Die Quantum Smoke SL30PTI aus der EXO PT Spinnrollen Serie im Detail: Lieferumfang, Body, Rotor, Spule, Bremse, Kurbel, Verarbeitung und Qualität. Die Lieferung der SL30PTI erfolgte wie erwartet binnen kürzester Zeit und lag keine 5 Tag nach Auftragsbestätigung beim Matchangler im Postkasten.

  • Testbericht: Quantum Smoke

Quantum Smoke SL30PTI Unboxing - Verpackung, Inhalt, Lieferumfang

Lieferumfang

Bereinigt um beiliegende Plastiktütchen und Rechnung besteht der Verpackungsinhalt aus einer fast fertig zusammengebauten Rolle (Body, Rotor, Spule), dem Handle, einer Bedienungsanleitung und der großformatigen Explosionszeichnung incl. Ersatzteilliste. Werkzeug und Schmierstoff für spätere Inspektionen, oder das Nachfetten gehören leider nicht zum Lieferumfang der Quantum Smoke 30. Schade, ein Fläschchen Öl o.ä. wäre bei knapp 170€ doch mindestens drin gewesen?!

Design

Bei der ersten äußerlichen Begutachtung fällt natürlich sofort der wunderschöne matt-dunkelgraue Lack, die ungewöhnliche Bauform der Kurbel und die Exo-Skeletbauweise auf. Die Smoke ist ohne jeden Zweifel ein echter Eyecatcher mit optisch sehr gut abgestimmten Bauteilen und einer sexy Linienführung. Quantum hat mit der SL30PTI den Schritt in die richtige Richtung gewagt und bekommt dafür die volle Punktzahl: Sehr gut!

Quantum Smoke Unboxing - Design

Haptik

Die „extrem“ leichte Gesamtkonstruktion der Rolle hält was sie laut Werbeaussagen verspricht. Weder Body, noch Rotor waren mit Kraftaufwand zu einer Biegung zu überreden. Greift man die Smoke mit dem Rollensteg zwischen den Fingern, und dem Rollenfuß im Handballen spürt man sofort die breiter gearbeiteten Auflageflächen am Steg. Besonders bei ausgedehnten Touren dürfte dieses Merkmal für knitterfreien halt ohne Druckstellen sorgen. Ebenfalls gut durchdacht ist die Ergonomie des Nuplon / EVA Kurbelknaufs. Nicht zu groß, nicht zu klein und optimal auf den oberen Knick im Daumengelenk angepasst gibt es auch hier nichts zu meckern. Für die robuste Konstruktion, die gute Ergonomie und das in der Gesamtheit betrachtete sichere Gefühl, gibt es auch in diesem Bereich die volle Punktzahl für die Quantum Smoke: Sehr gut!

Einzelteile

Den ersten groben Außencheck hat die Quantum Smoke hinter sich gebracht. Zeit sich um die Details zum kümmern und die Rolle unter Zuhilfenahme des mitgelieferten Bordwerkzeugs in ihre Einzelteile zu zerlegen. Viel Werkzeug gab es wenig und deshalb habe ich nur das unter die Lupe genommen, was ohne Aufwand und Hilfsmittel leicht abzubauen war.

Quantum Smoke SL30PTI Unboxing Einzelteile, Aufbau, Details

Quantum Smoke SL30PTI Unboxing Einzelteile, Aufbau, Details

Body

Die beiden Komponenten (Body & Rotor) sind ohne Werkzeug nicht voneinander zu trennen und bringen insgesamt ~150 Gramm auf die Wage. Der Body besteht aus Ultalight-Aluminium und offeriert auf der Unterseite die 10 verbauten Kugellager in der Quantum Smoke. Der mattierte Lack ist ohne Nasen oder sonstige Mängel durchgehend bis zum Rollenfuß sauber aufgebracht und wurde dort mit dem Aufdruck „Patent pending, Made in China“ versehen. Um die einzigen beiden klitzekleinen Schrauben an Hinter- und Unterseite des Bodys lösen zu können, wird ein handelsüblicher Feinmechanik-Kreuzschlitzschraubenzieher benötigt.

