Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Crankbait und Spinnerbait-Rute

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Crankbait und Spinnerbait-Rute

  1. Testbericht: Tailwalk Fullrange C70M/G (Baitcaster, einteilig, composite)
  2. Spezifikationen
  3. Unboxing
  4. Setup
  5. Testbericht
  6. Fazit

Als ich mir vor einigen Jahren meine erste Revo STX zulegte, ahnte ich noch nicht wie sehr mir das „Baitcastfieber“ zusetzen würde. Spätestens mit dem Zuwachs meiner Tailwalk Gekiha Banks war es komplett um mich geschehen und mir war klar, dass ich über kurz oder lang einen Großteil meines Arsenals auf BC-Ruten umstellen werden würde.

Das nächste Objekt auf meinem Wunschzettel war eine Castingrute zum Fischen mit Chatter- und Spinnerbaits auf Barsch und zum leichten Hechtfischen. 7 Fuß+ und einteilig waren meine k.o. Kriterien, zudem sollte sie über genügend Backbone verfügen, um auch mal einen Hecht drillen zu können – ohne gleich Schweißperlen auf der Stirn zu bekommen.

Als absoluter Fan von Tailwalk-Ruten ging natürlich sofort eine Anfrage an Nippon Tackle raus. Die Empfehlung dort lautete: Tailwalk Fullrange C70M/G! Die Rohdaten der Rute sahen ganz gut aus, was mich jedoch etwas zögern ließ, war der Satz „Die Tailwalk Fullrange C70M/G bietet durch ihren höheren Glasfaseranteil eine weichere Aktion“.

Wie weich ist eine weichere Aktion? Leider ist so etwas sehr schwierig zu beurteilen, ohne die Rute in die Hand nehmen zu können. Auch konnte ich keinerlei Test- oder Erfahrungsberichte zu diesem Modell im Netz ausfindig machen. Lediglich die Tatsache dass die Amerikaner bei den genannten Ködertypen auch gerne mal zu Composite-Ruten greifen, stimmte mich positiv bei meiner Recherche im Netz.

Letzten Endes habe ich mich für diese Rute entschieden. Auch um euch mit allen nötigen Infos zu versorgen und eine eventuelle Entscheidungshilfe zu geben. Also packen wir die Sache an – und aus!

Spezifikationen

Tailwalk Fullrange C70M/G
Typ Baitcast-Rute
Länge 2,13 m
Powerrating M
Taper Fast
Wurfgewicht max. 28 g
Schnurklasse 8 – 20 lbs
Teilung einteilig
Transportlänge 213 cm
Gewicht 160 g
Ringe 9 + Tip
FUJI K Concept
SiC-J Einlagen
Stainless Steel Frames
Griff Split Grip, Kork / Duplon
Grifflänge* 36 cm / 25 cm
Rollenhalter FUJI CS45-T
Blank Kohlefaseranteil: 70%
Glasfaseranteil: 30%
Blank-Durchmesser 15,2 mm / 2,2 mm
Grundfarben Blank: schwarz, glänzend
Ring- und Zierwicklungen: gold
Logos und Schriftzüge: weiß, gold
Preis (UVP) 259 €
Shop-Link Tailwalk Fullrange C70M/G
* mit Rollenhalter / ohne Rollenhalter

Unboxing

Tailwalk Fullrange C70M/G Crank- und Spinnerbait-Rute

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing

Futteral

Das einteilige Schmuckstück kam, wie bei Nippon Tackle üblich, verpackt in einem PE-Rohr. Sorge vor Transportschäden muss man sich also eher nicht machen. Dies ist aber nur das Paket und nicht Bestandteil der Rute. Die eigentliche Verpackung ist ein schwarzes Stofffutteral, auf dem wenige goldene Applikationen zu finden sind wie z.B. der Fullrange Schriftzug der das untere Ende ziert. Das obere Ende des Futterals ist einmal umgeschlagen und wird durch 2 Streifen Klett verschlossen gehalten.

