Tailwalk Fullrange S67MH im Test – Das Power Spin Kraftwerk

Testbericht: Tailwalk Fullrange S67MH Power Spin Spezifikationen Einsatzspektrum Unboxing Setup Testbericht Fazit Da schaut man einen Moment nicht auf die Uhr und schwups, schon sind wieder 14 Montate ins Land gestrichen, in denen ich meine S67MH auf Herz und Nieren […]

Tailwalk Fullrange S67MH im Test

Tailwalk Fullrange S67MH im Test

  1. Testbericht: Tailwalk Fullrange S67MH Power Spin
  2. Spezifikationen
  3. Einsatzspektrum
  4. Unboxing
  5. Setup
  6. Testbericht
  7. Fazit

Da schaut man einen Moment nicht auf die Uhr und schwups, schon sind wieder 14 Montate ins Land gestrichen, in denen ich meine S67MH auf Herz und Nieren testen konnte. Was das einteilige Kraftwerk leistet und worauf ihr vor dem Kauf dieser Spinnrute unbedingt achten solltet, das schauen wir uns heute im Langzeittest zur einteiligen Tailwalk Fullrange S67MH an.

Spezifikationen

Technische Details und Herstellerangaben

Starten wir einfach direkt durch und werfen einen Blick auf die Spezifikationen der Rute. Hier erwartet uns nämlich gleich das erste dicke Ding: Tailwalk Japan gibt der S67MH auf der Homepage ein Powerrating der Klasse Medium-Heavy mit einem Wurfgewichtsbereich von 1,8 bis 14 Gramm auf den Weg. Da sich die Werksangaben nicht nur merkwürdig lesen, wurde im Nippon-Tackle Hauptquartier nachgemessen und der Wurfgewichtsbereich nach oben korrigiert.

Ob die Japaner am Wochenende vor der Power-Messung besonders tief ins Sake-Glas geschaut haben, kann niemand so genau sagen. Fakt ist, dass die Fullrange S67MH auch bei dem für die Tailwalk Bass Rods typischen „Underrating“ nie und nimmer bei 1,7 bis 14 g liegen kann. Korrigiert liegt der Wurfgewichtsbereich nämlich bei ca. 10 bis 21 g – mit Tendenz zur Ein-Unzen-Rute (max. 28 g). Hier das korrigierte Datenblatt:

Tailwalk Fullrange S67MH Power Spin
Typ Spinning
Länge 2,01 m
Teilung einteilig
Power MH
Taper Fast
Wurfgewicht 7 – 21 g (3/16 – 3/4 Oz)
Empf. Schnur 8 – 16 lbs
Gewicht 109 g
Ringe 7 + Tip, Tangle Free FUJI K Setting, Stainless Steel Frames, SIC Inlays
Griff Typ „F“, Split Grip, Duplon, schwarz
Grifflänge* 32,5 cm / 23,5 cm
Rollenhalter FUJI VSS
Blank unlackiert, 99% Kohlefaseranteil
Blank-Durchmesser 2 mm / 11 mm
Grundfarben Blank: mattschwarz, dunkelgrau
Applikationen: gold, silber
Zierwicklungen: gold
Schriftzüge: weiß, gold
Preis (UVP) 259 €
* mit Rollenhalter / ohne Rollenhalter
→ Alle Tailwalk Fullrange Ruten im Überblick

Einsatzspektrum

Targets, Baits & Locations

Tailwalk Fullrange S67MH - Einsatzspektrum / Köder

Tailwalk Fullrange S67MH - Einsatzspektrum / Köder

Die Tailwalk Fullrange S67MH soll im Grunde einem Köderspektrum Rechnungen tragen, mit dem ich in unserer Ecke der Havel bisher eher zufällig, als gezielt zum Fisch gekommen bin. Innerhalb der zurückliegenden zwei Hardbait-Jahre stellte sich immer wieder heraus, dass die Ködergröße unter bestimmten Rahmenbedingung eben doch zählt.

Wie groß die Köder dann aber tatsächlich sein durften, um ins Beuteschema unserer Barsche zu passen, irritiert mich beim Feldversuch mit 100 bis 130 Millimeter langen Bass-Jerks (Minnows) oder dem vermeintlichen Hechtverführer „Zalt 11“. Resultat: Die 40+ Marke ist 2017 so oft gefallen, dass die Köderkategorie mit einer dafür ausgelegten Hardbait-Peitsche abgedeckt werden muss.

