Zander Schonzeit: Tabelle aller Bundesländer

Die Zander Schonzeit ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt — jedes Bundesland legt eigene Zeiträume und Mindestmaße fest. Damit du vor deinem nächsten Ansitz genau weißt, was gilt, findest du hier die komplette Übersicht.

Zander unter Wasser in seinem natürlichen Lebensraum mit klarem Flusswasser

Bundesland Schonzeit Mindestmaß Rechtsgrundlage
Baden-Württemberg 01.04.–31.05. 40 cm LFischVO BW
Bayern 15.03.–30.04. 50 cm AVBayFiG
Berlin 01.01.–31.05. 45 cm LFischO Berlin
Brandenburg 01.04.–31.05. 45 cm BbgFischO
Bremen 01.02.–15.05. 45 cm BremFischO
Hamburg 01.02.–31.05. 45 cm HmbFischG
Hessen keine gesetzliche Schonzeit 45 cm HFischV
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengewässer) keine gesetzliche Schonzeit 45 cm FischLVO M-V
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengewässer) 23.04.–22.05. 45 cm KüFVO M-V
Niedersachsen 15.03.–30.04. 40 cm NdsFischO
Nordrhein-Westfalen 01.04.–31.05. 40 cm LFischVO NRW
Rheinland-Pfalz 01.04.–31.05. 40 cm LFischVO RLP
Saarland 15.02.–31.05. 45 cm SFischVO
Sachsen 01.02.–31.05. 45 cm SFischVO Sachsen
Sachsen-Anhalt 15.02.–31.05. 45 cm FischO LSA
Schleswig-Holstein 15.03.–15.05. 45 cm BiFischO SH
Thüringen 01.04.–31.05. 45 cm ThürFischVO

Wichtig: Diese Tabelle bildet die gesetzlichen Landesregelungen ab. An deinem konkreten Gewässer können abweichende Bestimmungen gelten — prüfe immer die Gewässerordnung deines Vereins oder Pächters.

Zander Schonzeit nach Bundesland — die Tabelle

Die oben stehende Übersicht zeigt auf einen Blick, wann du wo auf Zander angeln darfst. Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Regionen genauer an.

Karte von Deutschland mit Zander-Schonzeiten nach Bundesland farblich markiert

Norddeutschland: Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern

In Brandenburg gilt die Zander Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Mai bei einem Mindestmaß von 45 cm. Die Rechtsgrundlage ist die Brandenburgische Fischereiordnung (BbgFischO). An Verbandsvertragsgewässern des Landesanglerverbandes Brandenburg (LAVB) können abweichende Regelungen gelten — beispielsweise ein erhöhtes Mindestmaß oder eine verlängerte Schonzeit.

Berlin hat mit dem 1. Januar bis 31. Mai die längste gesetzliche Zander-Schonzeit in Deutschland. Das Mindestmaß beträgt 45 cm. Wer an Berliner Gewässern angelt, muss also fast ein halbes Jahr auf Zander verzichten.

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Sonderfall: Für Binnengewässer gibt es keine gesetzliche Zander-Schonzeit. Das bedeutet allerdings nicht, dass du das ganze Jahr unbegrenzt Zander entnehmen darfst. Viele Vereine und Pächter legen eigene Schonzeiten fest, die strenger sein können als die Landesregelung. Für Küstengewässer gilt eine kurze Schonzeit vom 23. April bis 22. Mai. Das Mindestmaß liegt landesweit bei 45 cm.

Als jemand, der seit über zehn Jahren regelmäßig an der Havel und ihren Nebenflüssen unterwegs ist, kann ich dir sagen: Die Schonzeit-Regelungen in Brandenburg und Berlin kenne ich mittlerweile im Schlaf. Aber gerade an Gewässern in Grenzbereichen zwischen Ländern lohnt es sich, doppelt zu prüfen.

Mitteldeutschland: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Sachsen schützt den Zander besonders lang: Vom 1. Februar bis zum 31. Mai darf kein Zander entnommen werden. Mit vier Monaten Schonzeit gehört Sachsen zu den Bundesländern mit dem strengsten Schutz. Das Mindestmaß beträgt 45 cm.