Auf ca. 2/3 höhe befindet sich eine kleine Tasche in dem sich das Datenblatt der Rute befindet. Das genaue Modell und alle wichtigen Fakten hat man so schnell im Blick, wenn man seine Ruten während der Winterpause im heimeligen Keller aufbewahrt. Schlicht und funktionell gehalten hebt es sich auch nicht großartig von der breiten Masse ab, tut aber das was es soll. Nämlich die Rute vor Staub und Kratzer schützen. Der einzige Negativpunkt, den ich feststellen konnte, ist das der samtene Stoff sehr gerne Fusseln fängt.

Design

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Design / Gesamtaufbau

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Design / Gesamtaufbau

Von ihrer Stoffummantelung befreit, kommt die Rute sehr edel daher. Schwarz und Gold sind die vorherrschenden Elemente und verhelfen der Rute zu einem sehr wertigen Gesamtbild. Die ersten ~10 cm über dem Griffstück sind Mattschwarz. Hier finden wir auch den Fullrange Schriftzug, sowie auf der Unterseite das Line und Lure Rating. Danach kommt ein kurzes, klarlacküberzogenes Stück Carbon Gewebe, bevor es dann in den Hauptteil übergeht, welcher sein tiefes Schwarz ebenfalls unter einer Schicht Klarlack versteckt.

Durchbrochen wird das ganze immer wieder durch goldene bzw. messingfarbene Elemente. Nur nach hinten raus, ab dem Kork Teil des Griffes, wurden winding checks in gunsmoke und ein Ring mit Tailwalk Schriftzug in Silber verbaut.

Optisch ein besonderes Highlight sind die Ring- und Zierwicklungen. Bei schlechten Lichtverhältnissen erscheinen sie schwarz mit drei goldenen Wicklungen. Bringt man etwas mehr Licht ins Spiel erkennt man, dass es sich bei dem Schwarz aber um eine raffinierte Komposition in Kirschrot Transparent handelt. Das peppt die Rute auf, ohne ihrer edlen Erscheinung zu schaden.

Nicht nur optisch sondern auch Qualitativ liegt die Fullrange ganz weit vorne. Weder Lacknasen, Applikationsfehler noch Klebstoffreste konnte ich bei meiner Rute feststellen. Alles in allem ein wirklich schöner Gesamtaufbau, an dem alle Komponenten sehr sauber verarbeitet wurden.

Griff & Rollenhalter

  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Griff und Rollenhalter

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Griff & Rollenhalter

Die Griffpartie, welche Tailwalk als Typ D im Fullrange Lineup angibt, ist gesplittet. Während im direkten Anschluss an den Fuji Rollenhalter hochwertiger Kork unseren Händen schmeichelt, wurde zum Abschluss auf feines Duplon zurückgegriffen. Die Übergänge sind alle sauber verarbeitet und wir haben keine übermäßigen steps zwischen den Griffmaterialien und den winding checks.

Apropos schmeicheln. Der Reelseat kommt in einem griffigen, mattierten finish daher, welcher von der Haptik ein wenig an Gaming Mäuse erinnert. Mir gefällt das sehr gut. Einen Wehrmutstropfen gibt es allerding doch. Einen Hookkeeper sucht ihr hier, wie so oft, vergeblich.

Beringung

  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Ringe / Beringung
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Ringe / Beringung
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Ringe / Beringung
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Ringe / Beringung
  • Tailwalk Fullrange C70M/G - Ringe / Beringung

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Beringung

Beringt ist die Rute mit 10 SIC K-Guides aus dem Hause Fuji. Während die ersten beiden Ringe auf 3 Beinen stehen, reicht den 8 folgenden 1 Standbein aus. Die silbernen Frames sind gerade und in Flucht auf den Blank gebunden. Aus der Reihe tanzt hier keiner.

Blank

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Blank

Tailwalk Fullrange C70M/G - Unboxing: Blank

Kommen wir zum Kernstück der Rute und dem wohl interessantesten Teil des Unboxings. Dem mit 70 % Kohle- und 30 % Glasfaser anteiligem Composite Blank. Hatte ich im Vorfeld doch ein wenig bedenken das er zu weich sein könnte, wurden diese beim ersten Trockentest quasi weggewedelt.