Was soll ich sagen, rein vom Datenblatt passt die Fullrange S67MH einfach perfekt zu meinem Anforderungsprofil – und optischen Vorlieben. Den Blank kenne ich bereits von der Fullrange S63ML und in der MH-Version sollte die Power des schwarzen Schmuckstücks mehr als ausreichend sein, um meinen großen Minnows die Sporen zu geben – vom Boot.

Unboxing

Ausgepackt, Inspiziert & Trockengewedelt

  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - Rutenfutteral
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - Duplon Griff / Aufbau
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - Spezifikationen / Rating
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - Rollenverschluss
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - FUJI VSS Rollenhalter
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - Rear Grip / But End
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - FUJI Leitring, SiC
  • Tailwalk Fullrange S67MH Unboxing - FUJI Spitzenring, SiC

Tailwalk Fullrange S67MH - Unboxing

Zu Verarbeitungsqualität muss ich nicht mehr viele Worte verlieren. Typisch für Tailwalk befindet sich auch an der Fullrange S67MH alles auf absolutem Top-Niveau. Angefangen beim wunderschönen Samt-Futteral bis hin zum hochmodulierten Blank und den sauber verbauten FUJI-Komponenten wirkt alles wie aus einem Guss.

Speziell in puncto Design und Haptik, brauchen sich die sehr gut ausbalancierten Fullrange-Ruten mit schwarzem Duplon-Griff vom Typ F nicht zu verstecken. Entgegen der ML-Version fühlt sich der ergonomische Griffaufbau rund um den FUJI VSS Rollenhalter spätestens an der S67MH auch haptisch wirklich passend zum Power der Rute an.

Wer bei „schweren“ Ködern zum Doppelhandwurf tendiert, der wird am Ende des Aufbaus mit einem knackig kurzen, aber durchaus griffigem Rear Grip ausreichend Halt finden, um auch die etwas größeren Köder kraftvoll auf die Reise zu schicken.

Besonders kraftvoll steht auch der 2,01 m lange und mit Medium-Heavy bewertete Fast Taper-Blank nebst FUJI Stainless Steel Frames mit SiC-Einlagen da. Das nur 109 Gramm schwere Kraftwerk strotzt in jeder Kohlefaser nur so vor Energie und positioniert die straff abgestimmte Fullrange S67MH genau dort, wo ich sie haben wollte:

Trocken probegewedelt sehe ich die Tailwalk-Rute optimal im Wurfgewichtsbereich von 10 bis ca. 24 g aufgehoben. Auf Grund der restlichen Spezifikationen wie Länge, Schnurklasseempfehlung und Taper dürfte sich die S67MH aber nicht nur für große Minnows, sondern auch für das Barsch-/Schwarzbarschangeln mit schweren Skirted Jigs im Heavy Cover eignen.

Setup

Rolle & Schnur

Tailwalk Fullrange S67MH Setup - Rolle, Schnur und Zubehör

Tailwalk Fullrange S67MH Setup - Rolle, Schnur und Zubehör

Das für die Tailwalk Fullrange S67MH unter Berücksichtigung meines Primärköderspektrums nur eine wirklich robuste Stationärrolle als Partnerin infrage kommt, stellte sich schon nach den ersten 3 Monaten mit einer leicht überforderten 2000er DAIWA-Statio unter Beweis – Totalschaden. Für das Angeln mit großen, hart animierten Minnows würde ich daher eine robuste DAIWA Rolle der Größe 25xx, oder eine 2500er bis 3000er Shimano Rolle mit ca. 5 kg Bremskraft empfehlen, z.B. Caldia oder Sustain.

Um das Schnurlaufröllchen bei dauerhaft hart getwitchten Minnows zu entlasten, könnte man die Rolle theoretisch auch mit Old School Monofilament als Hauptschnur bespulen. Tut dem Laufverhalten der Wobbler sicherlich gut, steht für mich jedoch spätestens beim Wechsel auf „Skirted Jigs im Cover“ nicht mehr zur Debatte – zu viel Dehnung, zu indirekt, zu wenig Rückmeldung.

Final habe ich mich an der S67MH für das folgende Setup entschieden:

  • DAIWA ’13 Certate (2506H)
  • DEKA 8-braid (PE0.6 / 14 lbs)
  • Gamakatsu G-Line Fluorocarbon Leader (0,31 mm / 13 lbs)

Abgerundet mit einem schwarzen Rod Glove Shorty für einteilige Spinnings und dem obligatorischen FUJI Hook Keeper ist die Kombo sicher umhüllt, schnell einsatzbereit und für so gut wie jeden Havel-Endgegner gerüstet. Ab ans Wasser!

