Während sich bei uns alle über die Spionage der USA und Großbritaniens unterhalten schwappt angeltechnisch auch was mit „spionieren“ aus Japan zu uns herüber. Die Rede ist von einer Angeltechnik namens Spybaiting. Was sich dahinter verbirgt und ob das auch was für unsere europäischen Breitengrade ist, soll hier mal „untersucht“ werden.

Spybaiting - Angeltechnik für Wobbler mit Propeller

Spybaiting - Angeltechnik für Wobbler mit Propeller

Worum gehts beim sog. Spybaiting eigentlich?

Dafür gehen wir wieder den Weg und schauen mal was denn im Begriff selbst steckt. Wir haben zum einen Spy vom englischen Verb ‚to spy‘ und Baiting vom englischen verb ‚to bait‘. Nach Auskunft meines Kumpels Leo steht also ‚to spy‘ in unserem Zusammenhang für sorgfältig beobachten, aufindig machen oder auch ausspähen. Man könnte also sagen es geht um was mit SEHEN. Bei ‚baiting‘ geht es um ködern oder anlocken. Da es so tatächlich noch etwas kryptisch daherkommt hier einfach mal, NSA freundlich, in Klartext gepackt.

Es geht darum Fische auf Sicht zu erkennen und zu fangen. Die Technik kommt gerade an besonders klaren Gewässern zum Einsatz wo man aus großen Distanzen auf die Fische angelt da sie dort in der Regel extrem Scheu sind. Die Japaner treiben das jetzt beim Spybaiting auf die Spitze.

Wer hat’s erfunden?

Wie oben bereits erwähnt handelt es sich beim Spybaiting um eine Technik aus Japan. Klar wer im Land der Ninjas wohnt, hat die entsprechende Vergangenheit um den Fischen ungesehen auf die Pelle zu rücken. Der Legende nach wurde die Spybaiting Technik so um 2007 / 2008 am Lake Biwa entwickelt. Genau zu der Zeit als die ersten Köder mit Propeller auf den Markt kamen. Dazu kamen noch die ein oder anderen Angler die sich an ihre Köder kleine Propeller montierten um bei der Köderführung einen Tick extra Turbulenz Unterwasser zu erzeugen. Der erste Köder zum Spybaiting aus einer Fabrik kam von Tiemco der Stealth Pepper 55. Die Spitze des Eisbergs ist dann der von Masahiro Adachi entwickelte DUO Spinbait 80. Mit seinem einen Propeller an Spitze & Heck, seinem Gewicht und Profil bringt er alles Nötige für das Spybaiting mit.

Spybaiting - Angeltechnik für Wobbler mit Propeller

Spybaiting - Angeltechnik für Wobbler mit Propeller

Wie funktioniert es?

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht als handle es sich um einen Topwater Köder die an der Oberfläche ordentlich Radau machen, wie z.b. der Rapala Skitter Prop, handelt es sich beim Spybaiting nicht um eine Topwater technik. Viele mehr sind die Köder mit genügend Gewicht versehen um sie weit werfen zu können. Von der Aktion her sind die Hardbaits sinkend angelegt. Dabei sind die Form meistens so gestaltet das der Köder beim Sinken anfängt zu flattern. Gerade das erzeugt bei den Raubfischen den Beißreflex. Um jetzt erfolgreich zu „spybaiten“ wird also der passende Köder weit genug ausgeworfen und anschließen lässt man ihn bis auf die gewünschte Tiefe absinken.

Als nächste fängt man an den Köder langsam und gleichmäßig einzuholen. Dank der Propeller entstehen jetzt die Mikroturbulenzen. Natürlich geht das auch nicht vollständig ruhig von statten. Aber genau diese minimalen Geräusche und Druckwellen sind für den Fangerfolg entscheidend. Für den Räuber ergibt sich aufgrund der Silhouette das Bild eines vorbeischwimmenden Futterfisches und aufgrund der Reize durch die Propeller wird der wie erwähnt der Biss provoziert.

Spybaiting: Technique of Silent Capture - Introduction

Braucht man für’s Spybaiting bestimmtes Equipment?

Wie so oft braucht man / empfiehlt sich auch hier bestimmtes Material. Wie weiter oben erwähnt zählt es eher als Finesse Technik. So stellt sich das auch beim Material dar. Die Japaner fischen mit sehr dünnen Monofilen schnüren, meist Fluorocarbon mit  4 –  6lb. Das hat zwei Gründe. Erstens sind diese weniger leicht für den Fisch zu sehen und zweitens würde zu dicke Schnur dafür sorgen das der Köder nicht mehr waagerecht und sehr langsam sinkt. Bei den Angelruten sieht es so aus das hier sogar die Baitcastangler aus Japan auf Spinnruten zurückgreifen. Diese sind dann auch gut und gerne zwischen 2.10m und 2.70m lang und haben ein entsprechend leichtes Wurfgewicht um die Köder weit werfen zu können. Finally braucht man noch den passenden Köder zum Spybaiting. Hier bieten verschiedene Hersteller ihre Produkte an. Da gibt es zum Beispiel von DUO den Realis Spinbait aber auch Illex hat mit dem I Prop 75 S seit neustem ein Spybait im Programm. Eine aktuelle Übersicht mit allen verfügbaren SkyBaits findest du im Beitrag SpyBaits im Überblick.

Spybaiting - DUO Realis Spinbait 60

Spybaiting - DUO Realis Spinbait 60

Und bei uns?

Also ich denke gerade in besonders klaren Gewässern wo man feststellt das die Fische ‚allergisch‘ auf Boote und Angler in der Nähe reagieren kann ich mir schon gut vorstellen das die eher dezente Art des Spybaiting vielleicht doch den ein oder anderen Fisch aus der Reserve lockt. Denn nicht immer sind wild zuckende Twitchbaits das non plus Ultra, um scheue Fische zu überlisten. Zielfische für das Spybaiting sind meiner Meinung nach Barsch und Rapfen. Und jetzt ihr. Habt ihr schon mit Spybaiting bzw. den Propellerködern Erfahrung sammeln können? Wenn ja welche? Haut es unten in die Kommentare und wir diskutieren drüber.