Der 7 ft lange Blank steht recht zügig wieder in Ausgangsposition, gegenüber einer vergleichbaren Kohlefaserrute schwingt er aber ein wenig nach. Schwabbelig ist er jedoch keineswegs. Das Taper kann man guten Gewissens als Fast bezeichnen.

Die Aktion ist im vorderen Drittel der Rute verhältnismäßig soft, bevor wir in ein wirklich knackiges Backbone kommen. Auch ist die Rückmeldung / das Feeling nicht ganz so Knochentrocken wie bei einem „reinen“ Kohlefaser-Blank.

Was auch sofort ins Auge sticht, ist der dickere Durchmesser direkt vorm Griffstück. Ist er doch mit etwas über 15 mm nicht zu übersehen und um einiges stärker als Blanks vergleichbarer Kohlefaserruten. Aber keine Angst. Stören tut es nicht und ein Fuji Hookkeeper passt mit dem großen O-Ring auch noch.

Zwischenstand

Die als Crankbaitrute klassifizierte C70M/G hinterlässt „out of the box“ einen wirklich guten Gesamteindruck. Die Komponenten sind hochwertig, die Verarbeitung 1a und der Preis erscheint mir angemessen. Ob sie diesen Eindruck auch am Wasser vermitteln kann, wie sie sich in der Praxis schlägt und wie es um das Wurfgewicht bzw. Köderspektrum bestellt ist, erfahren wir nur auf dem Wasser. Also Rolle ran und ab dafür.

Setup: Rolle und Schnur

Tailwalk Fullrange C70M/G Crank- und Spinnerbait-Rute

Tailwalk Fullrange C70M/G - Setup: Rolle und Schnur

Tailwalk Fullrange C70M/G - Setup: Rolle und Schnur

Als Rolle wählte ich erstmal meine bereits vorhandene Revo MGX. Optisch ergänzt sie das Setup sehr gut und technisch sollte sie auch passen. Mittlerweile tendiere ich aber eher dazu auf eine langsamere BC mit 6er Übersetzung umzusteigen, da die meisten Baits eher etwas gemächlicher durch die Wassersäule Gassi geführt werden.

Da der Testzeitraum nun schon sehr lange andauert, kam ich auch dazu das Schnursetup immer mal wieder zu wechseln. Der Switch von FC zu Geflecht und wieder zurück, wurde vorrangig durch die verschiedenen Einsatzbedingungen und Zielfische getrieben.

Für das spätherbstliche Fischen in den stark ausgedünnten Kraut- und Seerosenfeldern unserer Potsdamer Havel, wählte ich das bewährte Stroft GTP R Sägeblatt mit 5,5 kg Tragkraft. Hier ist die Hechtgefahr besonders groß, deshalb entschied ich mich für eine dehnungsarme Hauptschnur, um im Falle des Falles mehr Power beim Hooksetting zu haben.

Ansonsten kam bei allen anderen Einsätzen eine 11 Pfund Fluorocarbon Hauptschnur zum Einsatz. Diese Kombination gefällt mir insgesamt auch wesentlich besser, da die Dehnung der Schnur besser mit dem Composite-Blank harmoniert und seine besonderen Eigenschaften noch etwas mehr hervorgehoben werden.

Testbericht

Tailwalk Fullrange C70M/G Crank- und Spinnerbait-Rute

Tailwalk Fullrange C70M/G - Crankbait und Spinnerbait-Rute im Test

Tailwalk Fullrange C70M/G - Crankbait und Spinnerbait-Rute im Test

Balance & Handling

Gepaart mit meiner ABU MGX ergibt sich eine optisch wie technisch ausgewogene Combo, die gut in der Hand liegt. Obwohl der Blank vom Durchmesser sehr stark ist, trägt er im Bereich der Griffpartie kaum auf. Die Feststellschraube ist mit Ø 25 mm lediglich 2 mm größer als bei der Fullrange C67ML/SL und hinterm Trigger schlagen 3mm im Durchmesser zu Buche. In der Praxis ist das nicht spürbar und die Rolle lässt sehr gut palmen.

