Tailwalk Moonwalker EG86M-ti im Test – Die Spinnrute für Uferangler!

Testbericht: Tailwalk Moonwalker EG86M-ti (Spinnrute, zweiteilig) Spezifikationen Einsatzspektrum Unboxing Setup Testbericht Fazit Mit der Moonwalker EG86M-ti hat Tailwalk Japan mal wieder einen Traumstock in die Umlaufbahn geschossen, für den es ohne einen Insidertipp aus der niederländischen Blogosphäre wohl maximal eine […]

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti im Test

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti im Test

  1. Testbericht: Tailwalk Moonwalker EG86M-ti (Spinnrute, zweiteilig)
  2. Spezifikationen
  3. Einsatzspektrum
  4. Unboxing
  5. Setup
  6. Testbericht
  7. Fazit

Mit der Moonwalker EG86M-ti hat Tailwalk Japan mal wieder einen Traumstock in die Umlaufbahn geschossen, für den es ohne einen Insidertipp aus der niederländischen Blogosphäre wohl maximal eine Randnotiz im Logbuch gegeben hätte. Ausgestattet mit den derzeit bestmöglichen FUJI-Komponenten, ist der 2,62 m lange X-Wrap-Blank mit 112 g Gesamtgewicht so abartig leicht aufgebaut, dass der Zweiteiler wohl ohne weiteres als Schmuggelware im Handgepäck von Neil Armstrong durchgegangen wäre.

Wenn Du also auf der Suche nach einer langen zweiteiligen Spinnrute bist, die deine Baits kraftvoll wie eine Saturn V bis zum Mond schießt und dir dabei auf maximaler Distanz eine Rückmeldung bietet, als säßest Du direkt am heißen Draht im Mission Control Center, dann solltest du dir 5 bis 10 Minuten Zeit nehmen und den Testbericht über meine Tailwalk Moonwalker EG86M-ti lesen. Ignition sequence START!

Spezifikationen

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti

Bevor ihr euch auf den Testbericht stürzt, bringe ich zuerst etwas Licht ins Dunkel. Das aktuelle Tailwalk Moonwalker-Lineup umfasst drei Rutenserien mit jeweils unterschiedlichen Spezifikationen: „Eging“ (EG), „Mebaru“ (MR) und „Seabass“. Wenn wir es ganz genau nehmen, könnt ihr die Budget-Ruten aus der A-TEC Crazee Eging Serie ebenfalls dazu zählen. Letztere sind längst nicht so hochwertig ausgestattet, wesentlich günstiger und in Summe einfach eher etwas für den kleineren / einsteigerfreundlichen Geldbeutel.

Das Modell für das ich mich entschieden habe, trägt die Bezeichnung Tailwalk Moonwalker EG86M-ti und stammt folgerichtig aus der hochpreisigen Eging-Serie (Tintenfischruten). Bezeichnend für alle japanischen Tintenfischruten – und oft genug Grund für tiefe Sorgenfalten auf der Stirn – sind die Angaben zum Wurfgewicht. Merke:

Vom werkseitig angegebenen Wurfgewicht könnt ihr bei Eging-Rods fast immer 20 bis 30% abziehen, um auf einen vergleichbaren Jig-/Hardbait-Wert zu kommen. Hintergrund ist, dass Tintenfischruten mit gänzlich anderen Ködern / Methoden gefischt werden und sich das max. WG auf genau diese Art des Angelns bezieht.

Der Vollständigkeit halber und weil ich selbst vor der Entscheidung stand: Die einzige halbwegs vergleichbare Spinnrute zur Tailwalk Moonwalker EG86M-ti ist die A-TEC Crazee Eging S862M. Die Unterschiede sehen auf den Datenblättern zwar nur minimal aus, sind aber schon beim Trockenwedeln deutlich spürbar! Die Tailwalk-Rute hat im Vergleich zur A-TEC untenrum deutlich mehr Bums und ist oben einen Tick schneller. Hauptunterschiede in den Details: Blank, Ringe, Gesamtgewicht – und der Preis :)

Herstellerangaben Tailwalk Moonwalker EG86M-ti A-TEC Crazee Eging S862M
Typ Spinning Spinning
Länge 2,62 m 2,62 m
Powerrating M M
Taper Fast Fast
Wurfgewicht max. 30 g max. 30 g
Schnurklasse PE 0.6 – 1.0 PE 0.6 – 1.0
Teilung zweiteilig zweiteilig
Transportlänge 1,34 m 1,34 m
Gewicht 112 g 120 g
Ringe 7 + Tip
FUJI K-Titanium Frames
SiC-J Einlagen
FUJI KR-Concept
7 + Tip
FUJI Stainless Steel
Aluminium-Oxid Einlagen
KR Concept
Griff Split Grip, Duplon, schwarz Split Grip, Duplon, schwarz
Grifflänge* 41 cm / 28 cm 41 cm / 27,5 cm
Rollenhalter FUJI VSS FUJI VSS
Blank Kohlefaser (99%)
Full X-Wrap (Tip2Butt)
Kohlefaser
Blank-Durchmesser 1,7 mm / 10,8 mm 1,6 mm / 11 mm
Grundfarben Blank: schwarz / anthrazit
Ring- und Zierwicklungen: gold
Logos und Schriftzüge: weiß
Blank: lackiert, schwarz mit Carbon-Optik
Ring- und Zierwicklungen: gold
Logos und Schriftzüge: gold, weiß
Preis (UVP) 339 € 129 €
Shop-Link Moonwalker EG86M-ti Crazee Eging S862M
* mit Rollenhalter / ohne Rollenhalter