Die Kurbel der SL30PTI kann selbstverständlich beidseitig montiert werden. Die freibleibende Seite wird dann mittels eindrehbarer Kunststoffabdeckung (0,73 Gramm) vor dem Eindringen von Schmutz geschützt. Wer den kleinen praktischen Kipphebel zur Aktivierung / Deaktivierung des Rücklaufs sucht, sucht an der Smoke vergebens. Ein Maintenance Port für die kleine Schmierung zwischendurch ist nicht vorhanden.

Alles in allem ist der Body super stabil konstruiert und ohne Grat und Lacknasen sauber verarbeitet. Der fehlende Maintenance Port und eine Kunststoffabdeckung die meiner Meinung nach aus Metall hätte sein können sind verschmerzbar. Was gar nicht geht, ist der fehlende Rücklauf. Das ist wie eine Rute ohne Hakenhalter – unpraktisch! Für den Body daher leider nur ein: befriedigend.

Quantum Smoke Unboxing, Body, Abdeckung, Verarbeitung, Lack

Quantum Smoke Unboxing, Body, Abdeckung, Verarbeitung, Lack

Rotor

Auf den ersten Blick sieht der aus C4LF Faserverbund hergestellte Rotor schick aus. Das Ziel der Gewichtsreduzierung wurde erreicht. Nimmt man die Spule ab und schaut sich die Verarbeitung des Rotors etwas genauer an, fallen als erstes die unzählbar vielen Grate und vor allem das aus allen Ecken und Kanten quillende Fett auf. Besonders reichhaltig wurde an den Bügelarmgelenken aufgetragen. Die Rolle war schon nach dem ersten begrabbeln mit Fettflecken übersät.

Inwiefern sich die EXO-Bauweise negativ auf die freigelegten Innereien der Smoke auswirkt, wird ein Langzeittest zeigen. Schmutz und Dreck haben zumindest eine relativ gute Chance genau dort anzugreifen. Das gleiche gilt im übrigen für die äußerst ungewöhnliche Platzierung der 2 völlig nackten Kugellager oberhalb des Zahnrades.

Schnurlaufröllchen und der mit Titanium-Nitrid-beschichtete Schnurführer mit Anti-Drall-System machen einen soliden und Eindruck. Einzig die untere Führungsrinne des Schnurlaufröllchens ist für mein Empfinden etwas weit außen angeordnet. Beim trocken drüber ziehen der Schnur tat das Röllchen jedenfalls das was es tun soll: es dreht sich. Den Rest wird der Test am Wasser zeigen.

Der Bügelarm besteht aus superleichtem Nickel-Titanium-Material und ist extrem flexibel. Beworben wird das gute Stück mit der Headline „unzerbrechlich“. Die Probe aufs Exempel habe ich nicht durchgeführt, kann der Flexibilität aber voll zustimmen. Tolles Material!

Abschließend gibt es zum Rotor-, Röllchen-, Bügel-Komplex folgendes zu sagen. Ohne einen Test am Wasser muss ich den Konstrukteuren vorerst vertrauen und hoffen das die Exo-Bauweise mit den freigelegten und für den Schmutz leicht zugänglichen Teilen (Kugellager) auf Dauer funktioniert. Allein die Hoffnung möchte ich nicht bewerten und deshalb wird die Note erst im Test vergeben. Wofür es eine Bewertung gibt, ist die qualitative Verarbeitung des Rotors.

Hier muss Quantum im wahrsten Sinnes des Wortes an allen Ecken und Kanten nacharbeiten, oder die Endkontrollen im Werk verschärfen. Für die vielen Grate und die totale Verfettung der Quantum Smoke habe ich in diesem Preissegment kein Verständnis. Um es in den Worten der Schulnote auszudrücken: mangelhaft!

Quantum Smoke SL30PTI Unboxing - Rotor, Spule, Schnurlaufröllchen

Spule

Die Aluminium „PT Long Stroke TM“ Spule der Quantum Smoke wiegt ~ 45 Gramm und bringt ein unglaubliches Schnurfassungsvermögen mit! Die Angaben befinden sich auf dem Rotor, nicht auf der Spule.

195m / 0.24 mm | 220 yds. / 6lbs
165m / 0.26 mm | 180 yds. / 8 lbs
130m / 0.29 mm | 150 yds. / 10 lbs

Die Verarbeitung der Spule ist makellos. Alles schön sauber, ohne Grat, mit Schnurklipp und die leicht abgeschrägte Abwurfkante macht auch einen vernünftigen Eindruck. Steckt man die Spule auf die Achse sitzt alles so wie es sein soll. Kein klappern und kein wackeln. Für Konstruktion und Verarbeitung gibt es daher die Note: sehr gut!

