Ja ja, wer hoch hinaus will der sollte einen Fallschirm dabei haben! Das vor wenigen Jahren aus dem Boden gestampfte „Angel-Startup“ Zesox hat Insolvenz angemeldet und wird im Versteigerungskalender für alle einsehbar unter dem Kennzeichen 2134 gelistet. Weiterhin findet ihr die Insolvenzbekanntmachung auch hier.

Rest in peace wäre wohl etwas übertrieben. Warum? Nun, die Jungs haben sich anfänglich wirklich viel Mühe gegeben und überzeugten auf ganzer Linie mit einem Konzept, dass in der Form noch nicht in unserer von Mief und Staub durchzogenen Onlineangelbranche zu finden war. Der Zesox-Angelshop war ohne jeden Zweifel erstklassig konfiguriert, hervorragend suchmaschienenoptimiert und mit reichlich Search Engine Advertising (SEA) flankiert.

Nebenbei hatten sich die kreativen Köpfe noch den Zuspruch der Blogger gesichert und einfach mal ’n bissl Blogger-Relationship gelebt. Ich denke ich untertreibe nicht wenn ich sage, dass zu genau diesem Zeitpunkt so manch ein gestandener Online-Angelshop den Mund nicht mehr zu bekommen hat. Zeitweise kam es einem vor als würde es nur noch Zesox geben. Egal welchen Suchbegriff man eintippelte. Egal welchen Blog man besuchte – Zesox war einfach everywhere! Facebook up – Youtube up und der Zesox Blog ging auch steil. Und nun, was ist passiert?

Zesox meldet Insolvenz an! Klappe zu. Affee tot!

Zesox meldet Insolvenz an! Klappe zu. Affee tot!

Wie wir alle wissen braucht man in unserer Branche nicht nur einen besonders trickreich und gut durchdachten Businessplan, sondern vor allem einen langen Atem, echte Erfahrungswerte im Umgang mit der nicht ganz so einfachen Zielgruppe, und was noch viel wichtiger ist: man benötigt erstklassige und loyale Mitarbeiter an der Frontline zwischen Endkunde und Produkt. Dort wird die Schlacht geschlagen! Hat auch anfänglich den Anschein erweckt, als hätte es funktioniert.

Doch über die letzten 1 1/2 Jahre hinweg sind scheinbar erst die guten Mitarbeiter, anschließend die Mittel und schlussendlich die Motivation den Bach runter gegangen. Die Facebook-Timeline gleicht derzeit einem Wust an persönlichen Anfeindungen zwischen Kunden und „Mitarbeitern“. Der Shop füllt sich gefühlt schon seit einer kleinen Ewigkeit mit nichts weiter als veralteten oder gerade noch so ergatterten Produkten vo nder Resterampe.

Das Vertrauensverhältnis zwischen Meister Zesox und den Lieferanten soll laut usneren Quellen „stark angespannt“ sein, und als wäre das nicht genug, versucht man mit der verbliebenen Restenergie die Schlacht über den Preis zu gewinnen – so wird das nix! Der Kapitän und seine besten Offiziere sind meiner Meinung nach schon vor geraumer Zeit von Bord gegangen und die MS-Zesox wohl nun auf Grund gelaufen. Schade – ganz ohne Freude! In diesem Sinne übergebe ich das Wort an Christian Lindner und wünsche euch ein schönes Loch im Hemde. Unter dem Video geht’s „leider“ weiter ;(

Edit / Update: Wie Unternehmenskommunikation nicht funktioniert, erfahrt ihr live im öffentlichen Zesox Profil auf Facebook. Das ist so unglaublich weit daneben, dass bezüglich des Scheiterns wohl keine weiteren Fragen mehr offen sind. Spätestens nach Veröffentlichung dieses Beitrags sollte doch wenigstens die interne, und vor allem die externe Kommunikation so weit umgestellt werden, dass die Fragenden verstehen was los ist. Da sprechen eure Kunden zu euch! Is was mit Verantwortung und Empathie und so. Zur Beweissicherrung hat IM Snapshot hier einen Auszug der Kommentare gesichert. Zum entsprechenden Beitrag kommt ihr durch einen Klick auf das Icon mit der Sprechblase.

 

Edit / Update : Zeitgleich mit VÖ dieses Artikels hat der umtriebige „Mitarbeiter“ zwei Kommentare bei uns hinterlassen, die die WordPress Spam-Detection sofort erkannt und nicht zugelassen hat. Bitteschön! Hinterm Mond is immer dunkel ;)

Hinterm Mond is immer dunkel ;)

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