Einsatzspektrum

Zielfisch, Spots und Köder

Bedingt durch den langen Blank dürfte klar sein, dass die Moonwalker EG86M-ti immer dann eingesetzt werden soll, wenn das Boot Kiel oben im Trockendock liegt und notgedrungen vom Ufer geangelt werden muss. Sprich, die 2,62 m lange Rute wird hauptsächlich im Frühjahr und Spätherbst als Distanzrute beim Barschangeln mit Gummiködern gefischt. Ein weiteres Einsatzszenario schwebt mir beim Abfeuern meiner Hardbaits „von aus der Wathose“ vor. Und zwar beim Rapfenangeln auf kampfstarke Haveltorpedos der Kategorie 70+. Schauen wir uns einmal an, wie das im Einzelfall aussieht, was ich von der Moonwalker erwarte und welche Baits der hungrigen Beute zum Fraß vorgeworfen werden sollen.

Distanzrute zum Barschangeln mit Jigs und Rigs

Distanzrute zum Barschangeln mit Jigs und Rigs

Distanzrute zum Barschangeln mit Jigs und Rigs

Naturgemäß kommt es beim Uferangel in den kälteren Monaten vor allem darauf an, dass meine Gummiköder die tiefen Stellen erreichen. Wurfweite sowie Köderkontrolle und vor allem die Sensibilität in Bezug auf Rückmeldung vom Gewässergrund plus Bisserkennung stehen an erster Stelle. Da ich im Frühjahr und Herbst mehrheitlich mit „größeren“ Gummiködern von 4 Inch Action-Shads bis 5 Inch Low-Action Shads unterwegs bin, sollte sich der mit Powerrating M gekennzeichnete Moonwalker-Blank speziell beim herbstlichen Power-Jiggen nicht allzu tief ins Backbone „neigen“.

Im Frühjahr hingegen wird eher ruhig gefischt, z.B. mit der Faulenzermethode oder mit schweren Finesse-Rigs und langen Seitenarmen. Falls ihr das mal probieren möchtet, kann ich euch ein extrem langsam geführtes Kickback-Rig oder das Carolina-Rig mit ~70 cm langem Vorfach nur wärmstens ans Herz legen. 5er Shad Impact dran geknöpert und ab gehts! Okay, klappt vielleicht nicht immer. Aber dafür sind wir ja Barschangler und schleppen nicht nur Jigs, Rigs und Softbaits mit uns rum. Etwas mehr Flexibilität sollte die neue Uferrute also schon zu bieten haben.

Es kommt zwar nicht sonderlich oft vor, aber wenn die Barsche sämtliche Gummitiere ignorieren oder das erste Sonnenbad des Jahres in unmittelbarer Ufernähe genießen, darf eine Ladung Hartes – sehr schlanke, langsam sinkende oder schwebende Minnows – genauso wenig fehlen, wie der Notfall Trick Shad oder ein paar Chatterbaits. All-in sieht mein hoffentlich gut fischbares Wunschköderspektrum beim Barschangeln mit Jigs und Finesse-Rigs an der Moonwalker-Rute wie folgt aus:

Köder Größe / Gewicht
Jigs 7 bis 14 g + 4 Inch Action Shads und 5 Inch Low Action Shads
Rigs 10 bis 14 g + 5 Inch No-Action Shads
Chatterbaits * 7 bis 10 g + 3 oder 4 Inch Trailer
* gejiggt & geleiert

Distanzrute zum Rapfenangeln mit „großen“ Minnows und Stickbaits

Distanzrute zum Rapfenangeln mit Minnows und Stickbaits

Distanzrute zum Rapfenangeln mit Minnows und Stickbaits

Normalerweise werden kampfstarke Hochsommer-Rapfen in unserer Region eher mit kleinen Crankbaits, Stickbaits und Minnows beangelt. Was mir aber schon 2012 während des Müggelsee-Guidings und in den darauffolgenden Schlachten aufgefallen ist: die dicken Schiffe stürzen sich mit Vorliebe auf große Stickbaits und hart getwitchte Minnows jenseits der 80 Millimetermarke. Um solche Wobbler mit einer 2,60 m langen Rute weit werfen und zackig führen zu können, muss der Rear-Grip entsprechend lang sein (Hebel) und die Rute in Summe etwas straffer / kräftiger ausfallen.