Wer keine Mühe hat eine einteilige 7 ft Rute zu transportieren, kann sich an sehr guter Wurf und Drillperformance erfreuen. Die 2,13 m länge bringt nicht nur unsere Köder auf Weite, sondern gibt uns außerdem auch einen extra Hebel um selbige um Hindernisse zu dirigieren oder auch mal ins Wasser getaucht unseren Cranks ein paar cm extra Tauchtiefe zu spendieren.

Trotz des relativ hohen Rutengewichts von 160 g und der leichten Rolle, ist die Kopflastigkeit minimal. Da wir anders als bei Spinnings den Großteil des Gewichtes satt in der Hand zu liegen haben, steht auch stundenlangen, ermüdungsfreiem fischen nichts im Weg.

Rückmeldung , Aktion, Drill- und Wurfverhalten

Retrieve/flexible, so lautet der Slogan den Tailwalk der C70M/G mit auf den Weg gegeben hat und verrät uns auch schon wofür diese Rute gemacht ist. Nämlich für Köder, welche hauptsächlich durch einfaches einleiern zum Leben erweckt werden. Eine waschechte Crankbaitrute halt.

Wie bereits erwähnt, ist die Rute mit einem Fast Taper klassifiziert. So circa das erste Drittel vom Spitzenring aus ist sie relativ Soft, wird dann Progressiv härter und macht dann in etwa am 2ten Ring fast komplett zu. Ein ordentlich strammes Backbone also, welches auch größeren Fischen Paroli bieten kann.

Der Glasfaseranteil verleiht dem Blank eine softe Geschmeidigkeit, welche viele Vorteile mit sich bringt aber auch seine Defizite hat.

Sehr hervorzuheben ist das gute Wurfverhalten über einen großen WG Bereich. Beachtet Ihr das minimale Startgewicht, bedankt sich der elastische Blank mit einer wirklich guten Aufladung und schickt Eure Baits präzise auf Weite. Dabei wirft er sich bis hin zu seinem maximalem WG wirklich sehr komfortabel und selbst bei 1 oz hat man noch nicht das Gefühl unmittelbar eine Grenze zu überschreiten.

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Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Aktion, Wurfgewicht und Aufladung

Auch brilliert die gute Aufladung aus der Spitze heraus bei Rolecasts auf kurze bis mittlere Distanz. Die softe Aktion gepaart mit der guten Rückstellgeschwindigkeit lassen die Köder nur so rausschießen. Es macht echt Spaß einen Spinner- oder Chatterbait mit einem smoothen rolecast unter die nächste Steganlange zu schlenzen.

Ein weiterer Pluspunkt, den der flexible Compositeblank mit sich bringt, ist die leichte Verzögerung beim Biss. Der Köder hat etwas mehr „Spiel“ und unsere potenzielle Beute kann ihn besser aufnehmen. Das wirkt sich sehr positiv auf die Bissausbeute aus, gerade bei Topwaterbaits.

Last but not Least beeinflusst der weichere Blank auch das Drillverhalten sehr positiv. Die Elastizität gibt uns einen gewissen Puffer der permanent Spannung auf der Schnur hält, Schüttler abdämpft und so Aussteiger im Drill zuverlässig vermeiden kann. Ein RundumSorglos Paket also, welches sich in Puncto Aktion, Drill- und Wurfverhalten ein Doppel Plus von mir verdient.

Bedingt durch die weichere Aktion hat die Rute natürlich auch Schwächen. Was uns im Wurf- und Drillverhalten so positiv gestimmt hat, beeinflusst im gleichen Maße das Feedback und die Köderanimation negativ.

Immer dann wenn wir auf jeden Zupfer am Ende der Schnur reagieren oder unsere Köder knackig mit der Rute animieren müssen, hat der Compositeblank das Nachsehen. Gummianwendungen sowie Twitchbaits fallen aufgrund der flexiblen Verbindung zum Köder also aus. Hier geht einfach zu viel Energie verloren um diese Köder effektiv einsetzen zu können.