Bremsknopf

Das „Großflächen-Mehrscheiben-Frontbremssystem“ mit Carbon-Scheiben kann laut Herstellerangaben einen Bremsdruck von bis zu 15 Pfund (6,8 kg) aufbauen und wird mit dem abgebildeten ~9 Gramm „schweren“ Bremsknopf justiert (Click Adjustment). Ob die Smoke das wirklich schafft kann ich „noch“ nicht beurteilen. Der Bremsknopf lässt sich gut zwischen den Fingern greifen, aber auch hier gibt es für einige Grate wieder Punktabzug. Bei den Kunststoffteilen scheinen es die Quantum’ler nicht so genau zu nehmen, und deshalb die Note: befriedigend.

Spule, Bremse und Bremsknopf

Kurbel

Die sehr leichte Aluminium Kurbel wiegt incl. Duplon / EVA Griff knapp ~22gr. und kann wie oben beschrieben beidseitig am Body befestigt werden. Das Doppelgewinde sitzt fest im Gehäuse, aber an der Lagerung des Duplongriffs besteht Nachholbedarf. Hier ist für mein Empfinden zu viel Spielraum, denn wenn man richtig schüttelt, klapperts auch. 100% wackelfrei kann ich nicht bestätigen. Auf den folgenden Bildern ist gut zu erkennen, dass das Duplon sehr empfindlich auf äußere „Krafteinwirkung“ reagiert. Schon nach den ersten Proberunden sah der Griff aus, als wäre die Smoke 3 Wochen im Dauereinsatz. Der Griffigkeit tat das zwar keinen Abbruch, schick ist das trotzdem nicht. Alles in allem und mit 2 Augen zudrücken gebe ich der Kurbel incl. Griff, und trotz fehlendem Klappgelenk die Note: gut.

Quantum Smoke Unboxing, Kurbel und Griff

Quantum Smoke Unboxing, Kurbel und Griff

Funktionstest

Ich denke wir haben uns zur Genüge an den Einzelteilen der Quantum Smoke ergötzt, jetzt kommt die Probe aufs Exempl. Also alle Teile zusammengeschraubt und trocken losgedreht, um zu schauen ob die SL30PTI das hält was sie verspricht, bzw. eine Chance für den Einsatz am Wasser bekommt.

Die Befestigung von Kurbel und Gehäuseabdeckung liefe wie bereits beschrieben problemlos. Das gleich gilt für Spule und Bremsknopf. Beim festzurren der Bremse dreht man zunächst eine kleine Ewigkeit ins leere bevor sich der Druck auf die Carbon-Scheiben soweit erhöht, das man von einem Widerstand sprechen kann. Erst auf der letzten halben Umdrehung greift sie dann, die „fein justierbare“ Bremse der Quantum Smoke, und ist mit wenigen clicks „zu“.

Für meinen Geschmack ging das ein wenig zu schnell! Der Klappmechanismus des Bügels funktioniert einwandfrei in alle Richtungen. Hier Klemmt und hakt beim manuellen öffnen und schließen überhaupt nichts. Ist der Bügel geöffnet, um die virtuelle Schnur freizugeben, lässt er sich mit einem wohl dosierten Stubser zum zuklappen bewegen. Der Widerstand ist so gut gewählt, dass ein unbeabsichtigtes schließen des Bügelarms auch bei kräftigem Schütteln nicht erfolgte.

Ich Sachen Laufruhe brauch sich die Smoke vor ihren Konkurrenten nicht verstecken. Mit dem Ohr am Gehäuse und dem Finger an der Kurbel war aus dem inneren der Rolle bei keiner Drehgeschwindigkeit ein Ton zu vernehmen. Kein rasseln oder rumpeln, die Smoke schnurrt ohne Belastung wie ein Kätzchen. „Einzig“ der Drehwiderstand macht mir Sorgen! „Out of the box“ spürt man schon beim ersten Ankurbeln einen wahrnehmbaren Widerstand. Lässt man die Kurbel nach einem ordentlichen Schwung los, schafft sie noch 3 bis 4 Umdrehungen und steht dann still – Ups!