Mindestens so wichtig wie die Performance in Sachen Köderführung und Wurfeigenschaften ist das Drillverhalten. Eine gute Rapfenrute sollte im Stande sein, die explosionsartigen Fluchten mit einer puffernden, unter Belastung gleichmäßigen Biegekurve parieren zu können. Ruten, die unter Strom nur mit dem Kopf nicken oder sich schon beim geringsten Widerstand bis ins Handteil biegen, sind beim Rapfenangeln fehl am Platz. Also bitte keinen Lämmerschwanz, erst recht keinen Besenstiel und passend zu folgenden Hardbaits:

Köder Größe / Gewicht
Minnows 80 bis 100 mm, 8 bis 16 g, flachlaufende Wobbler bis max. 1,50 m
Stickbaits 90 bis 110 mm, 10 bis 20 g, Topwater / Sub-Surface
Jig-Spinner / Underspin Jigs * 8 bis 14 g
* geleiert, nicht gejiggt

Unboxing

bestellt, ausgepackt und inspiziert

Kurz nachgerechnet: Im Laufe der letzten Jahre gab es bei meiner Suche nach DER Japan-Rute zum Uferangeln extrem viele Enttäuschungen. Von besonders günstigen Modellen bis hin zu sündhaft teuren Seabass-Ruten wurde viel bestellt, einiges probegewedelt und am Ende doch wieder alles zurückgeschickt – oder über das Auktionshaus mit den 4 bunten Buchstaben sich selbst überlassen. Mit der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti befindet sich nun die insgesamt 8. Rute in dieser Kategorie bei mir und sollte mich daher besser schon im Trockendock überzeugen. Ansonsten droht ihr das gleiche Schicksal wie allen anderen (…)

Erster Eindruck

Unboxing - Tailwalk Moonwalker EG86M-ti Angelrute

Unboxing - Tailwalk Moonwalker EG86M-ti Angelrute

Von besonders hochwertigen Futteralen habe ich mich bei Tailwalk leider schon vor Jahren verabschiedet. Mal hauen sie einen raus und umgarnen schon günstigere Modelle wie die Fullrange-Ruten in Samt & Tüll. Ein anderes Mal hingegen gibt es nur den standardisierten Tailwalk-Lappen mit Reißverschluss und Klarsichtfach fürs Typenschild. Genau so standardisiert umhüllt haltet ihr die Moonwalker EG86M-ti beim ersten Mal in den Händen.

Wirklich hochwertig ist das Futteral nicht und wenn ich ganz ehrlich bin, dann lasse ich in diesem Punkt auch keine Ausreden wie „Wir konzentrieren uns lieber auf den Inhalt“ oder „Die anderen machen das ja auch so“ zu. Wenn ich als Endkunde 340 EUR für eine Angelrute auf den Tisch lege, dann möchte ich beim auspacken nicht das Gefühl haben, auf der dunklen Seite des Mondes gelandet zu sein. Das geht deutlich besser. Minuspunkt in der C-Note.

Ist das Futteral im schwarzen Loch entsorgt, liegt der 2-teilige Moonwalker-Blank mit einer Transportlänge von knapp 134 cm in seiner vollen Pracht vor euch. Wenig protzig, sondern schön auf Understatement getrimmt ist das Designkonzept mit den orange-goldenen Wicklungen und weißen Schriftzügen (incl. Moonwalker-Logo) ein Fest für die Sinne. Beachtet man zusätzlich das für eine so lange Rute mit Powerrating „M“ nur 112 g auf der Digitalwaage angezeigt werden, darf einem ruhig die Luft wegbleiben. Das ist rekordverdächtig!

Griff & Rollenhalter

  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - FUJI VSS Rollenhalter
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Foregrip
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Split Grip
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Abschlusskappe / Duplon

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Griff, Rollenhalter, Buttend / Abschlusskappe

Der bewährte Griffaufbau rund um den FUJI VSS Rollenhalter ist zwar etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr ganz „State of the Art“, an der Moonwalker EG86M-ti macht er aber insgesamt doch einen recht ordentlichen Eindruck. Ergonomisch, schwarz, robust (Duplon), geteilt (Split Grip) und bei dieser Konstruktion leider unvermeidbar: der etwas zu lang geratene Foregrip. Was Tailwalk dieses Mal wirklich gut gelöst hat, ist das verdeckte Gewinde unter dem Schraubverschluss. Einfach eine Hülse in Carbonoptik montiert und schon sieht der VSS Reel Seat bis hin zum Buttend mit Tailwalk-Banderole viel zeitgemäßer aus. Sehr gut!

Was mich anfänglich etwas ins Grübeln gebracht hat, war der nur 28 cm lange Reargrip. Gemessen wird übrigens ab Ende des geschlossenen Schraubrollenhalters. Ein derart knackiges Hinterteil hat viele Vorteile, z.B. beim Watangeln (Handling) und der Köderführung (Wobbler / Twitchbaits), kann sich aber auch nachteilig auf die Wurfweite (fehlender Hebel) und die Balance der Rute auswirken. Einige Bedenken haben sich glücklicherweise schon beim Unboxing in Luft aufgelöst.

Greift man die Moonwalker vollständig am Foregrip und schnappt sich das griffige Buttend für eine Trockenwurfübung, dann ergibt sich in Summe ein doch ganz anständiger Hebel. Fühlt sich gut an, sorgt für eine ausreichend Beschleunigung und passt hervorragend zum Gesamtkonzept der Rute. An Punkt 2, die Balance / das Gleichgewicht, können wir ebenfalls einen Haken machen. Ohne Rolle und im Buttend verbaute Kontergewichte liegt die Mooni ca. 8 cm vor dem Rollenhalter wagerecht auf dem Finger. Und ja, auch das ist bei einer 2,62 m langen Rute mit 112 g Gesamtgewicht und dem verhältnismäßig kurzen Reargrip alles andere als Selbstverständlich. Das ist großartig!