Wurfgewicht & Aufladung

Angegeben ist die C70M/G mit einem lurerating von 3/16 – 1 oz, was umgerechnet etwa 5 – 28 g bedeutet. Am Wasser hat sich dann aber schnell rauskristallisiert, was ich beim Trockentest bereits vermutet habe. Das minimale WG von 5 g ist nicht wirklich gut zu werfen. Je nachdem wie kompakt und Aerodynamisch Euer Köder ist sollte er schon mindestens 8 – 10 g auf die Waage bringen um die Rute vernünftig aufzuladen.

Nach oben hin könnt Ihr aber die volle Unze komplett ausnutzen. Bei meinen Ausflügen kamen auch Baits mit bis zu 31 g Bruttogewicht (3/4 oz Spinnerbait + Trailer) zum Einsatz, ohne dass ich das mulmige Gefühl einer überladenen Rute zu spüren bekam. Mein persönlicher Wohlfühlbereich, in dem sich die Rute optimal entfaltet, liegt so bei 12 – 25 g. Wie bereits erwähnt ist das Wurfverhalten sehr komfortabel und die Aufladung ab einem Mindestgewicht dann bis 1oz sehr homogen.

BTW: Wer sich über die Angabe Bruttogewicht wundert, sollte wissen das ich damit das Realgewicht des Köders inklusive eventueller Trailer oder Trailerhooks etc. meine. Die Gewichtsangabe des Herstellers bei Chatter- und Spinnerbaits beziehen sich oft nur auf das Kopfgewicht.

Während die meisten Chatterbaits je nach Größe lediglich 2 – 4 g mehr als Aufgedruckt wiegen, können bei Spinnerbaits die Realgewichte doch erheblich abweichen. So besitze ich z.B. einen 3/8 oz Vibra Shaft von Stanley der Aufgrund seiner großen Double Willow Blades und des üppigen Skirts schon alleine 20 g auf die Waage bringt. Das ist fast doppelt so schwer wie der Aufdruck vermuten lässt.

Köderspektrum

Wer den Testbericht bis hierhin aufmerksam verfolgt hat, wird schon eine Ahnung bekommen haben wofür ich eine solch flexible Rute verwende und welche Köder hauptsächlich an ihr zum Einsatz kommen. Hier gibt es jetzt nochmal ungefilterten Input direkt aus der Köderbox.

Crankbaits und Lipless Cranks

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Lipless Cranks

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Lipless Cranks

Natürlich stehen bei einer Crankbait-Rute die Namensgebenden Baits ganz oben auf der „what to fish“ Liste. Aerodynamisch sind die meist pummeligen Fischimitate nicht gerade das Gelbe vom Ei und je nach Tauchtiefe bzw. Größe der Tauchschaufel gleichen sie eher der sprichwörtlichen Schrankwand im Windkanal.

Empfohlen werden für die C70M/G Crankbaits von 5 – 7cm. Dem kann ich mich nach etlichen Stunden am Wasser auch anschließen, jedoch nicht uneingeschränkt. Während unten rum das Gewicht der limitierende Faktor ist, schränkt uns oben rum eher die Tauchtiefe bzw. die Verdrängung der Tauchschaufel ein.

5 cm Modelle wie der Worming Crank Shot von Nories oder der Clacking Crank von Rapala bringen rund 9 g auf die Waage und stellen das untere Limit an Werfbarkeit dar. Ab 11 / 12 g fängt es dann an so richtigen Spaß zu machen. Die meisten meiner „Kugelfische“ fallen in diese 5,5 – 6 cm Katergorie. Hier liegen wir mit Cranks wie z.b. dem Zoner 55 (S + SS) von Major Craft oder dem Illex DD Cherry voll im Rennen.

Viel größere Modelle besitze ich gar nicht. Jeder Zentimeter mehr bringt in der Regel dann auch erheblich mehr Volumen mit sich und macht diese Köder für meinen Hauptzielfisch Barsch eher unattraktiv. Daher kann ich hier nicht mit Erfahrungswerten in der 7 cm+ Kategorie glänzen.