Selbst nach gefühlten 500 Umdrehungen in allen Geschwindigkeitsstufen änderte sich an diesem Zustand nichts, denn mein Hoffnung bestand darin, dass vermutlich total verfettete Getriebe so weit ins schwitzen zu bringen, dass sich an der Viskosität des Schmierstoffs etwas ändert – Fehlanzeige. Die Quantum Smoke ist für diesen ersten Funktionstest weit vom Attribut „leichter Lauf“ entfernt!

Fazit

Wer auf der Suche nach einer Rolle fern ab des High-End-Glossy-Finishs ist, der wird mit dem Griff zur rauchigen Grauen ganz bestimmt nichts falsch machen! Die Quantum Designer haben sich in Punkto Linienführung und Anstrich extrem viel Mühe gegeben, um dem willigen Opfer den Kopf zu verdrehen und einen Großteil der Kaufentscheidung vom äußeren Erscheinungsbild abhängig zu machen. Keine Frage, die Optik ist wichtig, aber auch die inneren Werte zählen.

Betrachte man die Einzelteile der Smoke etwas genauer, fallen besonders die unsauber gearbeiteten Kunststoffteile auf. Speziell der aus C4LF Faserverbund hergestellte Rotor strotzt nur so vor Graten und auch das aus allen Ecken quillende Fett hinterlässt einen insgesamt unsauber verarbeiteten Eindruck mit wenig Liebe zum Detail.

Ob sie will, oder nicht. Die SL30PTI muss sich für knapp 170€ mit den quasi Standards wie sie von Daiwa und Shimano gesetzt werden vergleichen lassen. Für meinen Geschmack gehört ein Klappgelenk an der Kurbel, ein Rücklauf incl. Sperre und eine fein justierbare Bremse genau so zum Standard, wie ein leichter Lauf! Abschließend bleibt nur zu Hoffen, dass sich die Feinjustierung der Bremse als falsch bewertet darstellt, und sich die Lauf-Performance mit jedem weiteren Einsatz am Wasser verbessert.

Da besonders diese beiden Punkt nicht selten das Zünglein an der Waage sind und ohne einen Feldtest nicht bewertet werden können, findet die Quantum Smoke ihren Weg an meine Tailwalk Muddy Walker und darf sich dort beweisen.

Quantum Smoke Testbericht

Quantum Smoke Testbericht

Wunschkonzert

Die meisten eurer Fragen und Wünsche habe ich bereits im Fließtext dieses Artikel verarbeitet, und die „geforderten“ Nahaufnahmen geschossen. Alle Wünsche die hier noch nicht berücksichtigt wurden sind keinesfalls vergessen, oder unterm Teppich gelandet! Ihr findet die Antworten spätestens im Testbericht, z.B. kann das Wickelbild und die ruckelfreie Funktion der Bremse erst dann beantwortet werden.

Die Antwort auf die Frage nach einem Größenvergleich der Quantum Smoke 30 zu einer Shimano Rolle passt allerdings noch sehr gut in diesen Artikel und wurde auf Fotos festgehalten. Falls euch weitere Fragen unter den Nägeln brennen, oder weitere Detailaufnahmen benötigt werden, dann ab damit ins Kommentarfeld!

Größenvergleich

Die Proportionen zur 2500er Shimano Rolle sind auf dem Foto nicht wirklich gut zu erkennen, daher vertone ich nach. Der Body ist im Vergleich zur 2500er Fireblood wesentlich filigraner und kommt nicht ganz so massiv / klotzig daher. Der Body der Quantum wirkt alles in allem sportlicher und schlanker, als der der Fireblood. Die Spule der Smoke 30 ist im Vergleich zur 2500er zwar gleich hoch, aber dafür etwas breiter.

Die genauen Angaben bekommt ihr, wenn meine Messlehre eingetroffen ist. Montiert an der Muddy gleicht sich der bullige Fireblood Body mit der etwas größeren Smoke 30 Spule optisch soweit aus, dass ich sagen würde: Proportional zur Rute gesehen, passt jede Smoke 30 dahin, wo eine 2500er Shimano auch hin passt. Der Unterschied ist minimal. Für die feine Animation meiner Wobbler würde ich sie jedoch nicht einsetzen. Stay tuned!

Quantum Smoke 30 im Vergleich zur Shimano Fireblood 2500

Quantum Smoke 30 im Vergleich zur Shimano Fireblood 2500