfgewicht

Bevor es los geht, muss ich noch ein paar Worte zum Setup verlieren. Weder Seppl noch ich sind im Besitz einer passenden Rolle für die Shimano Yasei Aspius.  Im Normalfall stellen wir nur mit Light, bzw. Ultra-Light Tackle bewaffnet den Barschen in der Havel nach. Bis die anvisierte 4000er XXX im Bestand ist, musste für einen ersten Eindruck Seppls 2500er Stradic CI4 mit 10er Berkley Nanofil herhalten.

Die Stradic ist alles andere als passend und mit den Möglichkeiten der Aspius maßlos überfordert! Sobald die neue Rolle am Start ist, gibt es mindestens einen weiteren Bericht im Blog. Ein schickes Foto mit der neuen ZR-10 ist trotzdem dabei rausgekommen und verdeutlicht in Bildern, dass auf die Aspius schon optisch keine 2500er Shimano Rolle gehört.

Shimano Yasei Aspius mit Shimano Stradic CI4 2500 - Maßlos überfordert

Shimano Yasei Aspius mit Shimano Stradic CI4 2500 - Maßlos überfordert

Ja, ihr guckt richtig. Seppl ist ehr der Typ der auf Nummer sicher geht, daher ist bis zur finalen Entscheidung der „Power-Kork“ in seiner Verpackung geblieben, um einen eventuellen Umtausch möglichst reibungslos über die Bühne bringen zu können (…) Genug gelabert, es wird Zeit für Fakten und wir fangen vorne an. Dei Lieferung der Yasei Aspius erfolg im gewohnten Shimano-Futteral. Losgelöst von Rolle und Schnur lässt sich die Rute gut schützt vor äußeren Einflüssen und mit einer Transportlänge von 1,39m halbwegs komfortabel durch die Gegend buxieren.

Shimano Yasei Aspius Futteral

Shimano Yasei Aspius Futteral

Nach dem Auspacken steht die äußerliche Begutachtung an. Das Leergewicht der Yasei beträgt 185gr. und lässt im zusammengesteckten Zustand schon erahnen, dass die Aspius ein „Problem“ mit der Gewichtsverteilung hat. Nichtsdestotrotz sind für eine Rute von der Stange alle Komponenten ordentlich verarbeitet. Keine Lacknasen, Kratzer oder Auffälligkeiten an Griff und Zapfenverbindung.

Griff

Es ist längst kein Geheimnis mehr. Die Aspius ist Kopflastig und im Lieferumfang sind keine Kontergewichte enthalten. Diese können entweder für ca. 30€ nachgekauft werden, oder sie werden in Eigenregie selbst hergestellt. Seppl ist im metallverarbeitenden Gewerbe tätig und lässt uns natürlich am Herstellungsprozess seiner Balance Weights teilhaben – zur gegebener Zeit. Die Yasei bietet am Ende des zweiteiligen Korkgriffs eine ausreichend dimensionierte Öffnung samt Messingverschluss, um die Kontergewichte ohne großen Aufwand versenken zu können.

Für doppelseitig linkshändig bestückte Angler liegt sogar eine 8sprachige Bedienungsanleitung für das Eindrehen der Kontergewichte bei. Der Kork ist von ausreichender Qualität und trägt das Label „Power Cork“. Wer das Material & die Verarbeitung einer St.Croix erwartet, sollte besser nicht so genau hinsehen. Laut Shimano FAQs wird „Power Cork“ wie folgt beschrieben:

Durch eine synthetische Oberflächenbehandlung verfügt der Power Cork über alle Vorteile von natürlichem Kork, ohne die Nachteile mitzunehmen. Power Cork fühlt sich natürlich an, lässt sich ergonomisch formen, ist leicht an Gewicht, sieht gut aus, ist abwaschbar, nimmt keinen Schmutz auf.

An die Ergonomie wurde ebenfalls gedacht und der Griff im Zuge dessen an der Unterseite abgeflacht. Beim lockeren Probefischen ergaben sich daraus keine fühlbaren Vor-, oder Nachteile. Wie weit sich das Griffdesign auswirkt, wenn man beidhändige „Gewaltwürfe“ ausführt bleibt abzuwarten. Es sieht aber ganz so aus, als würde die Konstruktion Sinn machen. Alles in allem liegt die Aspius sehr gut in der Hand und lässt sich sicher greifen.