Sachsen-Anhalt hat eine Schonzeit vom 15. Februar bis zum 31. Mai — ebenfalls eine der längeren in Deutschland. Das Mindestmaß liegt bei 45 cm.

In Thüringen gilt die Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Mai bei einem Mindestmaß von 45 cm.

Westdeutschland: NRW, Niedersachsen, Hessen

In Nordrhein-Westfalen ist die Zander Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Mai festgelegt. Das Mindestmaß beträgt 40 cm — damit gehört NRW zu den Ländern mit niedrigerem Mindestmaß.

Niedersachsen hat eine etwas kürzere Schonzeit vom 15. März bis zum 30. April mit einem Mindestmaß von 40 cm.

Hessen ist neben Mecklenburg-Vorpommern (Binnengewässer) das einzige Bundesland ohne gesetzliche Zander-Schonzeit. Das Mindestmaß beträgt trotzdem 45 cm. Auch hier können Vereine und Pachtgewässer eigene Schonzeiten festlegen.

Süddeutschland: Bayern, Baden-Württemberg

Bayern hat mit 50 cm das höchste gesetzliche Mindestmaß für Zander in Deutschland. Die Schonzeit läuft vom 15. März bis zum 30. April — vergleichsweise kurz, aber kombiniert mit dem strengen Mindestmaß ein effektiver Schutz.

In Baden-Württemberg gilt die Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Mai bei einem Mindestmaß von 40 cm (gemäß Landesfischereiverordnung).

Warum gibt es Schonzeiten für Zander?

Die Schonzeit schützt den Zander während seiner empfindlichsten Lebensphase: der Fortpflanzung. Ohne diesen Schutz würden die Bestände langfristig einbrechen.

Laichverhalten des Zanders

Zander (Sander lucioperca) laichen bei Wassertemperaturen von 10–12 °C, typischerweise zwischen April und Juni. Die Männchen suchen sich flache Uferbereiche mit sauberem, festem Kiessubstrat in etwa 1,5 Meter Wassertiefe. Dort reinigen sie den Untergrund gründlich von Schlamm und Pflanzenmaterial und legen eine Laichgrube an.

Das Weibchen legt anschließend zwischen 150.000 und 200.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht in diese vorbereitete Grube ab. Bei einem 3-Kilo-Weibchen sind das bis zu 600.000 Eier — eine enorme Reproduktionsleistung, die aber nur Sinn ergibt, wenn das Gelege auch überlebt.

Brutpflege: Der Zander als Nestbewacher

Nach dem Ablaichen übernimmt das Männchen die komplette Brutpflege — ein Verhalten, das den Zander unter den heimischen Süßwasserfischen besonders macht. Das Männchen positioniert sich über dem Nest und fächelt mit den Brustflossen ständig frisches, sauerstoffreiches Wasser über die Eier. Gleichzeitig werden absinkende Sedimentpartikel weggspült.

Während dieser Phase färbt sich das Männchen dunkel bis schwarz — ein deutliches Zeichen für aktive Brutpflege. Es verteidigt das Nest extrem aggressiv gegen jede Bedrohung. Untersuchungen zeigen: Potenzielle Eiräuber wie Fische oder Flusskrebse werden in unmittelbarer Nestnähe bis zu 17 Mal pro Minute attackiert.

Genau hier liegt das Problem beim Angeln während der Laichzeit: Wenn das bewachende Männchen gefangen und entnommen wird, ist das gesamte Gelege verloren. Ohne Schutz werden die Eier schnell von Fressfeinden gefressen oder verpilzen.

Bestandsschutz und Nachhaltigkeit

Die Schonzeit ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern hat einen klaren biologischen Hintergrund. Stabile Zanderbestände brauchen erfolgreiche Reproduktionszyklen. Wenn Laichfische ungestört ablaichen und die Brut bewachen können, sichert das den Nachwuchs für die kommenden Jahre.

Das kommt auch uns Anglern zugute: Gute Bestände bedeuten bessere Fangchancen in der offenen Saison. Wer die Schonzeit respektiert, investiert in die Zukunft seines Hobbys.