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Crankbaits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Crankbaits

Führungstechnisch stellen die genannten Protagonisten kein Problem dar und Ihr könnt sämtliche Vorzüge des Compositeblanks ausschöpfen. Kniffelig wird es dann spätestens mit Supertieftauchern. Der Mogul Crank Target 3, welcher sehr zügig Richtung Grund marschiert und bis zu 3 m tief läuft, bringt die Rute dann schon ziemlich auf Vorspannung. Er ist noch fischbar, aber tiefer würde ich dann nicht mehr gehen wollen, da die Gefahr besteht hier die Rute bereits bis ins Backbone zu belasten.

Wer dann in tiefere Gewässerschichten vordringen will, greift lieber auf Lipless Cranks oder Vibration Baits zurück. Diese wiegen in der Regel etwas mehr und sind aufgrund der fehlenden Tauchschaufel auch wesentlich windschnittiger. Hier kommen bei mir z.b. die Illex TN 60 – 80 Slim oder Clackin’Rap von Rapala zum Einsatz. Zu diesen kann man nicht so viel sagen außer fliegt gut, läuft gut, fängt gut.

Auch macht sich hier wieder die softe Rute positiv bemerkbar. Einige Vibration- sowie Chatterbaits können durch ihr permanentes rütteln das Angeln sehr unangenehm werden lassen, wenn die Rute alles 1 zu 1 bis ins Handteil überträgt. Die Tailwalk Fullrange C70M/G puffert da einiges weg und lässt euch auch über Stunden entspannt mit diesen Ködern arbeiten.

Chatterbaits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Chatterbaits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Chatterbaits

Ein weiterer Ködertyp, mit dem sich die Rute wirklich gut einsetzen lässt, sind Chatterbaits von 7 – 14 g. Getestet habe ich auch leichtere, aber die 5 g Variante des Fish Arrow KO Chatter habe ich sehr schnell wieder in die Köderbox verbannt. Mit Trailer ist er zwar gerade noch so irgendwie fischbar, aber weit weg von gut. Die 7 g Varianten sind da schon deutlich besser zu werfen und mit den 10er trefft Ihr den Nagel quasi auf den Kopf.

Die Kombination KO Chatter 10 + schlanken 3 oder 4 Inch Trailer hat mir vom Herbst letzten Jahres an bis heute gut 2/3 meiner großen Barsche eingefangen und stellt für mich den absoluten Traumpartner für die M/G dar. Ähnlich sieht es bei den DK Modellen aus, die lediglich etwas größer als die KO ausfallen. Werfen lassen sie sich im genannten Gewichtsbereich super und beim Führen gibt es auch keinerlei Probleme.

Tricky wird die Sache mit dem Gogo Chatter. Dieser stellt im Verbund mit dem TT Shad Slim 5 einen absolut sexy Köder für Hecht dar und lässt sich auch noch gut an der M/G werfen und führen, allerdings würde ich aufgrund der massiven Ausführung nebst Dickdrahtigen Hakens und des Zielfisches eher zu einer kräftigeren Rute greifen.

Spinnerbaits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Spinnerbaits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Spinnerbaits

Auch Spinnerbaits sind beliebte Köder bei mir und haben sich einen festen Platz an meiner M/G verdient. Gerade die etwas kompakteren Modelle lassen sich ganz ausgezeichnet zum Barschangeln verwenden und harmonieren bestens mit meinem gewählten Setup. Selbst leichte 1/8 oz Baits wie der Small Fry von Stanley bringen real 9 – 10 g auf die Waage. Garniert mit einem Trailer lässt sich damit schon vernünftig arbeiten.

Richtig Bombe sind dann die 3/8 bis 1/2 oz Modelle. Von denen besitze ich eine ganze Menge und diese lassen sich durch die Bank weg sehr gut fischen. Nach oben habe ich bis 3/4 oz +Trailer getestet. Das heißt 31 g Bruttogewicht. Erstaunlicherweise lässt sich solch ein Gespann noch recht entspannt an dieser Rute werfen. Daher verdiente er sich ja auch das Prädikat „besonders Gutmütig“ von mir.