Testbericht

Die Tailwalk Fullrange S67MH im Test

  • Die Tailwalk Fullrange S67MH Testbericht - Balance & Handling
  • Die Tailwalk Fullrange S67MH Testbericht - Balance & Handling

Die Tailwalk Fullrange S67MH Testbericht - Balance & Handling

Wie in der Einleitung erwähnt, ist die Tailwalk Fullrange S67MH meine erst kurze Spinnrute mit einem Wurfgewichtsbereich jenseits der 15 Gramm-Marke. Sollte es im Testbericht zu überschwänglichen Reaktionen bzüglich der Power kommen, zieht ihr einfach 20 Prozent vom Hype-Bonus ab.

Gefischt wurde die S67MH ausschließlich mit dem oben genannten Setup in der gemächlich fließenden Havel rund um Potsdam. Um die Review nicht unnötig in die Länge zu ziehen, habe ich mich hinsichtlich des Köderspektrums nur auf große Twitchbaits / Jerkbaits sowie schwere Skirted Jigs konzentriert.

Balance & Handling

Trotz des relativ hohen Gewichts der DAIWA ’13 Certate 2506H (250 gr.) richtet sich die ca. 2 mm dicke Rutenspitze nur langsam nach oben aus. Der Balancepunkt liegt mit montierter Rolle exakt 3 cm vor dem Schraubrollenhalter und lässt sich so bei Bedarf spielend leicht über den perfekt auf dem Blank liegenden Mittelfinger „korrigieren“.

Genau so ergonomisch und sicher wie die S67MH Dank des Griffaufbaus in der Hand liegt, so gestaltet sich auch der Umgang mit ihr am Wasser. Sowohl die Länge des effektiv nutzbaren Blanks vor dem Rollenhalter, als auch die Länge des rückwärtigen Split Grips sind beim Twitchen & Jerken ein Gedicht. Viel besser hätte die Komposition nicht ausfallen können. Volle Punktzahl für Balance & Handling!

Wurfgewicht & Aufladung

In pucto Wurfgewicht und Aufladung treffen wir auch bei der kompromisslos straff ausgelegten S67MH auf genau die gleiche Blank-Charakteristik, wie wir sie im Grunde von allen Schwarzbarschruten aus den Hause Tailwalk gewohnt sind: Leicht underrated, schnell, bissig und enorm viel Dampf im Rückgrat!

Trotz des korrigierten Wurfgewichts von 7 bis 21 g hat sich im Field test relativ schnell herausgestellt, dass die Fullrange S67MH im unteren WG-Bereich mit ca. 2 bis 3 Gramm mehr bestückt werden muss, um den Blank zur Mitarbeit zu bewegen.

Wurfgewicht Minimum Optimum Maximum
Tailwalk Fullrange S67MH 10 g 12 – 22 g 26 g

Je nach Köderart und Gewicht lädt sich der Blank im Bereich von 12 bis 22 g in der oberen Hälfte sehr gut auf und befördert selbst Schwergewichte, die mit bis zu 26 g weit über dem werkseitig angegebenen Limit liegen, ohne Probleme über den Teich.

Da die Blanko Wurfgewichtsangaben ohne die zur Rute passenden Baits ziemlich leer im Raum stehen, graben wir flink in meiner Tackle Box und werfen einen Blick auf die Sensibilität beim Angeln mit passenden Skirted Jigs und die Führungsqualitäten bei der Animation meiner Lieblingswobbler.

Twitchbaits an der Tailwalk Fullrange S67MH

Tailwalk Fullrange S67MH im Test - Mobbler: Minnows / Jerkbaits / Twitchbaits

Tailwalk Fullrange S67MH im Test - Mobbler: Minnows / Jerkbaits / Twitchbaits

Jenseits der 100 Millimeter-Marke muss der Blank einer Twitch-/Jerkbait Rute schon von Hause aus mit ordentlich Dampf & Vorspannung versehen sein, um die Rute nicht schon bei etwas härteren Schlägen vollständig ins Backbone zu zwingen. Und genau hier spielt der straff abgestimmte Fullrange-Blank seine Stärken voll aus.

Ob der Minnow flach oder tief läuft – zwischen 100 und 120 Millimeter langen Hardbaits mit 12 bis 22 Gramm Gewicht gibt es zumindest in meiner Tackle Box keinen einzigen Wobbler, der sich nicht mindestens mit dem Prädikat „sehr gut“ an der S67MH werfen und führen ließ! 130 Millimeter funktionieren auch, dort aber bitte nur die Shallow Runner bis ca. 1 m Lauftiefe.