Blank, Ringe & Teilung / Zapfenverbindung

  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Teilung
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Zapfenverbindung
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Startring
  • Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Spitzenring

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Blank, Ringe und Teilung / Zapfenverbindung

Das Herzstück der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti ist ohne jeden Zweifel der leichte, schlanke und gleichzeitig kraftvolle Blank. Im Vergleich zum günstigeren Modell legt der Moonwalker-Blank genau dort eine Schippe drauf, wo es der Crazee Eging für meinen Geschmack etwas fehlt: Bums & Rückstellgeschwindigkeit! Um das fehlende Performance-µ aus dem Blank zu kitzeln, wurde die nackte Kohlefaserröhre in ein durchgängiges X-Wrap gehüllt und zum Schutz vor Beschädigung mit einer dünnen Schicht Klarlack überzogen. Resultat: 1,7 mm Durchmesser am Tip, 10,8 mm vorm Rollenhalter, keine Lacknasen, keine Kratzer, passgenaue Zapfenverbindung, klappert nicht, wippt nicht, schwabbelt nix, steht kerzengerade. Genau so habe ich mir das vorgestellt!

FYI: Wer mehr Informationen zu Tailwalk-Blanks sucht, findet hier einen ersten Erklärungsversuch:

Tailwalk hält sich da absichtlich zurück, weil das ganze Marketing-Geschwafel wenig Aussagekraft hat. Die Ruten müssen am Wasser überzeugen, nicht auf Werbeflyern…Grundsätzlich hat Tailwalk bzw. die Firma A-Tec verschiedene Lieferanten der Kohlefasermatten je nach Einsatzzweck der Rute, meistens kommen diese tatsächlich von Toray, aber auch von Mitsubishi oder weniger bekannten Premiumherstellern aus Korea. Für manche Ruten werden die Kohlefasermatten verschiedener Lieferanten und Verarbeitungsmethoden (unterschiedlicher Pressdruck) sogar kombiniert, um das gewünschte (bestmögliche) Ergebnis zu erzielen.

Den letzten Feinschliff in Sachen Leichtbauweise haben sie der Moonwalker-Rute durch einen vollständigen Satz FUJI K-Titan Guides mit SiC-J Einlagen verpasst. Anhand des relativ geringen Durchmessers des Leitrings sind hier deutlich die Gene eines typischen Eging-Rod Aufbaus erkennbar. Hangelt man sich hoch bis zum Spitzenring, erwartet einen dort das Modell „ohne Kante“ auf der Oberseite. Vermutlich ein FUJI Titanium SIC T-MNST Endring und somit genau die Konstruktion, die ich am liebsten habe. Je weniger Ecken und Kanten, um so besser.

Zwischenstand

Bis auf den vertretbaren Ausrutscher beim Futteral und dem etwas gewöhnungsbedürftigen Foregrip punkten die Japan erneut mit einer konzeptionell sehr gut durchdachten Rute in hervorragender Verarbeitungsqualität. Optimiert bis in den Spitzenring und durchtrainiert wie ein Hochleistungssportler, bringt die sehnig / drahtige Moonwalker kein Gramm zu viel auf die Wage. Wieviel Power und Eleganz in der 112 g leichten Rute steckt, lässt sich auf der Startrampe nur schwer vermitteln. Im Vergleich zu den bisher von mir gewedelten Spinnruten zum Uferangeln, stellt die 2,62 m lange Moonwalker EG86M-ti ausnahmslos alles in den Schatten.

Setup

Rolle, Schnur und Zubehör

Zubehör, Rolle und Schnur für die Tailwalk Moonwalker EG86M-ti Angelrute

Zubehör, Rolle und Schnur für die Tailwalk Moonwalker EG86M-ti Angelrute

Bevor wir die Rakete zünden, werfen wir noch schnell einen Blick ins Cockpit. Neben dem gewohnten Griff zum FUJI Hook Keeper wurde dieses Mal zusätzlich ein Rod Glove Rutenschutz für zweiteilige Spinnings bestellt. Da der Überzieher nur für Angelruten mit einer Transportlänge von 120 cm ausgelegt ist, die Moonwalker EG86M-ti aber ein Packmaß von 134 cm aufweist, schaut die Zipfelmütze ganz schön deppert aus und wird ASAP durch ein handgekürztes Standard-Rod Glove ersetzt. Tipp: Keine Schere, sondern einen Heißschneider zum kürzen verwenden. Das Material franst sonst an der Schnittstelle aus!

Rolle & Schnur

Im Gegensatz zu manch anderen Arien, verlief die Auswahl der passenden Rolle-Schnur-Kombination erstaunlich entspannt. Was aber auch nur daran lag, dass meine optischen Präferenzen in den Hintergrund gestellt wurden und ich die Moonwalker einfach hab sprechen lassen. Fokussiert auf die technischen Specs., den kleinen Startring und das Einsatzgebiet der Rute stand das Anforderungsprofil schnell fest.