Shimano Yasei Griff

Shimano Yasei Griff

Rollenhalter

Die Übergänge vom Griff zum Rollenhalter, und wieder zurück über den relativ langen Foregrip sind sauber verarbeitet. Der Rollenhalter selbst fühlt sich leider etwas minderwertig und klapprig an. Der Eindruck verstärkt sich, wenn man sich das sehr flache Gewinde genauer ansieht. Weder Seppl noch meine Wenigkeit haben sich getraut die Schraube richtig anzuknallen. Eine abschließende Bewertung wird auch hier wieder erst der Langzeittest ermöglichen. Bis jetzt tut der Halter das was er tun muss. Die Rolle sitzt bombenfest und innerhalb unseres Testzeitraums hat sich daran auch nichts geändert.

Shimano Yasei Aspius Rollenhalter

Shimano Yasei Aspius Rollenhalter

Beringung

Die goldfarbenen Ringwicklungen sind gut gemacht und mit einer angemessenen Schicht Lack versiegelt – nicht zu dick und nicht zu dünn. Einzig einige der oberen 10 akkurat ausgerichteten Fuji Alconite-Ringe hätten etwas weniger davon vertragen können. Hier ist mir persönlich manchmal zu viel in Richtung Ring geraten. Bis auf den Leitring (Doppelsteg) handelt es sich bei allen anderen um einstegige Lastverteiler / Richtungsweiser.

Die 10er Berkley Nanofil ist anstands- und geräuschlos durchgeglitten. Beim Spitzenring hätte ich mir jedoch einen an der Oberfläche glatten Ring gewünscht. Mag sein das es an meinen „Wurfkünsten“ liegt, aber gerade bei der hier verbauten Variante habe ich wesentlich häufiger Schlingen und Knoten am Spitzenring zu verzeichnen, als bei jenen die mit einer absolut glatten, sprich kantenlosen Oberfläche daherkommen.

Ein subjektiv besonders nützliches Feature befindet sich kurz vor dem Griff – der Hakenhalter. Warum dieses Ding die Lager so extrem spaltet, kann ich euch nicht sagen. Sollte eine eurer Angelruten keinen besitzen, findet ihr bei Fabian den passenden Hook Keeper zum einfachen Nachrüsten. Mich stört dieses Helferlein beim „Finger auf den Blank“ Angeln überhaupt nicht.

Shimano Yasei Aspius - Beringung

Zapfenverbindung

Zur Verbindung der beiden Einzelteile gibt es nicht sonderbar viel zu schreiben. Beide Teile sind an der Naht ordentlich und ohne Grat verarbeitet. Das lösen und zusammenstecken der beiden Aspius-Teile funktioniert reibungslos und ohne Nebengeräusche.

Shimano Yasei Aspius Zapfenverbindung, Überschubverbindung

Shimano Yasei Aspius Zapfenverbindung, Überschubverbindung

Design

In Punkto Design sprechen die Yasei Aspius Ruten vielleicht nicht jeden an. Mir persönlich gefällt die Farbkombination aus schwarz/weiß mit goldenen Ringbindungen sehr gut. Als Verfechter von Dupplongriffen erspare ich euch jeglichen subjektiven Senf zum Korkgriff :)

Shimano Yasei Aspius Blank-Design

Shimano Yasei Aspius Blank-Design

Zwischenergebnis

Die Foren und Blogs überschlagen sich zum Thema „Yasei“ nicht ohne Grund. Shimano hat mit den Ruten der Yasei-Serie den Zahn der Zeit getroffen. Sowohl optisch, als auch in den technischen Merkmalen ein echtes Massenprodukt welches ganz bestimmt seine Abnehmer finden wird – zu recht. Die Verarbeitung ist durchweg gut gelungen. Es sitzt alles da wo es hingehört und bis auf ein paar kleine Schnitzer in Sachen Spitzenring, Balance und Rollenhalter bekommt man für ca. 150€ ein anständiges Stück Rute geliefert. Das Preis-/ Leistungsverhältnis ist nach den ersten Begutachtungen angemessen.

Das ist aber nur die halbe Miete der Bewertung, denn was wirklich zählt sind die inneren Werte der Rute. Wie es um diese bestellt ist, könnt ihr in wenigen Tagen hier im Blog nachlesen und euch Informationen bezüglich Blank, Aktion, Wurfgewicht und Feinfühligkeit der Shimano Yasei Aspius Rute einverleiben.

Bis es soweit ist, sage ich Danke und bitte nochmals um Entschuldigung wegen der unpassenden Rolle. Sollte es sonst noch was an diesem Testbericht zu meckern geben, dann dürft ihr dafür gerne das Kommentarfeld missbrauchen. Ich freue mich über jede Rückmeldung.