Sidefloat – Fireball langsam schleppen

Was macht eigentlich einen erfolgreichen Angler aus? Vielleicht die Zeit am Wasser und die damit verbundene Erfahrung? Oder ein genauer Überblick über die verschiedenen Angebote des stetig wachsenden Gerätemarktes? Ist es am Ende doch die vieldiskutierte Portion Glück, die über […]

Was macht eigentlich einen erfolgreichen Angler aus? Vielleicht die Zeit am Wasser und die damit verbundene Erfahrung? Oder ein genauer Überblick über die verschiedenen Angebote des stetig wachsenden Gerätemarktes? Ist es am Ende doch die vieldiskutierte Portion Glück, die über den Fangerfolg entscheidet? Wahrscheinlich bedarf es einer Kombination aller Faktoren, um über längere Zeit gute Fänge zu verzeichnen. Mehr noch; wer sich als Angler zu Gunsten seines Fangerfolges weiterentwickeln will, muss kreativ und innovativ denken! „Was will ich, was kann ich?“.

Das sind Fragen, die sich wohl auch Patrick ten Have gestellt hat. Der gebürtige Niederländer taucht mit seinen beeindruckenden Fängen in diversen Hitparaden und im Internet auf. Seine persönliche Fangliste umfasst zu besten Zeiten 32 Meterhechte auf 45 Angeltage – dazu noch 25 Zander zwischen 80 und 94 cm Länge, sowie diverse Welse! Solch prächtige Fangergebnisse können nicht mehr nur auf Glück zurückgeführt werden. Müssen sie auch nicht; denn Patrick ten Have hat eine plausible Erklärung für seine unglaublichen Fänge; sein innovatives Side-Float, das er selbst entwickelt hat und mittlerweile in kleiner Serie produzieren lässt, fängt einfach mehr Fisch!

Sidefloat - Köderfisch am Fireball langsam schleppen

Viele Hechtangler, die dem Esox schleppend nachstellen, schwören seit Jahren auf Sideplaner – mit diesen kleinen „Plastikschiffchen“ kann man den Schleppköder neben der eigentlich Fahrspur des Bootes präsentieren. So umgeht man nicht nur den Scheucheffekt des eigenen Wassergefährtes sondern kann auch eine größere Fläche effektiv absuchen. Wer einmal die Fangerfolge auf den großen Voralpenseen studiert, merkt schnell; hier geht nichts ohne Sideplaner.

Eine andere Technik, die viele Angler zum ersten Mal bei holländischen Kollegen beobachten konnten, ist das Fischen mit dem totem Köderfisch am Fireball. Hierbei kombiniert man die Vorteile eines Köderfisches hinsichtlich Duftwolke und Realitätsgrad sowie die punktgenaue Präsentation, die ein Fireballjig ermöglicht. Und wie gelangt man zu einer besonders fängigen Methode? Man kombiniert Bekanntes und Bewährtes, passt es an die gegebenen Bedingungen an und optimiert das System immer weiter!

Schleppsystem für Fireball-Jigs

Genau so entstand das Sidefloat von Patrick; die Idee einen toten Köderfisch am Fireball langsam und versetzt zum Boot schleppen zu können ließ den Entwickler nicht mehr los. Allerdings waren die handelsüblichen Sideplaner zu groß und zu schwer, um sie wirklich erfolgreich für diese Art des Angelns benutzen zu können. Außerdem lässt sich ein Sideplaner meist nur links oder rechts vom Boot fischen. Und so entwickelte Patrick ten Haven in mühsamer Handarbeit einen eigenen Prototypen, der hinsichtlich des Befestigungsmechanismus sowie der Größe und Form perfekt auf die Angelei mit Fireball und totem Köderfisch abgestimmt ist.