Rolle:

  • geringes Gewicht, um die Balance der Rute nicht zu beeinträchtigen und über lange Sessions ermüdungsfrei fischen zu können
  • großer, aber durch den kleinen Startring ein nicht all zu großer Spulendurchmesser für maximale Wurfweite bei minimalem Reibungswiderstand
  • hohe Übersetzung / großer Schnureinzug pro Kurbelumdrehung, um sich beim Jiggen o. schnellen einholen der Baits keinen Wolf zu Leiern
  • feinjustierbare Bremse für Barsch mit Spaßfaktor und die harten Einstiege raubender Hochsommerrapfen
  • ausreichend Bremskraft, um auch bei kampfstarken Endgegnern die Kontrolle im Drill zu behalten

Schnur:

  • gute Sichtbarkeit mit hohem Kontrast. Keine grüne oder rote Schnur (Rot-Grün-Sehschwäche)
  • niedriger Schnurdurchmesser für weite Würfe und geringen Wasserwiderstand
  • hohe Tragkraft für dicke Schiffe und Hänger
  • etwas steifer, schockresistent und abriebfest
  • geringes Ablaufgeräusch (kein KO-Kriterium)

Resultat:

Da sowohl die Rolle in Form einer hochübersetzten Shimano Stradic CI4+ C3000 HG FB, als auch die DEKA 8-Braid PE0.6 Schnur auf Lager waren, habe ich mich kurzer Hand für das All in One Paket von Nippon-Tackle entschieden. Der Kipppunkt liegt mit montierter Rolle exakt am Anfang des Foregrip und die 8-fach geflochtene Hauptschnur macht trotz der 14lbs Tragkraft einen erstaunlich feinen Eindruck. Dazu ein knapp 2 m langes 28er G-Line FC-Leader und schon sind wir ready for takeoff!

Testbericht

Tailwalk Moonwalker EG86M-ti im Test

Die Tailwalk Moonwalker EG86M-ti wurde am 23. September 2016 auf die Reise geschickt und kam 3 Tage später das erste Mal zum Einsatz. Der Testzeitraum beläuft sich mit der Veröffentlichung dieses Reviews auf ca. 7 Monate. Das war mehr als ausreichend, um die Rute in einer ihrer Primärdisziplinen testen zu können und sich eine genaues Bild von der Performance beim Uferangeln mit Jigs & Rigs auf Barsch / Zander zu machen. Rapfen blieben jahreszeitbedingt leider noch nicht hängen. Von gefühlten 1000 fischlosen „long distance casts“ mit „slackline“ durchgepeitschten Minnows habe ich mich trotzdem nicht entmutigen lassen.

Balance & Handling

  • Testbericht: Tailwalk Moonwalker 86M-ti - Balance / Kippunkt
  • Griffposition an der Tailwalk-Moonwalker EG86M-ti
  • Tailwalki Moonwalker - Handling / Abschlusskappe

Testbericht: Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Balance, Griffposition, Handling

Wenn wir uns noch einmal kurz verinnerlichen, dass das vollständige Setup (Rute, Rolle, Schnur, Leader, Snap) nur etwas mehr als 305 g auf die Wage bringt, dann muss sich wirklich niemand in die Muckibude begeben, um mit der Moonwalker mehrere Tage am Stück ermüdungsfrei angeln gehen zu können. Wie schon beim Unboxing erwähnt und letztendlich wesentlich wichtiger als die nackte Grammzahl ist die Balance der Rute. Die Mooni neigt hier weder zur Kopflastigkeit, noch reckt sie ihre Spitze ungewollt in Richtung Himmel. „Offen für alles“ oder einfach nur „schön ausgewogen“ beschreibt das neutrale Verhalten am besten und sorgt für maximale Flexibilität bei der Auswahl der Köder und Methoden.

Haptisch nicht mehr ganz so neutral, gestaltet sich der meiner Meinung nach etwas zu lange Foregrip. Denn was beim Angeln mit Gummiködern am Jig und Rig noch gerade so als „gewöhnungsbedürftig“ durchgeht, das vermittelt beim Twitchen mit Hardbaits ein eher komisches Gefühl. Keine Ahnung wie es euch geht, aber ich erwische mich bei derartigen VSS-Aufbauten immer und immer wieder dabei, wie sich meine Führungshand verselbstständigt und permanent nach der richtigen Position sucht.

Alle anderen baulichen Besonderheiten wie der relativ kurze Reargrip sind wiederum hervorragend konstruiert. Die Länge ist mehr als ausreichend, um die Köder beim kraftvollen Doppelhandwurf sicher und griffig mit der benötigten Energie für maximale Wurfweite zu versorgen. Wie unkompliziert sich die Moonwalker EG86M-ti durch das kurze Hinterteil und den sehr leichten Gesamtaufbau dann aber wirklich fischen lässt, wird u.a. beim Sprung in die Wathose klar. Sie vermittelt an keinem Punkt den Eindruck einer 2,62 m langen Spinnrute. Balance und Handling-Eigenschaften sind eher mit einer kurzen Twitchbait-Rute vergleichbar. So macht Angeln richtig Spaß!