Zander Mindestmaß nach Bundesland

Das Mindestmaß schützt Zander, die noch nicht geschlechtsreif sind und sich mindestens einmal fortpflanzen sollen. Es variiert erheblich:

Mindestmaß Bundesländer
40 cm Baden-Württemberg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz
45 cm Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
50 cm Bayern

Aus meiner Erfahrung rate ich dir: Auch wenn das Mindestmaß in deinem Bundesland bei 40 cm liegt, setz Zander unter 45 cm lieber zurück. Ein 40er Zander hat in vielen Gewässern noch nicht gelaicht. Wer maßvoll entnimmt, fängt langfristig bessere Fische.

Schonzeiten an besonderen Gewässern

Die Landesverordnung ist nur die Basis. An vielen Gewässern gelten zusätzliche oder abweichende Regeln.

Illustration eines Zander-Männchens bei der Brutpflege am Laichnest

DAV-Gewässer: Abweichende Regelungen

An Verbandsvertragsgewässern des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV, ehemals DAV) und seiner Landesverbände können strengere Schonzeiten gelten. Der Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) etwa legt für bestimmte Gewässer eine verlängerte Zander-Schonzeit fest — teilweise vom 1. Januar bis zum 15. Juni. Auch erhöhte Mindestmaße von 50 cm sind an Verbandsgewässern keine Seltenheit.

Bevor du an einem Verbandsgewässer angelst, lies die Gewässerordnung sorgfältig. Die Informationen findest du in der Regel im Gewässerverzeichnis deines Landesverbandes oder auf der Angelkarte.

Talsperren und Stauseen

Talsperren und Stauseen haben häufig eigene Regelungen, die über die Landesverordnung hinausgehen. Das liegt daran, dass diese Gewässer oft von Talsperrenverbänden oder Energieversorgern verwaltet werden, die eigene Interessen am Fischbestand haben. Beispiel: An der Bleilochtalsperre in Thüringen gelten erhöhte Mindestmaße.

Bei Talsperren gilt: Immer die aktuelle Gewässerordnung des Betreibers oder Pächters einholen.

Private Gewässer und Vereinsgewässer

Private Gewässer und Vereinsgewässer dürfen eigene, strengere Regelungen treffen. Sie dürfen gesetzliche Schonzeiten aber nicht verkürzen. Das heißt: Ein Verein kann die Schonzeit verlängern oder das Mindestmaß erhöhen, aber niemals unterschreiten.

In der Praxis nutzen viele Vereine diese Möglichkeit, um ihre Bestände gezielt zu verwalten. Besonders an kleineren Gewässern mit begrenztem Zanderbestand sind verlängerte Schonzeiten sinnvoll.

Was passiert bei Verstoß gegen die Schonzeit?

Wer während der Schonzeit vorsätzlich Zander entnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit — in schweren Fällen sogar eine Straftat (Fischwilderei gemäß § 293 StGB).

Die Bußgelder variieren je nach Bundesland erheblich:

  • Bayern: bis zu 5.000 €
  • Brandenburg: bis zu 50.000 €
  • NRW: bis zu 5.000 €
  • Sachsen: bis zu 25.000 €

Dazu kommt: Die gesamte Angelausrüstung kann eingezogen werden — Ruten, Rollen, Tackleboxen, alles. Im Wiederholungsfall droht der Entzug des Fischereischeins.

Auch ein versehentlicher Beifang während der Schonzeit muss sofort und schonend zurückgesetzt werden. Dokumentiere im Zweifelsfall den Rückwurf, um Probleme bei einer Kontrolle zu vermeiden.

Zander Schonzeit und die beste Fangzeit

Die Schonzeit ist nicht nur eine Einschränkung — sie strukturiert die gesamte Zander-Saison. Wer die Biologie versteht, nutzt die offene Saison gezielter. Mehr dazu findest du auch in unserem Zanderangeln Guide.

Direkt nach der Schonzeit: Saisoneröffnung

Die Wochen direkt nach Ende der Schonzeit gehören zu den besten Fangzeiten des Jahres. Die Zander haben wochenlang kaum gefressen und sind hungrig. Gleichzeitig sind die Wassertemperaturen ideal.

Mein Tipp für den Saisonstart: Setze auf langsam geführte Gummifische (10–12 cm) in natürlichen Farben. Die Zander sind nach der Laichzeit oft noch etwas träge und reagieren besser auf gemächlich präsentierte Köder. Jiggewichte zwischen 10 und 14 Gramm passen an den meisten Havel-Strecken.