Als Dauerlösung kann ich das aber nicht empfehlen, weil Ihr Euch einfach hart am oberen Limit bewegt und hier ein etwas stärkeres Rutenmodell angemessen ist. Mein absoluter Favorit in dieser Köderkategorie ist der 3/8 oz G-Blade von Geecrack. Einfach aus dem Grund, weil er im Vergleich zu anderen 3/8 oz Modellen deutlich kompakter aufgebaut ist und somit besser ins Beuteschema unserer gestreiften Stachelträger passt.

Topwater

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Topwater Baits

Tailwalk Fullrange C70M/G im Test - Topwater Baits

Die Kategorie Freischwimmer hatte ich nicht auf dem Zettel und spielte dementsprechend bei der Vorauswahl der Fullrange keine Rolle. Da sie aber auch als Topwaterrute deklariert ist, habe ich diesen Baittyp natürlich auch an getestet. Leider bin ich hier nicht ganz so üppig ausgestattet, sodass nur eine Handvoll Köder für diesen Schwimmkurs zur Verfügung standen.

Mein Fazit: 7 – 10 cm Stickbaits wie z.b. der Water Moccasin von Illex oder Doiyo Omote werfen sich wirklich gut und lassen sich ohne Probleme Gassi führen. Uneingeschränkt empfehlenswert also! Bei den Poppern konnte ich nur auf den Zoner Mini Popper 50 und Rapala Skitter Pop 5 zurückgreifen. Beide Modelle bringen nur 6 bzw. 7 g auf die Waage und sind schon recht Anspruchsvoll zu werfen.

Ihre kompakte Torpedoform kommt uns zwar da etwas entgegen, wirkliche Weitenjäger sind sie an meiner Combo aber nicht. Dafür hat die Tailwalk C70M/G aber genau das richtige Mittelmaß an Elastizität, um einerseits die Radaumacher schön zu animieren und andererseits mit einer phänomenalen Bissausbeute zu glänzen. Hier spielt der flexible Blank seine Stärken voll aus und hat die Anzahl der Fehlbisse wirklich deutlich reduziert.

Die beiden genannten Popper fristeten bei mir ein eher abgeschiedenes Dasein in meiner Köderbox eben weil die Bissverwertung auf meinen Zielfisch Barsch einfach miserabel war. Kleinere 3 – 4 cm Modelle konnten hier wesentlich besser überzeugen. Das hat die Fullrange aber nun geändert und mir bereits einige Barsche ins Boot gebracht.

Würden die beiden Protagonisten noch 3 – 4 g mehr wiegen, könnte man hier wirklich von einer Traumhochzeit sprechen. Auf jeden Fall ist hier Potenzial für mehr vorhanden und etwas größere bzw. schwerere Modelle stehen bereits auf meinem Einkaufszettel.

Fazit

Tailwalk Fullrange C70M/G Crank- und Spinnerbait-Rute im Test - Fazit

Tailwalk Fullrange C70M/G Crank- und Spinnerbait-Rute im Test - Fazit

Wer zur Tailwalk Fullrange C70M/G greift, bekommt eine elastische, wirklich vielseitig einsetzbare Baitcast-Rute in elegantem Design und mit Top-Ausstattung. Die besonderen Eigenschaften des Composite-Blanks prädestinieren sie zur ersten Wahl für Moving- und Searchbaits und machen sie zu einer Bereicherung jeder Rutensammlung.

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit meinem Kauf, denn die Fullrange M/G hat sich mit Bravour einen festen Platz in meinem Barschruten-Lineup erstritten und begleitet mich seit dem bei fast jeder Tour! Deine neue Begleitung wartet übrigens hier auf dich. Greif zu, Marco überlegt nämlich auch schon ;)

Peace & fette Beute,
Torsten (Seppl)

Die Tailwalk Fullrange C70M/G wurde im Rahmen des Nippon-Tackle Partnerprogramms gekauft. Diesen und alle weiteren Testberichte über unsere Angelruten findest Du übersichtlich sortiert nach Baitcast- und Spinnruten hier: Angelruten im Test.