Wurfgewicht & Aufladung

Testbericht: Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Wurfgewicht und Aufladung des Blanks

Testbericht: Tailwalk Moonwalker EG86M-ti - Wurfgewicht und Aufladung des Blanks

Abzüglich des 41 cm langen Griffs (Gesamtlänge) bleiben an der EG86M-ti effektiv 2,20 m übrig, um meine Köder mit einer vernünftigen Aufladung des Blanks in die max. 40 bis 50 m weit entfernten Hot-Spots zu befördern. Da die Wurfweite immer auch in Abhängigkeit zur Köderart steht, schauen wir uns erst einmal an, wo der optimale Wurfgewichtsbereich der mit Powerrating-M angegebenen Moonwalker liegt. Zu beachten ist wie immer, dass ich vom Gesamtgewicht spreche (Weights incl. Baits)! Und so schauts bei der Mooni nominal aus:

Minimum: 8 g
Optimum: 10 – 20 g
Maximum: 22 g

Das minimale Wurfgewicht war durch den langen Moonwalker-Blank nicht ganz so einfach zu bestimmen. Wenn ich einen Wert festlegen muss, bei dem sich der Blank zur Mitarbeit bewegen lässt, dann würde ich 8 g als unterste Grenze ansetzen. Wer dauerhaft leichter fischt und die Köder trotzdem auf maximale Distanz katapultieren möchte, der sollte zur ML-Version greifen. Die zaubert dir nämlich schon ab 6 g ein breites Grinsen ins Gesicht.

Das optimale Wurfgewicht, also der Wurfgewichtsbereich, in dem sich der Blank ohne große Kraftanstrengung sehr gut auflädt, liegt bei 10 bis 20 g. Ob entspannt geworfen oder voll durchgezogen, die Rute vermittelt in diesem Bereich die optimale Auslastung ihrer Kapazitäten und glänzt dementsprechend mit hervorragenden Weitwurfeigenschaften.

Das maximale Wurfgewicht war wieder so eine Sache. 22, höchstens 24 Gramm fand ich mit Hängen und Würgen noch akzeptabel. Diesen Bereich würde ich an der Moonwalker jedoch bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht dauerhaft fischen. Mag sein, dass ich bei der Bemessung des oberen Limits eine Mimose bin und andere deutlich schwerer mit ihr fischen, ich tue das nicht.

Rückstellgeschwindigkeit

Die Rückstellgeschwindigkeit der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti ist beeindruckend und war damals einer der Gründe, wegen dem ich mich gegen die günstigere A-TEC Crazee Eging S862M entschieden habe. Ja, die A-TEC ist für eine Tintenfschrute schon relativ straff und schnell unterwegs, aber die Tailwalk performt hier dank durchgängigem X-WRAP doch deutlich besser. Die Rutenspitze steht ohne spürbares Nachwippen rasend schnell wieder in ihrer Ausgangsposition und was noch viel wichtiger ist: lange Eging-Rods tendieren nach dem Abfeuern der Baits häufig zu einem kurzen Durchhänger / Schwinger in der Mitte des Blanks. Dieses unschöne Verhalten wurde an der Moonwalker EG86M-ti vollständig eliminiert. Kein Schwabbeln, sportlich, straff und über die gesamte Länge des Blanks schön durchtrainiert.

Köderspektrum & Köderführung

Und jetzt zum wirklich wichtigen Teil. Den Ködern und dem werf- bzw. den führbaren Baits im Rahmen des Wurfgewichtsspektrums von 8 bis max. 22 Gramm. Die Wohlfühlbereiche habe ich euch wieder entlang meines Notizzettels in die entsprechenden Abschnitte portiert. Bei Jigs & Rigs lag der Fokus auf Rückmeldung & Sensibilität. Hardbaits wurden entlang der optimalen Köderführung plus Weitwurfeigenschaften an der Moonwalker getestet.

Softbaits

Bait Breath TT Shad Slim 5 (Gummiköder, Barschangeln, Zanderangeln)

Bait Breath TT Shad Slim 5 (Gummiköder, Barschangeln, Zanderangeln)

An die Sensibilität eines Vigore-Referenz-Blanks reicht die 2,62 m lange Moonwalker zwar nicht heran, aber mit etwas Konzentration und dem Zeigefinger auf dem Blank sind Bodenbeschaffenheit und zaghafte Bisse doch deutlich bis ins Handteil zu spüren. Bei viel Seitenwind auf maximaler Wurfdistanz und Rigs mit besonders langen Vorfächern sollte man sich jedoch nicht nur auf den Blank verlassen und zusätzlich einen Blick auf den Schnurbogen werfen.

Hin und wieder kam es vor, dass ich die Bisse erst beim nächsten anjiggen/zupfen bemerkt habe. Aber das lag weniger an der Rute, sondern viel mehr an den Rahmenbedingungen und der Kickback-Rig Montage. Am Carolina-Rig oder dem Jig mit „gespannter“ Schnur überträgt der Moonwalker-Blank alles, was mit einem Anschlag quittiert werden sollte.