Herbst: Die Hochsaison

Von September bis November ist absolute Zanderzeit. Die Fische bauen Fettreserven für den Winter auf und fressen aggressiv. Die Wassertemperaturen sinken in den optimalen Bereich, und die Zander ziehen sich allmählich in tiefere Bereiche zurück.

Im Herbst funktionieren größere Köder (12–16 cm) oft besser als im Sommer. Die Bisse kommen häufig in der Dämmerung und den ersten Nachtstunden.

Winter: Zanderangeln bei Kälte

Auch im Winter lassen sich Zander fangen — vorausgesetzt, die Schonzeit hat noch nicht begonnen. Bei Wassertemperaturen unter 4 °C stehen die Fische in tiefen Löchern und Rinnen. Hier sind langsam geführte Köderfische oder Dropshot-Montagen die beste Wahl.

Denk daran: In einigen Bundesländern wie Sachsen oder Berlin beginnt die Schonzeit schon im Januar bzw. Februar. Prüfe also rechtzeitig, ab wann in deinem Bundesland Schluss ist.

Wie die Schonzeiten für andere Raubfische aussehen, erfährst du in unserem Artikel zu den Hecht Schonzeiten.

Häufig gestellte Fragen zur Zander Schonzeit

Wann ist Schonzeit für Zander?

Die Zander Schonzeit variiert nach Bundesland. In den meisten Ländern liegt sie zwischen April und Mai. Brandenburg: 01.04.–31.05. Bayern: 15.03.–30.04. NRW: 01.04.–31.05. Sachsen: 01.02.–31.05. Hessen hat keine gesetzliche Schonzeit.

Was ist das Mindestmaß für Zander in Deutschland?

Das Zander-Mindestmaß liegt je nach Bundesland zwischen 40 cm und 50 cm. Bayern hat mit 50 cm das höchste gesetzliche Mindestmaß. NRW und Baden-Württemberg setzen 40 cm an. Die meisten Bundesländer schreiben 45 cm vor.

Was passiert, wenn man während der Schonzeit Zander fängt?

Zander, die während der Schonzeit gefangen werden, müssen sofort schonend zurückgesetzt werden. Wer vorsätzlich während der Schonzeit angelt oder Fische entnimmt, riskiert Bußgelder zwischen 5.000 und 75.000 Euro. Zusätzlich kann die Angelausrüstung eingezogen werden.

Warum hat der Zander eine Schonzeit?

Der Zander braucht die Schonzeit zum Laichen und zur Brutpflege. Das Männchen bewacht nach dem Ablaichen das Nest bis zu zwei Wochen, fächelt den Eiern frisches Wasser zu und verteidigt den Laich gegen Fressfeinde. Wird das Männchen während dieser Phase gefangen, geht der gesamte Nachwuchs verloren.

Hat der Zander in allen Bundesländern Schonzeit?

Nein. Hessen hat keine gesetzliche Zander-Schonzeit. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es für Binnengewässer ebenfalls keine gesetzliche Schonzeit, allerdings können Vereine und Pächter eigene Regelungen festlegen.

Wann ist die beste Zeit zum Zanderangeln?

Die beste Zanderzeit ist direkt nach Ende der Schonzeit (je nach Bundesland ab Mai/Juni), wenn die Fische hungrig sind. Die absolute Hochsaison ist der Herbst (September bis November). Auch der Winter bietet gute Chancen mit langsam geführten Ködern.

Darf man während der Zander-Schonzeit mit Kunstköder angeln?

Das hängt vom Bundesland ab. In einigen Ländern wie Bremen ist während der Raubfischschonzeit das Angeln mit Kunstködern grundsätzlich verboten. In anderen Ländern darf man mit Kunstköder angeln, muss aber einen gefangenen Zander sofort zurücksetzen. Prüfe die Regelung deines Bundeslandes.

Wie lang ist die Schonzeit für Zander in Brandenburg?

In Brandenburg gilt die Zander Schonzeit vom 1. April bis zum 31. Mai. Das Mindestmaß beträgt 45 cm. An Verbandsvertragsgewässern des LAVB können abweichende Regelungen gelten.