Minnows / Twitchbaits / Jerkbaits Länge Gewicht Lauftiefe
Aufladung mäßig, Köderführung okay
Rapala Shadow Rap Shad 90 mm 12 g 1,2 m
ZipBaits Rigge Deep 90 SP 90 mm 11 g 2 m
Sehr gute Aufladung des Blanks, optimale Köderführung
Lucky Craft EPG Pointer 100 SP 100 mm 16 g 1,5 m
DUO Realis Jerkbait 100 DR 100 mm 15 g 3 m
Bassday Mogul Minnow 110 SP 110 mm 16 g 1 m
Rapala Shadow Rap Deep 110 mm 13 g 2,4 m
ILLEX Arnaud Smash Minnow 110 F 110 mm 18 g 0,6 m
ZipBaits Orbit 110 SP 110 mm 16 g 1,2 m
Zalt 11 SV 110 mm 22 g 1,5 m
DUO Realis Jerkbait 120 SP Pike Limited 120 mm 17 g 1,8 m
Imakatsu Riprizer 130 Gekiasa 130 mm 20 g 0,7 m
Aufladung okay, Köderführung eingeschränkt
Megabass Vision ONETEN Magnum 130 mm 21 g 1,2 m
Daiwa Tournament XL Shiner 130F 130 mm 22 g 2,5 m

Skirted Jigs an der Tailwalk Fullrange S67MH

Skirted Jigs an der Tailwalk Fullrange S67MH

Skirted Jigs an der Tailwalk Fullrange S67MH

Normalerweise gehört die Angelei mit schweren Skirted Jigs in meinem Teilabschnitt der Havel nicht unbedingt zu den Methoden, mit denen ich die dicken Barsch aus ihrem Versteck locke. Da sich jedoch die handliche Länge sowie das Fast-Taper und die brachiale Power der Fullrange S67MH ausgezeichnet zum Abklopfen diverser Unterstände eignen, habe ich meine Cover Jigs kurzerhand ins Totholz geschickt.

Erwartungsgemäß passen 10 bis 14 g (3/8 bis 1/2 oz) schwere Fransenjigs mit einem ca. 3 bis 4 Inch langen Trailer (Shads, Creature Baits, Krebsimitate) am besten zur Rute. Hinsichtlich der Sensibilität / Rückmeldung gilt für die feinfühlige Kohlefaserröhre der S67MH das gleiche, wie für alle anderen bisher getesteten Fullrange-Blanks:

Du musst den Finger nicht auf den Blank legen, um zu spüren, wie sich der Jig langsam seinen Weg durchs Unterholz bahnt und dabei langsam über Rinde und Geäst „schrubbelt“. Geübte Buschpiloten werden damit sicherlich ihre Freude haben. Für mich hingegen war es anfänglich fast unmöglich einen Biss vom Klopfsignal des Jigs beim Auftreffen auf das nächste Unterwasserhindernis zu unterscheiden.

Ob die S67MH mit genügend Power & Punch beseelt ist, um den Anhieb sauber durch zu bekommen und den Fisch schnell aus dem Cover zu dirigieren? Aber sowas von! Mit Fisch kann ich zwar nicht dienen, dafür aber mit nervenaufreibenden Drills armdicker Äste. Letztere ließen sich im Bruchteil einer Sekunde sicher ins Boot „kranen“ oder warten jetzt hübsch dekoriert auf den nächsten Landeversuch (…)

Fazit

Tailwalk Fullrange S67MH Power spin

Nach knapp 1 1/2 Jahren im Langzeittest hat sich die Fullrange S67MH einen festen Platz in meinem Lineup ergattert. Das kleine Kraftpaket fühlt sich mit Wurfgewichten im Bereich zwischen 12 und 22 Gramm am wohlsten, ist qualitativ ausgezeichnet verarbeitet und meldet beim Jiggen jeden noch so kleinen Zupfer direkt bis ins Handteil zurück.

In ihrer Primärdisziplin beim Angeln mit großen Minnows zwischen 100 bis 130 Millimeter dirigiert das straff abgestimmte Arbeitstier so gut wie jeden Wobbler in beliebiger Lauftiefe zum Fisch. Klare Kaufempfehlung! Hier gehts direkt zur Tailwalk Fullrange S67MH bei Nippon-Tackle. Stay tuned!