Um das volle Potenzial der EG86M-ti auszuschöpfen, ohne die Rute zu über- oder unterfordern, hier genau die Gewichts- und Softbait-Kombinationen, mit denen die Mooni meiner Meinung nach optimal performt und dauerhaft gefischt werden kann. Der Blank lädt sich hierbei ausgezeichnet auf und geht auch bei extrem harter Köderführung nicht über Gebühr ins Backbone.

Jigs

Kopfgewicht 7 bis 18 g 7 bis 14 g 7 bis 10 g
Gummiköder Grubster 2.75″
Easy Shiner 3″
Flash-J Shad 3″
TT Shad 3.2″
TT Shad 5″ Slim
Easy Shiner 5″
Fat Swing Impact 3.8″
TT Shad 4″
Shaker 4.5″
Flash J Shad 5″
Getestet mit DEKA Round Jigs

Rigs

Weight 10 bis 20 g 7 bis 18 g 7 bis 14 g
Rig & Trailer Drop Shot Rig +
1 1/2 – 3″ Craws
2 bis 3″ Pintails
Kickback Rig +
3 – 4″ Creature Baits
4 – 5″ No-Action Shads
Carolina Rig +
3″ Action Shads
5″ No-Action Shads
Getestet mit DEKA Tungsten Bullets (Worm, Flipping) und No-Name Drop Shot Gewichten

Chatterbaits

Gewicht 7 g 10 g 14 g
Typ & Trailer KO Chatter 7 +
Grubster 2.75″ &
DK Chatter 7 +
KO Chatter 10 +
Grubster 2.75″ &
DK Chatter 10 +
DK Chatter 14
ohne Trailer
Getestet mit Fish Arrow Chatterbaits. KO = kleines Blade. DK = großes Blade

Wie sich unschwer erkennen lässt, bedient die Moonwalker EG86M-ti ziemlich genau das Köderspektrum, welches ich hier in Potsdam beim Barschangeln benötige. Durch ihre Fähigkeiten auch schlanke 5 Inch Gummiköder an bis zu 14g schweren Jigs abfeuern zu können, sollten sich nebenbei auch zickige Havelzander und die richtig dicken Barschmurmeln gezielt mit ihr befischen lassen. Für die Performance in puncto Wurfweite, Köderführung und Sensibilität beim Angeln mit Jigs & Rigs gibts die volle Punktzahl!

Hardbaits

  • Rapala Twitchin Mullet (Wobbler, Sub-Surface)
  • ZipBaits Irony (TopWater Stickbait)
  • Illex Water Mocasin (Oberflächernwobbler, Stickbait)
  • Lucky Craft Pointer 100SR (Minnow / Twitchbait)
  • ZipBaits Orbit 110SP (Jerkbait / Twitchbait)

Wobbler an der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti: Stickbaits und Minnows

Wer genau für den Moonwalker-Flächenbrand verantwortlich ist, konnte ich bisher noch nicht herausfinden. Aktuell ist nur bekannt, dass sich ein niederländischer Wolfsbarsch-Insider die Moonwalker zum Küstenangeln mit Hardbaits geschnappt hat und sein Fazit so gut ausfiel, dass sich gefühlt die halbe Seabass- und Meerforellenfraktion mit der Mooni ausgestattet hat. Na ja, und was fürs Wolfsbarschangeln gut ist, das kann fürs Distanzangeln auf Rapfen mit flachlaufenden Wobblern nicht schlecht sein!

Minnows

Zugegeben; Hardbaits an einer so langen Rute wie der Mooni zu fischen, war für einen eingefleischten Barschangler gewöhnungsbedürftig. Einmal den Bogen raus, lassen sich die größeren Kaliber aber dennoch erstaunlich gut führen und vor allem mordsmäßig weit casten! Die Rückstellgeschwindigkeit und Power des Moonwalker-Blanks schreien förmlich danach, ihn mit etwas größeren und flachlaufenden Minnows zu bestücken. Sofern die wobblenden Kunstwerke nicht all zu tief laufen oder die magische Größe-vs-Gewicht-Schallgrenze von 17 g und max. 1,0 m Lauftiefe nicht durchbrochen wird, packt die Moonwalker-M auch richtig hart durchgepeitschte Minnows. Hier eine kleine Auswahl meiner Lieblingswobbler an der Moonwalker EG86M-ti.

Modell Länge Gewicht Lauftiefe
Rapala Shadow Rap Shad 89 mm 10 g 0,9 – 1,2 m
ZipBaits Rigge 90SP 90 mm 9,8 g 0,5 – 1,0 m
Megabass VISION 95 95 mm 11 g 0,8 – 1,0 m
Daiwa Tournament Current Master SR 93 mm 12 g 0,5 – 1,5 m
DUO Realis Jerkbait 100SP 100 mm 14,5 g 0,8 – 1,5 m
Lucky Craft Pointer EPG 100SR 100 mm 17 g 0,1 – 0,3 m
Megabass VISION 110 110 mm 14 g 0,8 – 1,0 m
ZipBaits Orbit 110SP 110 mm 16,5 g 0,8 – 1,2 m
Bassday Mogul Minnow 110SP 110 mm 17 g 0,8 – 1,0 m
Minimum = Rapala Shadow Rap Shad, ZipBaits Rigge 90SP
Optimum = Megabass VISION 95 bis Megabass VISION 110
Maximum = ZipBaits Orbit 110SP, Bassday Mogul Minnow 110SP