Wer den Köderfisch genau mittig auf den Fireball aufzieht, erhält hier eine Montage, die den Köder punktgenau und zuverlässig in der gewünschten Spur laufen lässt. Außerdem fungiert das Side-Float gleichzeitig als Bissanzeiger. Und wenn einen größeren Köder präsentieren will, der ergänzt die Side-Float Montage einfach um einen Schwimmer, sodass die Tragkraft erhöht, die Fängigkeit aber nicht vermindert wird. Ein weiterer, innovativer Clou liegt im speziellen Aufbau des Side-Float.

Es lässt sich mit wenigen Handgriffen so umbauen, dass man es entweder rechts oder links vom Boot laufen lassen kann. Dies ist bei handelsüblichen Sideplanern meist nicht der Fall! Dabei ist das System trotzdem jederzeit derart fein abstimmbar, dass es sich sogar erfolgreich vom Ufer aus einsetzten lässt. Auch hier ist man durch den raffinierten Umbaumechanismus für jede Situation gewappnet. Wer also am nächstgelegenen Kanal immer schon die andere Uferseite abfischen wollte, kann ebenso auf das Sidefloat von Patrick setzen, wie jeder leidenschaftliche Bootsangler.

Mein Tipp: Fireball langsam am Sidefloat geschleppt!

Ich persönlich verwende immer solide Ruten mit einem Wurfgewicht von 60 bis 100 Gramm und einer Länge von 3,00 Meter, aber auch mit einer etwas kürzeren oder leichteren Rute kann der Fireball am Sidefloat gefischt werden. Ich bevorzuge jedoch die 3m Version, da oft mit einen ziemlich großen Abstand gefischt / gedrillt wird und eine längere Rute mit mehr Power benötigt wird. Als Rolle kommt eine solide 4000er zum Einsatz, z.B. die Shimano Technium. Der Fireball sorgt dafür, dass der Köder beim Schleppen schön horizontalen ausgerichtet ist. Ich bevorzuge 14, oder bei mehr Strömungsdruck und größeren Köderfischen, die 21 Gramm Fireball-Version.

Als Vorfachmaterial verwende ich 1×7 oder 7×7 Stahl- oder Titan von 30 lbs und binde damit ein 60-80 cm langes System. Der Stinger, der an dem Fireball befestigt wird, besteht aus dem gleichen Material und ist mit einem Drilling der Größe #2, #1, 1/0 oder 2/0 bestückt. In den meisten Fällen hängen bei mir Rotaugen oder Brassen am Fireball. Im Frühling und im Sommer primär kleinere Köder zwischen 15 und 20cm. Im Herbst und Winter 20 bis 30cm – oder größer.

Im Winter eignen sich Meeresfische wie Makrelen oder Stinte hervorragend. Achtet aber immer darauf, dass der Fireball in der Mitte des Kopfes durchgesteckt und nicht schräg oder durch ein Nasenloch montiert wird. Die Köderfisch drehen sich sonst in der Regel beim Schleppen raus. Der Stinger wird am höchsten Punkt des Rückens eingesteckt und ggf. ein Stück Gummi am Fireball Haken montiert.

Dann lass ich die Montage ruhig ins Wasser absinken, bis der Köderfisch auf der gewünschten Tiefe ist und der Schwimmer aufrecht steht. Dann öffne ich den Bügel der Rolle, bis das System ca. 15 – 30 Meter hinter dem Boot ist und schließe den Bügel wieder. Die Schleppgeschwindeigkeit bei dieser Fischerei beträgt ca. 0,2 km/h bis 2 km/h. In den meißten Fällen fische ich mit 2 Systemen – eins mit Schwimmer und eins ohne Schwimmer – am Sidefloat.

Interesse geweckt oder noch Fragen zum Sidefloat? Dann greift zum Hörer und ruft an: +49 (0) 2443 – 8428! Alle schnell entschlossenen können den Sidefloat natürlich auch direkt bei uns im Shop bestellen. Tight lines, Helmut :)

Pike-Attack