Stickbaits

Rapfenangeln ohne Stickbaits? No way! Towatern mit einer 2,62 m langen Rute? Grenzwertig, aber nicht unmöglich! Über Sinn & Unsinn einer fast 9 ft langen Topwater-Rute müssen wir nicht lange dikutieren. Wer einer spezielle Topwater-Peitsche sucht, der sollte sich bei den 1 m kürzeren Modellen umsehen. War allerdings als Ufer- oder Wathosenangler mit nur einer Rute unterwegs ist und sicherstellen kann, dass sich am gegenüberliegenden Ufer keine Freunde aufhalten, der darf seine Topwater Stickbaits und Sub-Surface Runner gerne in den Snap hängen. Nur über die Rolle geführt lag mein maximales Wohlfühllimit beim 21 g schweren und 7 cm langen Salmo Slider 7S. Untenrum sollten es mindestens 10 g sein. Was in etwa dem Water Moccasin 75 entspricht. Richtig Spaß macht die Moonwalker beim Topwatern im Bereich von „Rapala X-Rap Twitchin‘ Mullet“ bis „Lucky Craft Sammy“.

Modell Länge Gewicht Lauftiefe
Salmo Slider 7S 70 mm 21 g Sub-Surface
Rapala X-Rap Twitchin‘ Mullet 80 mm 13 g Sub-Surface
Illex Water Monitor 85 mm 13,5 g Sub-Surface
ZipBaits Irony 90 mm 13,5 g Topwater
Lucky Craft Sammy 100 100 mm 14 g Topwater

Jig-Spinner / Underspin Jigs

Ob Barsch oder Rapfen: Blech geht immer! Egal wie schnell die schweren Jig-Spinner bis 16 g – auch unterhalb vom Wehr, gegen die Strömung – geführt wurden, der Moonwalker-Blank war noch lange nicht am Ende und hätte wohl auch deutlich schwerere Artgenossen verkraftet. Ab 10 g gehts beim Jig-Spinner los, das obere Limit müsst ihr selbst herausfinden. Schwermetall mit mehr als 16 g befindet sich noch nicht in meiner Tackle-Box (…)

Modell Gewicht Lauftiefe
Geecrack Daisy Spin 3/8 10 g variabel
VIVA Kozo Spin 12 g variabel
JAD Tama 12 g variabel
SPRO ASP 14 g variabel
JAD Akito 16 g variabel

Aktion & Drillverhalten

  • Aktion und Drillverhalten der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti

Aktion und Drillverhalten der Tailwalk Moonwalker EG86M-ti

Bewegtbilder zeigen mehr als tausend Worte. Falls euch die Animation zu schnell durch läuft; einfach zum nächsten Slide wechseln. Spätestens auf vierten Bild ist deutlich zu erkennen, wie sich die Moonwalker unter Belastung verhält. „Semi-Parabolisch“ beschreibt die harmonische Aktion der Mooni auf den Punkt genau und offenbart insbesondere im Drill ihre Abstammung aus dem EGING Rod Lineup!

Welche Monstertintenfische die Japaner mit der Moonwalker EG86M-ti aus der Tiefsee bergen möchten ist mir Schleierhaft. Das extrem kraftvolle Backbone fällt im unteren Viertel jedenfalls so „mächtig“ aus, dass ich mich unter Berücksichtigung der geschlossenen Bremse nicht getraut habe, auch nur ein Nanonewton mehr Kraft in den Drill zu investieren. Entweder ich hätte nach einem Schnurbruch zweigeteilt am Strand gelegen. Oder, und das ist bei der Tragkraft der DEKA 8-braid wahrscheinlicher, ich hätte den Steg aus der Verankerung gerissen.

Was also untenrum für jeden noch so kampfstarken Rapfen, Zander oder meinetwegen auch Hecht mehr als ausreichend ist, das beginnt obenrum mit so viel Aktion, dass selbst 25er Schniepelbarsche ein Drillvergnügen aller erster Güte darstellen!

Fazit

Rundum glücklich!

Wenn Du dich traust knapp 340 EURO in eine Kohlefaserröhre zu investieren, die rückblickend alles in den Schatten stellt, was ich innerhalb der letzten Jahre beim Uferangeln zwischen den Fingern hatte, dann bekommst Du eine Distanzrute zum Barsch- und Rapfenangeln, die in jedem Punkt überragend abschneidet. Dem Testurteil meiner Vorrezensenten kann ich mich daher nur anschließen:

Die Tailwalk Moonwalker EG86M-ti ist das derzeit beste Stück Spinnrute in ihrer Klasse und bekommt auch von mir die verdiente Triple-A Bewertung für Optik, Verarbeitung, Handling und Perfomance am Wasser!

Tipp: Warte mit deiner Entscheidung nicht all zu lange. Die Ruten gehen weg wie warme Semmeln und werden den für Tailwalk typischen 1-jährigen Produktlebenszyklus vermutlich nicht überleben. Hier gehts zur Tailwalk Moonwalker EG86M-ti im Nippon-Tackle Candy Shop.